Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1887-02-17 · Heft 14 (17.2.1887) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 14 (17.2.1887)
Date
1887-02-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2449697-2449712--25911-2515691
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

XXVIII. Jahrgang. M 14. Der Israelit. Cf in Kentrat - Organ für das orthodoxe IudenLßum. Herausgcgcbcn von Br. Lehmann in Mainz. Donnerstag, bc n 17. Febr« ar 5647 (1887). Leitende Artikel. ZlnsterölichKei 1. XIII. Mainz, 14. Februar. Ter Löwe war gestorben. „Mein Later liegt irr der Sonne, und die Hunde im Hause meines Katers sind huugcrig — was soll ich.thun?" Von wie großer Trauer, von welch großem schmerze mußte ganz Israel erfaßt werde», da sich die Nachricht verbreitete, daß sein großer itonifl, sein mächtiger Held, sein edler Beschützer und Errcticr gestorben sei.' Der gewaltige Herrscher, der sein Kolk groß und mächtig gemacht hatte, lag hilflos, den Sonncustrahlcn ausgcsctzt. „Und die Hunde im Hause meines Vaters sind huugcrig." Als der Eroberer einer Welt, als der große maccdonische Alexander gestorben war, da sielen seine Feldberren wie eine Meute hungcriger Hunde über seine Hinterlanenschaft her, tödtetcn seine Kinder und thcilten unter sich seine Reiche. Schlimm lagen auch die Verhältnisie in Israel, als David starb. S-in zum Nachfolger bestimmter Sohn Salomo war kaum dem Knabenalter entwachsen. Parteiung zerrüttete das Reich. Ter ältere Bruder Salomo», Adonijabu. strebte nach der Krone, und va ihm hielten viele der Helden und Staatsmänner David'-, wieJoab, der Feldherr, und Ebiarhar, der Priester. Was sollte aus dem Reiche werden, dessen Lccplcr von nun an sich in der Hand eines Jünglings, »er von den mächtigsten und einflußreichsten Männern des Landes .angefeindet wurde, befand? Wie wir oben auf die Natur des Löwen näher kmgegangen sind, so müssen wir fest da» Wesen und die Eigenschaften des Hundes in» Auge fassen. Es gibt ein talmudisches Werk, Perck Schirah genannt, in welchem da» ganze Weltall, den Schöpfer preisend, vorgcführt wird. Die Himmel sprechen: Die Himmel erzählen die Ehre Gottes und Seiner Hände Werk zeigt an das Firmament; die Erde spricht: Dem Ewigen ist die Erde und was sie füllt, die Welt und ihre Bewohner. — In ähnlicher Weise preisen das Paradies, die Hölle, die Gefilde, die Gewässer, die Meere, die Ströme, die Quellen, der Tag, die Nacht, die Sonne, der Mond, die Gestirne, die Wolken, der Sturm, die Blitze,' der Thau, der Regen, die Bäume des Waldes, die Fruchtbäurne, die Aehrea des Feldes link, sämmrliche Pflanzen den heiligen Namen deS einzigen Gottes. Nachher werden die Vögel uns vorgcführt, die wilden Thiere des Feldes, die Fische und die Ungeheuer des Meeres, und die Hausthierr, wie sic alle, alle, den Ruhm des Schöpfers verkünden. Zum Schluffe tteten die Hunde vor uns hin und sprechen: Kommt, wir wollen uns bücken, in die Knie fallen, wollen preisen vor dem Ewigen, unserem Schöpfer. — Der Lobgesang der Hunde ist gleichsam der Inbegriff aller vorangegangencn Lobpreisungen. In dem Psalmverse, welcher den Hunden in den Mund gelegt wird, ist das Verhältnis fämmtlicher Geschöpfe zu ihrem Schöpfer ausgesprochen. Was wir sind, was wir besitzen — alles ist ein Geschenk Seiner Gnade und Seiner Huld, und die höchste Stufe der Vollkommenheit, die wir erreichen können, ist die, daß wir ganz und gar durchdrungen sind von Dankbarkeit und Treue für Ihn. daß wir uns gegenseitig auffordern. Seinem hohen Willen un» zu beugen. Seine Schickungen, ergeben in Seinen Willen, hinzunehmen, auf daß unser ganzes Leben sich gestalte zu einem fortdauernden Lobgefange unseres Gottes. Von welchen Hunden ist in unserer Talmudstellc die Rede? Nicht von den Jagdhunden; denn

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.