Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1887-01-03 · Heft 1 (3.1.1887) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 1 (3.1.1887)
Date
1887-01-03
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2446951-2449697-2449699--25652-2515419
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

XXVin. Jahrgang. Zweite Seilage zu Nr. 1 Les Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Gericht. Wilhelm GeseninS' hebräisches und aramäisches Wörterbuch. Zehnte verbesserte und vermehrte Auslage, bearbeitet von F. Mühlau und W. Volck DVr. und ord. Prosscuorcn der Theologie an der Universitär Dorpat. Mir Beiträgen von ]>r. 2». H. Müller, ord. Professor der semurschcn sprachen an der Universität Wien. Leipzig, Verlag von F. ($. W. Vogel 1886. Gcfcnius' Wörterbuch hat sich im Laufe der Jahre als bequemstes Nachfchlagcbuch zur raschen und sicheren Qricntlruug über alle Erscheinungen der hebräischen spräche einen solchen nnbestritlenen Rang bei allen Freunden dieser spräche erobert und eine solche Verbreitung gesunden, seine Vorzüge sind so allbekannt, daß eine Besprechung oder Empfehlung desselben überflüssig erscheinen könnte, schon die,' bei einem Werte dieses Umsangs und dieses nur von einem engeren »reis gepflegten Winenzwcigcs, bcmcrkeuswcrthc Thatfachc, daß bereits die zehmc Auflage von demselben vorlr'egt. zeugt zur Genüge von der Beliebtheit und der allgemeinen Verbreitung, deren sich dasselbe erfreut. Und daß die Verbreirung und Benuomrg desselben sich noch immer steigert, zeigt sich dar^n, daß der im Jahre 8:1 erschienenen ». Auflage schon in diesem Jahre eine neue gefolgt ist. Dennoch dürfte eine Besprechung desselben schon dcßhalb angezcigl und für de:: Leserkreis dieses Blattes willkommen fein, weil das Werk heute in einer rhcilweise veränderten Ercftalr vorlicgr, als wie cs feiner Zeit aus der Hand des Verfassers hervorging. Getreu dem Grundsätze Gefenius: ,lties «lleiii docet“ haben die nachfolgenden Herausgeber cs sich angelegltt fein lassen, die bei der zu bewältigenden Maste von Einzelheiten unverureidlichen Fehler und Irrthümcr zu berichtigen, die einzelnen Artikel intensiv und extensiv zu vervollständigen, Auslassungen nachzurragcn und Ucberftüssigcs fonzulassrn, unhaltbare Hypothesen zu enncrneu mtb dafür neue, durch eie erweiterten Hilfsmittel der Forschung, durch den Aufschwung des Studiums der orientalischen sprachen und der dem Hebräischen verwandten Idiome ermittelte Resultate aufzunehmen.' Diese, bei einem solche Werke, mir Rothwcndigkeit sich ergebenden Verbesserungen, zu denen die Arbeit von Generationen auf diesem Wissensgebiete verwcrthct werden mußte, haben dem Werke ein ganz verändertes Aussehen gegeben, wenn auch der Grundriß desselben, wie ihn der Verfasser vorgezcichuct und ausgcführt hat, als durchaus mnstcrgilrig und bewährt bcibchaltcn wurde. Besonders verdient in diesem Richtung, haben sich die beide» Herausgeber der 8., 9. und der nun vorliegenden 10. Aussage gemacht, indem sie keine Mühe scheuten, um mit großer Sachkenntnis; und eifrigstem streben, die Vorzüge dieses Buches und seine Brauchbarkeit zu erhöhen und cs zu cincnl nützlichen, verläßlichen, in keinem Falle versagenden Rathgebcr für die Studircnden dieses Faches zu machen. Namhafte und nicht gering 'anzuschlagende Berbesserungen sind denselben zu verdanken. Die noch so junge Wistcnschaft der Keilinschriftencntzrffcrung hat für den Orientalisten eine neue Quelle der Sprachvergleichung erössner, da das Aiiyrischc, entgegen früheren Annahmen, sich als semitische spräche gezeigt hat, wie ja auch in der Bibel Assnr als sohn scm'S angeführt wird. Soweit nun die Ergebnisse der Assyriologic unbestritten fest stehen — was freilich nur von einem Theile derselben gesagt werden kann — wurden sie in der neuen Ausgabe des Wörterbuches berücksichtigt. Ebenso wurde das gelammte Inschristcnmatcrial, wie z. B. des Mesasleincs, der siloahinschrift, verschiedener hebräischer Münzen, zur Vergleichung her angezogen. Einen weiteren und sehr wesentlichen Fortschritt stellt die vermehrte Rücksichtnahme und das öftere Verweisen aus da« Hebräische der Mifchna und auf das talmudische Idiom dar, da wir ja in diesen beiderr Werken eine sehr wichtige Quelle für sprachvergleichendc Forschungen besitzen, die bereits von den alten jüdischen Grammatikern und Kommentatoren ausgiebig benützt wurde. Tie h. Sprache war auch nach der Abschließuug der '-£2 keineswegs eine todte Sprache im gewöhnlichen Sinne des Wortes, sic wurde noch vielfach in Palästina gesprochen, das sehen wir aus Rabbi'«, des Rcdaktors der Mifchna Ausspruch: *2T,d ■pr’? '"K2 r*:r rr rrpnrr? *w na?. ^Wozu Syrisch sprechen in Palästina? Sprecht entweder Hebräisch oder Griechisch!" Sota 49 d. Die Sprache

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.