Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 102 (30.12.1886)
- Date
- 1886-12-30
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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XXVII.JMa»,,. Beilage jm Ur. 102 des Israelit. ZeitttugSuachrichLen und Eorrespondenzeu. Deutschland. * Hamburg, 26. Dez. Unter den isr. Gemeinden Deutschlands nimmt die hiesige eine in jeder Hinsicht hervorragende Stelle ein, so das; in mancher Beziehung die hambnrgische Gemeinde ein Muster genannt werden kann. Gemeindeverwaltung mrd Kultus sind getrennt, so das; nach Augen hin nur ein großes Gemcindewesen, die „Deutsch-Jsraet- Gcmcinde" die Interessen des Iudenthnms vertritt. Innerhalb dieser Gemeinde sind zwei Kultnsverbände, der Synagogcnverband und der Tcmpelverbaud, die in religiösen Principien fast antipvdisch einander gegenüberstehcn. So sehr die Verbände in ciittitcltcr Hinsicht differiren, so enge aneinander geschlossen wirken die Mitglieder auf dem, jedem Juden so heiligen Gebiete der Mildthätigkeit. Aus diesem Gebiete leistet Hamburg Großes. Einige Zahlen sollen uns unsere Behauptung illuftriren. Jm Jahre?"o-m werden hier 81 Legale verlooft mit einer Gcsammtsumule von At. 76803,35. Außerdem sind bei der Deutsch-Israel.: Gemeinde belegt, wird . von dem Gemeinde - Vorstände resp. von den von demselbenernaunten Administratoren ein Kapital verwaltet, degen Zinsen in Summa M. 32743,70 zu cultuellen oder wohlthätigen Zwecken (mir Ausschluß der vorerwähnten Legate) verwendet werden. Diese Zinsen werden zu 377 verschiedenen Zwecken verwendet und das Kapital stammt von 145 Stiftern. Rechnen wir noch die Summen, welche die verschiedenen wohlthätigen Vereine ca. 120 an der Zahl, die verschiedenen Stiftsschulen und das Krankenhaus auf dem Gebiete der Mildthätigkeit verausgaben, so wird wenig an 250,000 M. fehlen. Wahrlich, ein schönes Kapital, das der Gemeinde dahier zu Gebote steht, um jenes heilige Gortesgebot der Mildthätigkeit zu erfüllen! Es wäre intern am, auch von anderen Städten annähernde Zahlen zu erhalten, um eine Statistik anfertigeu zu können, und vielleicht ist cs manchem der Herren Eorrespoudemen möglich, mit zu dieser interesianten Statistik beizutragen. -r. Luxemburg. Luxemburg. Tie belgischen Blätter berichten I von der Ernennung de» Obersten Ticks, eines Jsj racliten ans Luxemburg, zum Eommandanten der iu der belgische» Provinz Luxemburg gelegenen Truppe» mit dem Sitze in Arlon. Die „Opinio", ein freisinniges Journal von. Antwerpen, berichtet von der ergreifenden Abschiedtzfeicr des Obersten Ticks aus seiner bisherigen Garnison Haßelt; die Offiziere, die Unteroffiziere und die Bürgerschaft der Stadt vereinigten sich zum Abschiedsbaukett und überreichten dem beliebten und allvcrchrtcsten Mann prachtvolle Geschenke. Diese Auszeichnung ist in jetziger Ztit bcmcrkenswerth. Ocsterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Bor einigen Wochen ist der Gemeinderath Johann Kropf (Christ) gestorben. Derselbe hatte den Wohlthäligkeitsverein »-.es bv -cn ins Leben gerufen, dessen Leitung er sich 20 Jahre bis zu seinem Tode eifrig widmete. Als Gastwirth kernte er die Armuth der jüdischen Hausirer kennen, und gerührt von dem Elend dieser Armen, fühlte er sich zur Gründung des genannten Vereins veranlaßt, dessen Mitglieder im Erttankungssalle sechs Gulden wöchentlich Unterstützung bekommen. Stirbt ein Mitglied, dann wird dessen Familie von der Bereinskaffe unterstützt. Der Verein zählt jem 400 Mitglieder. Das Andenken dieses wacker» Mannes fei gesegnet! In dem von vielen Juden bewohnten Städtchen Dolina in Galizien sind jüngst 350 Häuser abgebrannt. Ciseuftadt, 10. Dezember. Tie hiesige Gemeinde hat einen herben Verlust erlitten. Am 2l. Kislew hat unser ehemaliger Eauror Rabbi E. Polak.das Zeitliche gesegnet. — Der Verblichene, der eine hervorragende Eapacität auf dein Gebiete des Talmud» gewesen, war ein des berühmten R. Mosche Soser, und des bekannten Bouhader Rabb. R. Herschl Eharif, von welchen beiden er auch die Rabb.-QuaUfication nir-r» haue. 45 Jahre war er bei nns als zrn rhärig,.undols vor 12 Jahren seine Kräfte für dieses Ami zu schwach wurden, zog er sich zurück, um desto eifriger sich dem Studium des mm zu widmen. Tie Liebe, welche derselbe sich hier erwarb, gab sich besonders bei der heute stattgefundencn Beerdigung kund. Ein großes Gefolge begleitete ihn zur Ruhestätte. Vom Trauer- Haufe, wo Herr Rabb. Anesior I. Tachaucr dem tiefgefühlten Schmerze über diesen HuiUirr in