Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 98 (16.12.1886)
- Date
- 1886-12-16
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXVJf.;\af)iflaiiii. Erste Beilage jw 31 r. M des Israelit. ZpituttüSttachrichic» und tLorrcspoir-err.)err. Deutschland. Treuchtlingerr (Bayern). .1^2^ 12V ■wo n^n: reo *oj; ra. Dieses Llagewort des Propheten JcsaiaS l4.17. konnte die Ijicfiflc (Gemeinde mit Recht ausrufcn, als sie am Montag den 0. d. Mts. die schmerzliche Kunde vernahm: Herr A braham Nan mb urg hat nach 12stündiger rankheit unerwartet und plötzlich sein edles Erdcnwallen vollendet. Schmcrzergriffeu und tieferschüttert mochte keiner an das Ilnerwaricte glauben, da der Verblichene noch Abends zuvor dem 2-,ps-GotteSdienste munter angewohnt harte. Von der hohen Achtung und der allfcitigen Liebe, welche der edle Verblichene sich im Leben zu erwerben verstanden, gab das großartige Leichenbegängniß, dem sich nicht allein sämmtliche hiesige Gcmeindcmitaliedcr, sondern auch fast alle diejenigen aus Elliugeu, Berolzheim und Pappenheim, sowie die Geistlichkeit der beiden christlichen Confessionen, die Lehrer, sonstige Beamten und der größte Thcil der gefaurmteu Einwohnerschaft dahier angeschloffen haben, rühmendes Zcugniß. Herr Lehrer Heß dahier, ein treuer Freund des Verstorbenen, schilderte in ergreifenden und zu Herzen sprechenden Worten das Leben und Wirken des Heimgegangenen. Der Heimgegangene war dahier geboren, am 22* Dezember 1818 und vcrchlichte sich im Mai 1850 mit seiner ihm stets treu zur Seite stehenden, und um ihn ticftrauernden Gattin. Von seinen vier Söhnen leben drei in Amerika, während der jüngste derselben ihn in scrneui Amte unterstützte. Als Kantor und ernr fnugirte er ca. 8 Jahre in Pappcnheim und 27 Jahre in ferner Hcimathgemeinde. Vor Vft Jahren überreichte ihm die Gemeinde in Anerkennung seines verdienstvollen Wirkens einen silbernen Pokal mit sinniger Widntungsiuschrifr zum 25 zahrigen Jubiläum. Als gewandter 7^2 fungirte er 45 Jahre in hiesiger Gegend und hat er 354 Knaben in den nrraj* rnn eiugesührt. Ein treuer, liebender Gatte, ein besorgter Vater, war er ein streng pflichttreuer Beamter, ein rechtschaffener Bürger der Gemeinde und des Staates. Ter edlen Tonkunst eifriger Verehrer, huldigte er derselben nicht zu profanen Zwecken, sondern sie vor allem in den Dienst seines Gottes stellend, indem er hier einen Männer- und Knabenchor cinführte und so ungemein zur Hebung der Andacht beim Gottesdienste beitrug. Gewissenhaft war er auch als w, Mit seinen übrigen guten Eigenschasten verband er die Liebe znm Frieden, den er nicht mir zwischen sich und der Gemeinde zu erhalten wußte, sondern auch Differenzen zwischen Einzelnen mit Nachdruck auSzugtcichen suchte. Fröhlich mit den Fröhlichen, trauerte er auch mit den Trauernde» und wußte manch schönes Trosteswort zum Herzen zu sprechen. Selbst als die letzten Jahre ihm seine» Dienst.durch ein eingetretenes Leiden beschwerlich machten, versah er denselben mit größter Pünktlichkeit und war er ganz mit seinem Berufe verwachsen. Die Scinigen, seine Freunde und seine Gemeinde, fühlen tief feinen Verlust und wird letzterer als im nicht leicht zu ersetzen sein. Im Austrage der Verwaltung legte der Redner in warmen, tiefempfundenen Worten den Dank und die Verehrung an der Bahre des edlen Verblichenen nieder. Mit den Worten des Trostes an die trauernden Hinterbliebenen und an die Gemeinde schied der Redner als Freund vom Freunde und schloß mit einem innigen Gebet für das Seelenheil des nun in den Gefilden des Lichtes weilenden wahrhaft frommen und edlen Beamten— und Menschen, dem wir alle.ein treues Andenken bewahren werden, dauernder als Stein und Erz, weil es in den Herzen gegründetr:"2»-IN. Aus dem Hastgan wird der „Reuen Würzburger Zeitung" geschrieben: Ter für den Rabbinatsdiftrikt Bnrgprcppach neu ernannte Rabbiner Herr Dr. Deutsch, welcher die religiösen Interessen der ihm unterstellten Lrultusgernein-e» mit viel Wärme und Entschiedenheit wahruimmt, hat mit Rücksicht darauf, daß in Folge der langen Erkrankung des nunmehr verstorbenen Rabbiners Relrgionsprnfungeu in den israelitischen Gemeinden des . Distrikts schon seit Jahren nicht vorgenommcn werden konnten, die für solche Prüfungen festgesetzte Zeit im Frühjahr nicht abwancn mögen und in den meisten israelitischen Kultusgemeinde» des Distrikts dieselben schon jetzt vorgcnommen. Wie verlautet, hat Herr Dr. Deutsch die Absicht, die hiebei gemachten Beobachtungen und Wahrnehmungen in ausführlicher Darlegung der kgl. Bczirksbchörde zu unterbreiten und auf die vielfachen Mißstände hiuzuwcii'en, die sich in die KulmSverwaltungen infolge der raddiuerlofeu Zeit cingeschlichen haben und auch