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Der Israelit · 1887-01-17 · Heft 5 (17.1.1887) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 5 (17.1.1887)
Date
1887-01-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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2XVM. Jahrgang. J[g F. Der Israelit. ' Gin ■ KenLrat - Organ für das orthodoxe IudenLHuin. Herausgcgebcn von Ifr. Lehmann in Mainz. Montag, Leu 17. Saunar 5847 (1887). Leitender Artikel.?i n st e r ö t i ch K e i 1. V. Mainz, 13. Januar. Das dritte Beispiel, welches Nabbi Tanchum «ns vorfuhrt, ist das des Königs David. ‘(r§ gibt wohl in der ganzen Weltgeschichte leinen Lebenslauf. welcher so deutlich «schweift, daß unser Leben Inenietfcn mir eine Vorbereitung für die Ewigkeit ist, wie der Davids, des Gesalbten Goues. des von Gott erwäblteu Königs. des großen Kriegs- Helden, des wunderbar herrlichen Säugers der Psalmen. Das ganze Leben Davids ist eine fast ununterbrochene Sielte von Mampfen und Leiden: er, der das Höchste erreichen sollte, mußte den Becher der Kümmernisse bis auf den Grund leeren. Durch eine besondere Verkettung von Umstände» beginnt, wie uns im Midrasch erzählt wird. seine Leidensgeschichte schon vor seiner Geburt: denn eben der ougcdcutetcn Umstande halber« die Davids Geburt veranlaßt hatten, licbr ihn sein Vater nicht, was den feinfühlenden Knabe» um so mehr schmerzen mußte, da Jischai einer der edelsten, srömmsteu und heiligsten Männer aller Zeiten war. David, der Jüngste von vielen Geschwistern, wird hinausgeschickl auf das Feld, die Heerdcn zu hüten. Aber gerade hier, bei einem fortgesetzte» Lebe» in und mit Gottes freier Natur, gewinnt er die erhabenen Anschauungen, die uns in den Psalmen so sehr entzücken, hier nimnrt er die Bilder in fick auf von der Größe und Schönheit der Gottesweltderen Wiedergabe in seinen Gesängen unsre Herzen erfreuen. Im Kampfe mit den wilden Thiercn, welche den ihm anvertrauten Hrerden nackistellen, stählen sich seine Kraft und sein Muth, wird sein Golwcrttanen ein unerschütterliches. Plötzlich wird der zurückgcsetztc und gcringgcachtcte Jüngling von dem Propheten Glottes, von Samuel, als Erwählter des Herrn gesalbt. Bald tritt er auch in das öffentliche Leben ein, zunächst als Sänger und Harfenspieler, der durch sein seelenvollcs Spiel und ferne herzerquickenden Lieder den bösen Geist verscheucht, welcher den König Schaul zu Zeiten beunruhigt; dann aber auch als großer Held, da er, der Hirtenknabe, de» Feind seines Volkes, den mächtigen Niesen Goliath, überwindet. Nun Wird der Hirtenknabe des Volkes Liebling, des Königs Schwiegersohn, der Anführer im Kriege. Aber des Königs Eifcnncht erwart; er trachtet ihm wiederholt nach dem Leben, und David muß entfliehen: er wird fast zu Tode gehetzt, »wie da der Jäger das Rebhuhn verfolgt auf de» Bergen." Jetzt beginnt für ihnein Wanderleben, voll unsäglicher Kämpfe und Gefahren, und selbst als Schaul und drei seiner Söhne im Kampfe gegen die Philister gefallen und David zum König von Juda erwählt wird, erfüllt der schreckliche Bruderkrieg zwischen den Stämmen Israels Davids Herz mit Trauer und Kummer. Endlich, nach sieben langen Jahren, ruht der Bruderzwist. David wird König von ganz Israel und entfaltet zum Heile seines Volkes eine gotigescgnele Thatigkeit. Er gewinnt dem Laude die Hauptstadt, die bis dahin noch in der Gewalt der heidnischen Jedusircn gewesen war, er sorgt für die Handhabung der Gerechtigkeit und die Einsetzung aller Jnstitnriouen, die das Glück des Volkes begründen. Er ist auf der Höhe fernes Glückes und seines Ruhmes angelangt. Aber er will noch größer, noch frömmer, noch heiliger werden; er wünscht, in Versuchung geführt zu werden, um sie zu überwinden, vre einst Abraham, Jizchak und Jakob überwunden haben, als die Versuchungen in vielerlei Gestalten an sie herangettcten. . »Ich lobe die Tobten, die schon gestorben sind, ohne daß die

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