Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 6 (20.1.1887)
- Date
- 1887-01-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVm. Jahrgaug. J\g Q, © in ' ' Kentrat - Organ für das ortßodo.re Iudenthum. HcrauSgegcbcn von ttr. Lehmarm in Maiuz. Donnerstag, den 20. Januar 5647 (ISS7), Leitender Artikel. Zlnsteröli ch K e i t. VI. Mainz, 17. Januar. „Thue mit mir ein Zeichen zum Guten, dann! schcn meine Hasser und sich schämen, daß Tu, o Gott, mir geholfen und mich getröstet Haft." — 2o betete David, nachdem er tauge gebüßt und gelitten halte. Und Gott sprach zu ihm: „Deine Lchuld sei verziehen; aber das Zeichen meiner Verzcitmng, das du erbittet!, kann ich dir nicht gewähren, solange du ans Erden slreircn und ringen mutzt und fortgesetzt gegen die Versuchung, z» kämpfen hast. Warm jedoch dein Lebenslauf vollcndct sein und dein Lohn statt deiner regieren wird, werde Ich vor aller Welt cs kundthun, daß Ich dir verziehen habe und daß du der ewigen Lcligkcit theilhastig bist worden." Nach Davids Tode saß Lalomo auf dem Throne seines Vaters und vollendete den Ban des heiligen Tempels, dcsieu Errichtung David so sehr erstrebt hatte. Als das Gebäude fertig war und seiner heiligen Bestimmung übergeben werden, als die heilige Lade in das ÄÜcrhciligstc gebracht werden sollte, da hasteten die Tlrorc aneinander, und keine Macht der Erde vermochte sic zu ösincn. Heiß und innig betete Lalomo zu Gott; er wurde nicht erhört. Und er sprach zu den Pforten (Psalm-24): „Erhebet, ihr Pforten, eure Häupter, und erhebet euch, ihr Pforten der Ewigkeit, daß cinziche der Mdnxg der Ehre!" Ta liefen die Thore auf ihn ZU und wollten ihn verschlingen, bis er bünufügte: „Wer ist der König der Ehre '? Der Ewige, mächtig und stark. .Erhebet, ihr Pforten, eure Häupter, erhebet, ihr Pforten der Ewigkeit, damit einziehc der König der Ehre? Der Ewige Zebaoth, Er ist der König der Ehre. Selah." — Zwar kehrten nunmehr die Pforten an ihren Ort zurück, doch sie öffneten sich nicht. Als aber Salomo betete: „Ewiger Gott, weise nicht zurück das Antlitz Deines Gesalbten, gedenke der Frömmigkeit Deines Knechtes David'." da öffneten sich die Pforten. Beschämt wurden nunmehr die Feinde Davids, und alles Volk und ganz Israel erkannten, daß Gott ihm jene Lchuld verziehen hatte. Mit Recht sagt daher Lalomo: „Und ich preise die Todtcn, die schon gestorben sind." Das hier erzählte dritte Beispiel, das Rabbi Tanchum zur Bewahrheitung des Verses aus Kohcleth anführt, ist dem zuerst von ihm dargclcgten ähnlich und unähnlich. In dem ersten findet Mosche!) um der bereits verstorbenen Stammväter willen Erhörung, in dem dritten Lalomo um seines Heimgegangenen Vaters willen. Insofern ähneln sich die beiden Beispiele. Aber die Verhältnisse liegen in jedem derselben ganz anders. Dort hatte Israel grsündigr, sollte vertilgt werden, bis Moscheh nnl der Väter willen ihm Verzeihung erwirkte. Hier aber hatte Niemand etwas verbrochen, und die Frage liegt nahe, warum Gott die Pforten des neucrbaulcn heiligen Hauses verschlossen hielt, warnln der weise König so schwer Erhörung fand. Tic von uns hier behandelte Talmudstclle findet sich zum Tycile auch im Tractat Lanhcdrin 107 b. und dort macht Rabbi Lamncl Jdcles eine Bemerkung, welche die Beantwortung der von uns aufgeworfenen Frage ermöglicht. Rabbi Sanlucl Jdcles lehn: „Die Wiederholung der Verse im 24. Psalm, mit etwas gcäudcrtr» Worten — im vorderen Verse: vr? vrs errtn c-yr ^r, in dem später« Verse aber i.*ri cerm cnyr «*sr tts — weist darauf hin, daß der heilige Tempel in Jerusalem einem Hciligthume in den himmlischen Regionen (nyya bv r-^n re) ent-