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Der Israelit · 1886-12-13 · Heft 97 (13.12.1886) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 97 (13.12.1886)
Date
1886-12-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1*187 er es sich auch stets angelegen sein, daß nur frisches Fleisch MM Verkauf gelaugte. An seinem Leichenbegängnisse belheiiigte» sich die hervorragendsten Kreise Atelbourne's und liegen ihm so die legte Ehre widerfahren, die er sich durch sein gemeinnütziges und thatcurciches Leben wohl verdient hatte. Michael. Erzählung von S. Kohn, Verfasser von Gabriel. (Fortsetzung.) Zwanzkgstcs Kapitcl. Am nächsten Vormittage waren sämmtliche Offiziere des Dragoner-Regimentes zu ihrer Lerwuuderuug, kurz nach dem Rapporte, wieder zum Obersten berufen worden. Als alle versammelt waren, trat der Oberst, einen offenen Brief in der Hand, mit ernsten Zügen m das große Zimmer und begann: „Meine Herren! Ich habe Ihnen eine private, höchst unangenehme Mittheilung zu machen. Ich habe soeben ans Pesch, wo unser Regiment zuletzt in Garnison lag, einen Brief erhalten. Ten Namen des Schreibers, den dieser meiner Discretton anvertraute, will ich nicht neunen. Derjenige unter Ihnen, für de» der Inhalt des Briefes bestimmt ist, wird ihn kennen, die Andern sollen ihn entweder gar nicht oder erst später kennen lernen. Ter Bricfschreibcr behauptet: ein Offizier des Dragouerregimentes, denen Führung Seine apostolische Majestät unser allergvädigstcr Kaiser und oberster Kriegsherr mir auzuvertraüen die allerhöchste Gnade hatte, habe sich unter falschem Namen, in bürgerlicher Kleidung, feinen Ehrcnftand verleugnend — er gab sich für einen Förster ans — in sein Haus und sein Vertrauen geschlichen, um seiner einzigen Tochter Gunst geworben, ihr mit feinem Ehrenworte und fernem höchsten Eide auch schriftlich die Ehe versprochen, sie derhört, und als cs seine Pflicht gewesen, fein Ehrenwort emznlöfcn. ihr seinen Namen zn geben, sie fchmäblich verlassen. Erst als unser Regiment von Pcsth abmarschirte, und hierbei die Straße^ m welcher das Hans des Schreibers Liegt, panirte, erkannte der tiefgebeugte Vater und die unglückliche Tochter, dast sie getäuscht, betrogen worden waren, dast der Verführer ein Offizier-meiues Regimentes'sei. Der hartgetroffene Vater behauptet — und cs klingt dies auch sehr wahrscheinlich — dast seine mutterlose Tochter, wenn ihre Ehre nicht durch die Ehe mit ihrem Verführer wieder hergestellt wird, die Schande und den Schimpf nicht überleben würde. — Ter Schreiber dieses Briefes benimmt sich wie ein Ehrenmann und hat meine volle Achtung errungen. Er ersucht mich, den Inhalt seines Briefes dem gesammten Offizierskorps mitzutheilen; und ich erfülle hiermit seinen Wunsch. „Wenn," schreibt der tiefbctrübte Vater, „der Verführer ans die Stimme seines Herzens hörend, seiner Pflicht folgen, seine Fehler durch die Ehe gut machen will, würde es ihm zu. großer Freude gereichen; thue er dies nicht aus freiem Willen, so sei der Verführer — und ich must dem Schreiber vollkommen recht geben — ein ehrloser, nichtswürdiger Schurke, — den er, auch wenn es in seinerMacht läge, ihn dazu zu zwingen, nicht zu seinem Schwiegersöhne haben wollte. Bevor sein Kind einem solchen Galten.angehöre, möge es lieber in derJugeudblurhe geknickt ins Grab sinke». Der wackere Man» weis; es, daß das Gesetz in Berücksichtigung der eigenthümlichen Verhältnisse des Kriegerstandes, ihm keine Handhaben bieret, den Verführer zur Erfüllung seines Versprechens zn zwingen, aber er will es auch verhindern, das; eine moralische Pression auf ihn ausgeübt werde und hat mir den Namen des Schuldigen nicht genannt. — Meine Herren Offiziere^, fuhr der Oberst nach einer kurzen Panse, während welcher das tiefste Schweigen herrschte fort „es schmerzte mich, daß es in meinem Regimeute einen Offizier geben soll, der an seine Pflicht, an die Erfüllung seines Ehrenwortes gemahnt werden muß: errare liumannm e$t? sagen die Lateiner, »ud.es ist dies glücklicherweise ein Fehler, der bei gutem Willen verbessert werden kann. Meine Herren, das Mädchen, um das cs sich handelt, ist leider eine Bürgerliche und ich bin gewiß der letzte, der die Schwierigkeiten, die sich der Verbindung eines Edelmanns und Eavallcrlcofsiziers mit einer Bürgerlichen entgegenstemmen, verkennt; — aber die erste und höchste Pflicht desselben ist es, sein Wort zn halten, sonst steht er nicht höher als die andern Stände, sondern weit unter dem redlichen Bürgrrsmanne, der ehrlich sein Wort hält. Meine Herren Ofsiziere, ich habe wohl nicht nöthig darauf hinzuweisen, das seit dem anderrhalbbunderijahrigen Bestände unseres Regimentes, die Ofsiziere desselben der -edelsten und ältesten GefchleLrem des großen Kaiserstaarcs, dem reinsten Geblüre angchörteu

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