Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 98 (16.12.1886)
- Date
- 1886-12-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVII. Jahrgang. j® os. Ein Kentrak - Grgan für das orfßobose Iudenthum. HeransgegLbi.'U von L-r. Lehmann in Mainz. Donner st a g, den 18 Dezember 88-17 Da mit dem 1. Jan. 1887 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten daraus aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. Leitender Artikel. Der Kvri schritt in der Keiligmrg. (Zum Ehanukah-Feste) L .. Mainz, 13. Dezember. Das Chanukah-Fest, das schöne Fest der Lichter, naht Hera». Nach unsrer, seit fast zwei Jahrtausenden feststehenden Halachah zünden tvir am ersten Abende ein Licht an, am zweiten Abend zwei und so fort, bis wir am achten und letzten Abende acht Lichter leuchten lassen. Wir folgen darin der Ansicht der Schule HiÜels, während die Schule Schamrnais in umgekehrter Reihenfolge das Anzünden anordnete, so daß am ersten Abend acht, und am letzten Abend mir ein Licht leuchten sollte. Beide Schulen hatten für ihre divergirendcn Ansichten gewichtige Gründe. Der maßgebende Grund, welcher die Weisen unsres Volkes bestimmt hat, die Halachah nach Ansicht der Schule HiÜels fcstzustellen, ist der Grundsatz: ynrm nt, sri-po „Man muß immer fortschreiten in der Heiligung und darf nie darin zurückgehen." Dieser Grundsatz ist einer der wichtigsten für unser ganzes religiöses Leben. Wir wollen demselben unsre diesjährige Ehanukah- Berrachtung widmen. Es heißt in dem Wochenabfchnktte des kommenden Sabbats: rs« j-»a 2pr „Jakob wollte sich dauernd niedcrkaffen in dem Lande, in welchem fein Vater als Fremdling geweilt halte." Unsre Weisen bemerken dazu im Midrasch: 8*7» ’r^r sc (4: 2**8*) rm -»^ ,»272 V2pr SC? ,1=53 «7 .?r.7 8*21 WU 8*71 :'*pr Tr irr, 8*21 nna T.ra „Jakob konnte sprechen, wie einst der Dulder Hiob gesprochen: Nicht fand ich Frieden, nicht fand ich Ruhe, nicht fand ich Rast, da kam der Kummer. Nicht fand ich Frieden vor Esaw, nicht fand ich Ruhe vor Laban, nicht fand ich Rast ob des tranrkgeu Ereignisses , das sich mir Tinah zugctragen, dem daun die Kämpfe gegen Schechem folgten, da kam der Kummer'um Joseph." Warum mußte Jakob so rastlos kämpfen, warum fand er nicht endlich den ersehnten Friedens Auch ans diese Frage geben uns die Weisen im Midrasch Antwort: r-n ,'7>' ,n*»72p 2~'b _ rp'2 ijpjr 2tri nt r.2"pn 72s i,7r2 22"7 errps c'p’is ,*\zv 7r N7X 2".-.,x7 cn7 iprer .12 L'p'127 r*i V:"nja mTEG 2r7 „Als Jakob die ersehnte Ruhe gekommen glaubte, da kam über ihn der Kummer um Joseph; denn es sprach der Heilige, gelobt sei Er: Ist es denn nicht genug für die Frommen, was Ich ihnen bereitet habe im ewigen Leben, daß sie auch noch die Freuden dieser Welt genießen wollen?" — Der Fromme soll immerwährend in der Heiligung fortschreiten, Gott selbst reißt ihn empor ans jeglicher Ruhe, damit er Seinen großen Zwecken diene. Ans dem Vaterhanfe mußte Jakob vor dem feindlichen Bruder entfliehen; in Padan Aram mußte er in zahllosen Kämpfen seinem ränkevollen Schwiegervater begegnen, der ihn zum Schluffe noch verfolgt und ihn und sein Hans mir Vertilgung bedroht. Kaum ist Jakob dem Laban entronnen, so vernimmt er, daß Esaw ihm entgegenziehr mit Hecresmachr. Nachdem auch diese Gefahr überstanden, trifft das Vaterherz der Kummer um die verführte Tochter, und neue Kämpfe erwachsen ihm und den Leinen.