Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 98 (16.12.1886)
- Date
- 1886-12-16
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1707 riuifl, wie Ccflriiit) In icncv ^cprnfnitiuilfiifiluuirt der l)iffiiKir Wcmciiibc, in der über die von nichljüdischeu Reichen auf de«« jüdischen Fricd- I)of discnlirt wurde, mit begeisterter Erregnug Nie die Satzung dcr Ahnen und die Scheu vor dem geheiligten Herkommen der Later in die Schranken trat. Dr. Ccftvcidj hat für jüdische Studirende aoooo Mark testamentarisch hiurerlasscu. Die Beerdigung findet morgen, Montag Bormittag, statt. Ehre feinem Andenken! Bl. Berlin, 13. Dezelnber. Heute hat Herr Sigismund Simmel im Aufträge verschiedener Palästiuavereine und dcr amerikanischen Loge eine kleine Weltreise augetrclen. Herr Simmel geht zunächst nach London und Paris, von dort nach Afrika, nm in Kairo eine Loge zu gründen, sodann gedenkt er die palästiueustschen Eolonicn zu besuchen. Möge Hen Sunmel, der seine Kraft in den Dienst dcr jüdischen Jnterepcn gestellt, seine Aufgaben erfolgreich lösen! — Bei der letztenRepräfcntanten wah l in der hiesigen jüdischen Gemeinde, über deren Resultat wir bereits zu berichten in der Lage waren, haben sich 26 pEt. aller wahlfähigen 9000 Mitglieder bcthciligt. Die geringe Bctheiligung wird auf das ungünstig gelegene Wahllokal zurückgeführt, und die Bossische Ztg. richtet gegen die Verwaltung harte, aber sehr gcrechtscrtigte Angriffe. Uebrigens haben die radikalen Herren Proftoor Lazarus und Dr. Marcuse 750 Stimmen weniger als die anderen gewählten Kandidaten dcr „liberalen Partei" erhalten, ein sehr bedeutungsvolles Menetekel für des Friedlands sinkenden Stern. Die Turchschuittsziffer der für die Candidaten des „Centralcomites" abgegebene» Stimmen betrug circa 1000. — Bis gestern sind gegen 200 Petitionen gegen die Anti-Schächt- Petition im Büreau des Reichstags ciugelaufen. Uebrigens gedenkt auch, wie wir hören, Rabb. Samson Hirsch, der ruhmvolle Vorkämpfer unserer heiligen Glaubenssache, ein Memorandum über die Schächtfrage dem Reichstage zu unterbreiten, nachdem es sowohl Herrn Rabbiner Hirsch wie Herrn Rabbiner Dr. Hildesheimer gelungen ist, von den ersten Fachäutoritäten Gutachten allerneuesten Datums in Sachen der Schächtfrage zu erlangen. B l. Berkin, 13. Dez. In dcr heutigen Sitzung der Ncichsragskommission für die Äilitärvorlage hat das Centrnm folgenden Antrag augcküudigl: Diejenigen Wehrpflichtigen, welche sich dem Studium der Theologie, einer mit Eorporationsrechten innerhalb des Gebietes des deutschen Reiches bestehenden Kirche oder Religiollsgesettschäft widmen, werden während der Dauer dieses Stadiums bis zum r. April des Kalenderjahres, in welchem sie das 26. Lebensjahr vollenden, von der Einstellung in den Militärdienst vorlättsig zurückgestellt. Haben dieselben bis zu der vorbeleichiietcti ^icit auf Grund bestandener Prüfung die Ausnahme unter die da hl der zum geistlichen Amt berechtigten Kandidaten erlangt, beziehungsweise die Subdiakonarsweihe empfangen, so sind sie gänzlich von der Militärdienst- Pflicht befreit. Oefterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Herr Landesgcrichts - Adjunct Julius Tnrtcltanb wurde zum Staatsanwalt - Substituten in Taruopöl und der außerordentliche Professor Eduard Lang zum ordentlichen Profegor an der Universität Innsbruck ernannt. Griechenland. Korfu, 2. Dccember. Montag, den 13. d. Mts. wird unser erlauchter Kronprinz Konstantin großjährig erklärt werden und zu gleicher Zeit auch den Eid als griechischer Staatsbürger leisten. Ans diesem Anlasse werden im königlichen Palaste zu Athen große Festlichkeiten ftattsinden, zu denen alle Erzbischöfe und auch die 448 Bürgermeister des Konigsrciches geladen worden sind. Auch die hiesige jüdische Gemeinde beabsichtigt für diesen Tag eine religiöse Feier zu arrangiren, bei dcr unser Großrabbiuer Levi eine Ansprache au seine Gemeinde halten soll. — Am 19. Marcheschwau (17. November) verschied hier der jüdische Privatgelehrte, Literat und Buchdrnckcreibesitzer, Herr Josef N a c amulli im Alter von 65 Jahren. Derselbe widmete sich ursprünglich dem Rechtsstande und bekleidete er auch eine längere Zeit hier das Amt eines Staatsanwaltes. Im September 1861 trat er mit der ersten Nummer dcr von ihm gegründeten periodischen Wochenschrift „Erouaca Jsraclitica„ vor die Ocffentlichkeir, die in zwei Sprachen, Griechisch und Italienisch, erschien, um so seine Glaubcusbrüder auf den jonischen Inseln, deren Umgangssprache noch heute letzteres Idiom ist, auch mit dem crftercn bekannt zu machen. 1863 ging jedoch diese Zeitschrift wieder ein. Herr Nacamulli entschloß sich dann, eine Druckerei hier zu errichten, eine Idee mit der er auch rcussirte, da sie sich als ein sehr rentables Unternehmen zeigte. Er versuchte nun nochmals eine jüdisch-periodische Zeitschrift hier zu gründen, indem er die „Famiglia Jsraelitica" berausgab. Leider sollte auch diese Zcilfchrift nicht Methusalems Alter erreichen, da sie nur eine»