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Der Israelit · 1887-01-10 · Heft 3 (10.1.1887) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 3 (10.1.1887)
Date
1887-01-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVM. Jahrgang. J\° 3. Der Israelit. Ei, Kentrat - Hrgan für das orthodoxe IudenLhum. Herousgegcbcn von I>r. Lehman» In Mainz. Montag, de« 1©. Januar 5647 (1SH7). Leitende Artikel. Zl n st e r ö r i ch K e i t. in. Mainz, 6. Januar. Dem Verse der heiligen Schrift: „Nicht die Tobten werden Gott loben und nicht Diejenigen alle, welche in die Gruft fahren," wird der Ausspruch Salomo's gegcnübergcstellt, welcher die Tobten höher schätzt als die Lebenden. (Kohclcth <5.4. V. 2). „Und ich preise die Tobten, die schon gestorben sind, mehr als die Lebenden, die noch leben." ">rK o*tct *p W2 *crr dtch rs *;s rczn :r.rr; c*t. nsn Jedem aufnierkfomen Leser dieses Verses wird die scheinbar überflüssige Häufung der Ausdrücke auffalleu. Ter weife König hätte ja sagen können trm p c*rsn ns *;s rccr. „und ich preise die Todtcn mehr als die Lebenden:" wozn braucht er hinznzufügen: die Tobten, „die schon gestorben sind." und die Lebenden, „die noch lebend" ES ist ja selbstverständlich, daß „die Todtcn" schon gestorben sind und daß die Lebenden „noch lcbcu!" Allein, diese überflüssig scheinenden Worte offenbaren uns den eigentlichen, tiefen Sinn des Verses. Bei drei großen Mäunern finden wir über das Herraunahcn ihres Todes in der heiligen Schrift in ähnlichen Ausdrücken berichtet. Bei Jakob heißt es rn2v btnr *c’ „und cs nabctcn die Tage Jisracls zum Sterbe«;" bei Moschch heißt cs p rrxh 72' »"ehe deine Tage sind Herrangenaht zum Sterbens und von David wird erzählt: 13-P1 -m „und cs näheren die Tage Davids zum Sterben." — Unsere Weisen erklären diese eigcnthümliche AuSdrnckswcise. Als jene großen Männer ihre Aufgabe auf Erden vollendet hatten, da traten gleichsam ihre Tage hin vor Gottes Thron und sprachen: Herr, der Welt, siche, dieser Fromme hat vollbracht, was er auf Erden hat vollbringen sollen; wozu soll er sich noch abmühen in den arbeitsvolleu und kummervollen Tagen des irdischen Lebens! Nimm ihn hinweg und laß ihn fürder weilen in den Gefilden der Seligen. — Das ist auch der Sinn deS in Rede stehenden Verses ns »:s rcan wo “xr owsn „ich preise jene Todtcn, die gestorben sind, nachdem sie ihre Aufgabe arrf Erden vollendet hatten, mehr als die Lebenden, welche noch leben." — Das Leben ist ein fortwährender Kamps, der erst beendet wird mit dem letzten Athemzuge. Solange der Mensch lebt, und wäre er der Heiligste und Frömmste, kann er abirrcn vom rechten Wege und fündigen; denn ihm ist das kostbare Geschenk der Freiheit verliehen, nach eigener Wahl das Gute zu thun und das Böse zu meiden oder den entgegengesetzten Weg eiuzuschlagen, und diese Freiheit bleibt ihm, bis an das Ende feines Lebens. Daher ist. das Leben ei» unaufhörlicher Kampf, und daher fürdjtct der Fromme stets, vom rechten Wege abzuirrcn. und detzhalb sind die Lebenden, welche noch leben, das heißt, noch kämpfen müssen, weniger glücklich zu preisen als die Verstorben, welche ihre Aufgabe auf Erden bereits vollendet haben und cingegangen sind in die Wohnnngcn der Seligen. — Die Vollendung der irdischen Laufbahn verleiht auch den Vcrftordcnc» in den Augen des Allweise« einen höheren Werth als ihn die besitzen, welche noch inmitten des Lebens ringend und kämpfend stehen; denn gerade in Bezug aus die Willensfreiheit des Menschen hat Gott selbst Seiner Allmacht Schranken gesetzt,, wie unsre Weifen lehren; 2*2-- nx“*2 pn c*cr *i*3 bxr. „Alles

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