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Der Israelit · 1887-01-06 · Heft 2 (6.1.1887) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 2 (6.1.1887)
Date
1887-01-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVIU. Jahrgang. Mit. Der Israelit. Ei» , GenLrat - Organ für das orthodoxe IudenLhuin. Hcrausgcgcbrn von Dr. Lehmann in Mainz. Donnerstag, den 6. Januar 5647 (J&&7). Leitende Artikel. ZlrrsterSlichKei 1. n. Mainz, 3. Januar. Tic Frage, ob man ein Licht auslöschcn darf am Sabbat um eines Kranken willen, veranlaßt Rabbi Tanchum einige Aussprüche der heiligen Schrift in Erwägung zu ziehen, die sich einander zu widersprechen scheinen. Da ist zunächst der 17. Vers de» 115. Psalms: Nicht die Tobten werden Gott loben und nicht diejenigen alle, welche in die Gruft hinabfahrerr." — Noch heute wird von nichtjüdischen Gelehrten vielfach auf diesen Vers hingcwicscn, um zu behaupten, daß in der heiligen Schrift der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele nicht gelehrt wird. Allein, schon der darauffolgende Satz must Jeden eines Vcffern belehren: „Wir aber, wir werde» Gott loden, von nun an und bis in Ewigkeit, lobet Gott!" Wir sehen, daß der letzte Vers de-115. Psalm» einen Gegensatz bildet zu dem vorhergehenden. Ta der Psalmist sagt: „wir aber werden Gott bis in Ewigkeit loben,"'so meint er nicht damit, daß er und die , so sich ihm anschließcn, hicnicdcn bis in Ewigkeit Gott loben werden, sondern er weist auf ein Jenseits hin, in welchem die Fortdauer der ulcnschlichcn Seele statlhat. „Nicht die Todten werden Gott loben," bezieht sich demnach auf diejenigen Menschen, die hienitden den Zweck ihres Lebens verfehlen, nach dem Ausspruche unsrer Weisen: C’s-p; crrra trre, die schlechten Menschen , deren Leben unnütz ist, sind gleichsam schon gestorben, während sie noch' hier aus Erden in vollster Kraft und in ungeschwächtcr Gesundheit weilen. Denselben Gedanken har auch der größte deutsche Lichter (Gothe) ausgesprochen: „Ein unnütz Leben ist ein früher Tod." Demnach ist die Erklärung de» in Rede stehenden Verses die folgende: Nicht diejenigen, die, den Todlen gleich, ihr Leben unnütz und zwecklos verbringen. werden Gott loben, das heißt, zum Ruhme ihres Schöpfers gereichen und nicht diejenigen, welche hicnicdcn so wenig sich für das ewige Leben vorbercitcn, daß ihr ganzes Sein nichts ist als ein langsamer Tod, ein Hinabschreiten z» der bevorstehenden Austösung, ein Hinabfayren zum ewigen Schweigen. Wir aber, wir wollen Gott loben, wir wollen unser Leben und Thun so e'mrichten, daß cs zum Preise nnsres Schöpfers gereiche, und zwar von nun an, von diesem Augenblicke an, da wir von dieser Wahrheit durchdrungen uns fühlen, und bis in Ewigkeit, bis über das Grab hinaus, da unser unsterblicher Geist in den Gefilden der ewigen Seligkeit weilen wird. rftssst rrora cn» p*Djr „für immer soll der Mensch sich beschäftigen mit der Gotteslehre nnd den Gottcsgebotcn," solange er auf Erden athmet; denn diese Welt ist die Zeit der Vorbereitung für die künftige Welt. Ist der Mensch gestorben, so ist cs zu spät *rsn ctc2, da lastet das himmlische Joch nicht mehr auf ihm, da ist er frei von allen Pflichte» — die Freiheit des Todes. Daher soll der Mensch danach streben, daß sein Leben hicnkcdcn nicht ein langsames Hinsterben, ein langsames Abstcrbcn werde, in welchen! nichts geschieht für das Ewige, für die Ewigkeit. Unsre Weisen lehren io» Midrasch Nabbah (Paraschoch m): Es heißt in der heiligen Schrift (1. B. d. Ehr. C. 29, V. 9): *psV ürw orü o rrpa prri px vre bs 'S wes bss iranm „denn Fremdlinge sind wir vor Dir und Gäste wie alle unsre Väter, denn ein Schalten sind unsre Tage auf Erder:, und cs ist keine Hoffnung." Niemand ist, der honen dürfte, nicht zu sterben. Alle wissen und sagen cs mit ihrem Munde, baß sie sterben werden. Abraham sagte: Nnd ich wandele kinderlos einher, werde also nach meinem Tode Niemanden hintcrlaffcn, der mich beerben wird. J'ychak sagte: damit dich segne meine Seele, bevor ich sterben werde. Jakob sagte: Und ich werde liegen bei meinen (bereits verstorbene«)

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