Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 8 (27.1.1887)
- Date
- 1887-01-27
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVIll. Jahrgang. As Ö. Ei» Kentrak-Organ für das ortKodoXe Andenthum. Heransgcgeben von l>r. Lchmau» in Mainz. Donnerstag, den 27. Januar 5647 (1847). Leitender Artikel. ZlnsterölichKeit. VIII. Mainz, 24. Januar. Gott sprach zn David: „Du wirft am Sabbat sterben." lind David sichte: „Last mich den Sabl-at überleben und am crften Wochentage sterben Aber Gott sprach: „Tann wird schon die Negierung an deinen Sohn Salomo gelangt sein, und keine Negierung darf in die andere üvcrgreiscn." — „So lau mich am Rüsttage zum Sabbat sterben," betete David. Da sprach der Allheiligc: „Tenn besser itt ein Tag in deinen Höfen denn tausend, — lieber ist Mir ein Tag, an welchem du mit der Thora dich beschäftigst, als die taufend Gonzspfcr, welche einst dein Sohn Salomo vor Mir auf dem Altäre darbringcn wird." Tie Antwort, die nach der Darlegung unsrer Weisen der Allgütige dem David gibt, indem Er ihm feine Bitte, einen Tag vor der bestimmten Zeit zu sterben, abschlägt, ist ein Bcrs drS *4. Psalms, des Hochgcsangcs der Sehnsucht nach dem Gottcsüause, wo wir uns für die Ewigkeit vorbcrcitcu können. „Wie lieblich sind Deine Wohnungen, Ewiger, des Weltalls Herr! ES sehnt sich und es schmachtet meine Seele nach den Borhöfcn des Ewigen, mein Geist und nrcin Körper jubeln dem ewiglebenden. Gotte entgegen. Auch der Bogcl fand ein . Hans und der in der Freiheit lebende Bogcl ein Nest, für sich, in welchem er feine Jungen barg. Deine Altäre, Ewiger Zebaoth, mein ttönig und mein Gott." TnVSEK nrc- 7? 7 Tffl JT2 TVSO *TEX CJ :"S*w 'zbs m»cs '*» v» Dieser Bcrs ist schwer zu verstehen, da zwischen dem ersten und dem zweiten Thcile desselben das Bindeglied zu fehlen scheint. Mendelssohn überfcpt: „Der Bogcl fand sein Haus, ein Nest sich die Schwalbe, ihre Zungen da zu hegen: ich Deine Altäre, Herr des Weltalls, mein König und mein Gott." Zorl Bril, in feinem Eommeutar (-wo) zu den Psalmen, feiert Mendelssohn ob dieser Ueberfcpung, welche bedeuten soll: Wie der Bogcl sein Nest liebt, so liebe ich die Altäre GotteS. — Achnlich suchen die meisten Eommcntatoren diesen BerS zu erklären, und doch befriedigt diese Deutung nicht. Abgesehen davon, dast von der Liebe des Vogels für fein Nest und von der Sehnsucht desselben nach ihm nichts in diesem Berse steht, fehlt auch das 7»n „ich aber," das doch .nicht gut willkürlich ergänzt werden kann. Ter einfache Sinn der hebräischen Worte ist, dast das Haus, welches der Bogcl fand, das Nest, in welchem der in der Freiheit lebende Bogcl feine Jungen barg, nichts Anderes ist als die Altäre Gottes, und in diesem, dem Wortlaute vollkomnien entsprechenden Sinne wollen wir den wundervollen Gedanken des Psalmistcn auszusühren versuchen, wozu uns Rasch! (nach dem Midrasch) den Weg bahnt. Das Wort tes bedeutet in der hebräischen Sprache den reinen, zum Genüsse erlaubten Bogel, während den Eollectivbcgrin für alle Bogcl, die reinen wie die unreinen, bezeichnet. (Vergleiche Ehulin 5. 13!>.) Unter tes sind demnach zunächst die Hansvögcl, die von den Menschen genährt und gezüchtet werden, verstanden, wie Hühner, Tauben :c.: tes dagegen bezeichnet die in der Freiheit lebenden, reinen Bogcl; daher sagt der Psalmift: n? 7 T-re rra nss bl „Auch der Bogcl (Hansvögcl) fand ein HauS und der in der Freiheit lebende Bogel ein Rest." Nachdem wir nun festgcstellt, dast hier aus-