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Der Israelit · 1887-01-03 · Heft 1 (3.1.1887) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 1 (3.1.1887)
Date
1887-01-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVM. Jahrgang. M t. Der Sir» '■ Zentral - Hrgan für das ortöodore IudentHmn. Herausgegebru sou L»r. Lehrnsvs in Mainz. Montag, den». Januar 5V47 <1887-. Leitender Artikel. ZlntterötichKeil. i. M a i n 3, 30. Dezember. Wiewohl in dem WochcnabschmUc des kommenden Sabbats (tt) von dem Hinschcidcn unsres Vattrs Jakob berichtet wird, so lehren doch unsre Weisen re kV r» z?? „unser Barer Jakob ist nich! gestorben;" nicht allein, daß seine unsterbliche Seele forrlebt in den himmlischen Höhen, auch hicnicden lebt er fort in seinen Nachkommen, die ein gleiches Bestreben beseelt, den einigen Gott zu bekennen und Seinen heiligen Flamen zu verherrlichen. Im Talmud (Traktat Sabbat f. 30) findet sich eine Aaadab, die schon insofern merkwürdig ist. weil sie eine ganze, zusammenhängende Predigt enthält, so ziemlich die einzige im ganzen Talmud. In derselben werden einige Andeutungen über die Unsterblichkeit der Seele gegeben, die wir hier näher betrachten wollen. Wir wollen zunächst die betreffende Talmudstclle hier wicdcigrdcn. Bor Rabbi Tanchnm aus Roi wurde folgende Frage gebracht: Tan man am Sabbar ein Licht auslöschen um eines -tranken willens — Ta fing er an und sprach: C, Salomo, wo ist deine Weisheit, wo deine Klugheit? Glicht genug, daß deine Worte denen deines Vaters Tavid widersprechen, sondern deine eigenen Wonc widersprechen sich einander. Tein Barer David har geragt (Psalm 115): „Nicht die Tobten werden ffon loben," und du hast gesagt (Koheleth 4) „und ich lobe die Todtcn, die schon gestorben sind," und wiederum hast du gesagt (Köhelclh 9): „denn dem lebendigen Hunde ist besser als dem todre» Löwen." — Doch kann man diese Widersprüche lweu. Daß David gesagt har: „Nicht die Tobten werden fton loben," ist folgendermaßen auszusasscn: Immerhin soll sich der-Mensch beschönigen mit der Goneslebrr und mit den Gouesgcbotcu zur Verherrlichung des einzigen Gorrcs; denn, nachdem er gestorben, kann er nicht mehr Thora lernen 'und Mizword üben und daher nicht mehr beitragen zur Verherrlichung des Heiligen, gelobt sei Sr, und das ist. was Rabbi Iochanau gesagt: Was bedeuten die Worte (Psalm 88): „Im Tode ist Freiheit?" Sobald der Mensch gestorben, wird er frei von der Thora und von den Mizwoth. — Und was Salomo a.ess§r hat: „und ich lobe die Tobten, die schon gestorben sind," ist der Sinn folgender: Als die Israelücu in der Wüste gesündigt Hanen, stand unser großer, frommer Lehrer Äoschch vor dem Heiligen, gelobt sei Sr, und ficbte heiß und innig vor Ihm^ um sein Volk zu reuen; er wurde jedoch nisfci erhört. Als er aber an die großen Verdienste der bereits Verstorbenen erinnerte und sprach (2. V. M. Sap. 32)r Sei eingedenk Abrabam«, Iizchaks und Iisraels, deiner Diener," da wurde er soiort. erhört. Mil vollem Recht sagt daher Salomo: »und ich lobe die Tobten, die schon gestorben sind." Sine andere Erklärung ist die: Wenn ein König Gesetze erläßt oder Einrichtungen tri fit. so ist cs noch zu bezweifeln, ob ne befolgt werden; jedenfalls finden sie nur bei seinen Lebzeiten Gehorsam, werden aber nach fernem Tode gewöhnlich wieder ansgchoben; die Sinrichurngen aber, die unser Lehrer Moscheh getrosten (z. B. die Vorlesungen aus der Thora an den Sabbaten und c« dm Festtagen), werden ewig befolgt werden. In Bezug auf solche Verstorbene hat Salomo gesagt: „Und ich lobe die Todtcn, die schon gestorben find." —

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