Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 3 (10.1.1887)
- Date
- 1887-01-10
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXVJIL Jahrgang. Seilage zu Nr. 3 des Zsraelil. Zcitungsnachrichtcu und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. Vk, ß. Januar. Dem diesjährige» Berichte der Suppenanstalt für is r a c l i t i sch e A rm e entnehmen wir, daß in dem Allstattslokalc vom 18. Oktober bis 2. April 1-1304 Portionen an Kinder, 4694 an hiesige Erwachsene, 3949 an Zugereiste, 527 Portionen gegen Vergütung von 20 Pfg. an verschämte Arme und Wöchnerinnen in deren ' Wohnungen im Wintersemester 2876, im Commersemester 3426 Portionen, zusammen 29,776 Portionen verabreicht wurden. Tic Mitglieder des Damcn-Comites walteten ihres Amtes mit gewohnter Hingebung und unterzogen sich in Gemeinschaft mit einer Anzahl anderer edlen Damen dem mühevollen Geschäfte des Austhcilens, wodurch stets musterhafte Ordnung in dem Spcisesaale herrschte und cs jeden Besucher mit Gcnugthnnng erfüllte, zu beobachten, mit welchem Behagen hier Jung und Alt die einfache, aber kräftige Kost sich munden ließ. Die auch in diesem Jahre von einigen Freunden der Anstalt an einem Ehauuukahabend gespendete Bewirthung der.Kleinen bereitete der Jugend große Freude und auch die zahlreich erschienen Zuschauer nahmen an dem heiteren Feste mit sichtlicher Befriedigung Anthcil. An Geschenken gingen in diesem Jahre 4857 Mark 92 Pfg. ein, an Jahresbeiträgen 5946 Mark. Aache«, 4. Januar. Dem hiesigen Tageblatt entnehmen wir folgende Miltheilung: „Ihren 90. Gcbuttstag beging am 23. Dezember is$i>, die vcrwirrwetc Lehrcrsftau Nahe! Fie bermann. Zur Feier desselben begab sich unter Führung des Rabbiners Herrn Tr. Jaulns eine von den Franc» der israelitischen Gemeinde abgesandtc Deputation von Damen zu derselben, um ihr durch den Mund des Rabbiners die herzlichsten Glückwünsche zu übcrbringcn und gleichzeitig ein sinniges Ehrengeschenk, zu dcffen Beschaffung sämmtliche Frauen der Gemeinde beigesieuert, zu überreichen. Frau Fiebcrurann erfreut sich hier allgemein der lebhaftesten Sympathie und hat sich auch durch Lüftung eines WohtthätigkeirsvereinS di- Anerkennung der hohen Behörde erworben. Möge der Jubilarin ein freund-! licher Lebensabend bcschicdcn sein!" Dieser Mitthcilung wollen wir noch hinzufügcr», ' daß Frau Ficbcrmann auf die schöne, dem Jubel» tage entsprechende Ansprache des Herr» Rabbiners in treffender Weise ihren Dankgefühlen Ausdruck verlieh. Zahlreiche Gratulationsadreffen und Glück» wunschtelcgramme ans der Nähe und Ferne, sowie duftende Blumcnspendcn erhöhten noch die schöne Jubelfeier, welche bei allen Theilnehmcrn in angcnchmer Nückcriuncrung bleiben wird. Ocstcrr. - Ungar. Monarchie. Budapest. Wir haben jüngst berichtet, daß der Reichstagsabgeordncte Wahr mann betreffs der Leparirung der Schüler in den Mittelschulen nach ihrem Bekenntnisse den Eultusminister Trefort intcrpettirtc. Ter Minister versprach baldige Abhilfe nnd die ist bereits gekommen. In dem hiesigen k. nnd kath. Staatsgymnasium gab's bisher Parallelklassen. In der Klasse A. waren blos Ehristcu, während die B. von den Juden besucht wurde. Jetzt wurden die beiden Elasten zwar weiter belassen, doch die Studenten derart vcrthcilt, daß nunmehr die Inden und die Christen gemeinsam jede Elaste füllen. Brrdapost. Das Amtsblatt meldet: Se. Majestät der König hat laut allerhöchster Entschließung vorn 26. Dezember 1886. der Bicepräsidcmitt des ungarländischcn Ecutral-Fröbel-Frauenvercins Ehartottc-Nosenzweig-Saphir, in Anerkennung ihrer Lcrdicnstc um die kulturellen Interessen des Landes, den goldenen Verdienstorden mit der Krone allcrgnädigst verliehen. — Unser in München lebende Kompatriot» der berühmte Maler Anton Zilzer, ein Pcsthcr und ein Jude hat dem ungarischen Schriftsteller- und Künstlcrklnb ein sehr gelungenes Porträt der vor Kurzem gestorbenen Gattin M o r iz I o ka i's gespendet. Der Ausschuß des Klubs hat dem Künstler hicfür Tank votirt und das Portrait in seinem Lescsaale placirt. — Rumänien. Pr. 0. Bukarest, 30. Dezember. Daß die Auswanderung der rumänische» Israeliten ttotz deren gänzlicher Mittellosigkeit und trotz der schweren Winrcrzcit fortwährend andaucrt, ist Ihnen ja bekannt. Ich habe Ihnen diesmal wieder zu berichten, daß noch am 19. dieses Monats aus Riamtz,