Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 13 (14.2.1887)
- Date
- 1887-02-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVIII. Jahrgang. _ M13. Der Israelit. ' Ei- KenLrat - Organ für das orthodore Iudenlhum. Herausgegcben von Dr. Lehmann tn Mainz. Montag, ben 14. Februar 5647 (1887). Leitende Artikel. Zl nst e r ö"t i ch K e i t. XII. Mainz, 10. Februar. Zwei der Stämme Israels werden in der heiligen Schrift mit Löwen verglichen, Ichudah und Tan. Bon Ichudah heißt es (1. B. M. (5. 49. B. 9): „(Sin junger Leu ist Jehudah." Rafchi belehrt uns, daß sich diese Bezeichnung auf David bezieht, der zur Zeit als Schau! noch König war, als ein junger Leu an der Spitze der israelirischcu Schaaren die Feinde seines Volkes bekämpfte, und später als er selbst König ward, gleich einem starken Löwen der Vcrthcidigcr und Beschützer Israels wurde. — In Bezug auf Dan sprach unser Lehrer Mofcheh (5. B. M. 15. 32. B. 23): „(*in junger Leu ist Dan." Diese Prophezeiung bezieht sich auf Simson, den starken Helden, der ganz allein gegen die zahlreichen Schaaren der Feinde seines Volkes kämpfte. — Nicht ohne Grund vergleicht die heilige Schrift die Helden den Löwen. Der Löwe ist der Stärkste unter den Thiercn, wie cs heißt (Mischte 6. 30. V. 30):?3 rs2 yr* vh 122 rrb. „Der Löwe ist der Stärkste unter den Thiercn, vor Niemandem wird er zurückwcichen." So ermahnt auch Nabbi Ichudah den Temah in den Sprüchen der Väter: „Sei ein Held wie der Löwe, wenn es gilt, den Willen deines Vaters im Himmel zu erfüllen," und dieser große Grundsatz tritt uns an der Spitze unseres Gesetzbuches, des Schulchan Aruch, entgegen. — Von jenen beiden Helden wird uns erzählt, daß sie, ohne irgend eine Waffe, die Löwen besiegten. Von Simson heißt es. da er mit seinen Eltern ' nach Thimnarh wanderte (Richter E. 14. B. 5): . „Und siehe, ein junger Löwe brüllte ihm entgegen. ' Ta beseelte ihn der Geist des Ewigen und er zerriß ihn, wie man ein Lamm zerreißt, und er hatte keinerlei Waffe in seiner Hand." — David, da er, fast ein Knabe noch, auSzieben will, gegen den riesenhaften Philister zu kämpfen, spricht zum Könige Schaul. (1. B. Samuel E. 17. V. 34—37): Für seinen Vater weidete dein Knecht die Schafe, da kam einmal ein Löwe, ein anderes Mal ein Bär, und trug hinweg von der Heerde. Ich ging ihm nach und schlug ihn und entriß die Beute seinem Munde; da machte er sich wider mich auf, und ich packte ihn an seinen Bart, schlug ihn nieder und tödtete ihn. Sowohl den Löwen wie den Bären hat dein Knecht erschlagen, und es soll dieser unbeschniucne Philister sein wie einer von ihnen, well er gelästert hat die Heerschaaren des lebendigen Gottes. Und David sprach: Der Ewige, der mich errettet aus der Hand des Löwen und aus der Hand des Bären, Er wird urich erretten aus der Hand dieses Philisters. Der Löwe ist nicht nur der Stärkste unter den' Thieren und entfaltet, wenn es nothwendig ist, die größte Straft; er besitzt noch eine andere Eigenschaft, die ihn von den übrigen Thieren unterscheidet. Die wilden Raubthiere, der Tiger, der Leopard, der Panther re. morden und rauben aus Lust am Blutvergießen. Der Löwe raubt und tobtet nur, wenn er vom Hunger dazu getrieben wird. Von dem gesättigten Löwen droht weder Menschen noch Thieren irgendwelche Gefahr. Wir können, demnach am Löwen drei große Eigenschaften beobachten: 1) die große, gewaltige Kraft, 2) die Entfaltung dieser Kraft, wenn es nothwendig ist und 3) die Zurückhaltung derselben, wenn die Nothwendigkeit es nicht erfordert. Daher sagt, auch Rabbi Zehndah den Temah: "«2 na 'n. „Sei ein Held wie ein Löwe!" Ter wahrhafte Held darf seine Kraft