Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1886-12-09 · Heft 96 (9.12.1886) · page 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 96 (9.12.1886)
Date
1886-12-09
Page
– (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2446951-2449600-2449690--25483-2515320
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

goldene TabaAre Oemichm. Sobald Rabbi Akiba eine Reise zu unternehmen hatte, kamen von allen Seiten Anhen Und Richtjuden herbeigeströint, um den berühmten Mann zusehen. Als er zur Hochzeit eines seiner Söhne nach Polen, reifte, wurde er von der israelitischen Gemeinde zu W a r s ch a u eingeladen, bei dieser Gelegenheit) ihre , Stadt zu besuchen. Er aber lehute diese Einladung ab, wiewohl sein ältester Sohn, Rabbi Salvmon Eget', in Warschau wohnte, aus Furcht, mau möchte ihm dort zu viel Ehre erweisen. Allein, in einer Entfernung von zehn Meilen von Warschau-, kamen die Leute zu Tausenden herbeigeströmt und zwangen ihn förmlich, mit ihnen zu ziehen. Als er in die Stadt einzog, waren' die Straßen gedrängt voll von Mensche», so daß die Polizei die größte Muhe hatte, die Lrdnung zu erhalten. ja die Regierung ließ vor dem Hause seines-Sohnes, um dessen be> rühmten Gast zrr ehren,-eine doppelte Wache -a»fzicheu Tag und Nacht wurde das Haus von Schaaren von' Männern und Frauen belagert, dir zumTheil ans weiter Ferne hcrbcigewaiidcrt waren,, um den großen Lehttr seines Bolkes zu sehen. Bott Zeit zu Zeii erschien Rabbi Akiba ans dem Balkon, UM sich der Menge zu zeigen und ihr seinen Segen zu ercheilen, Auch die vornehmste» Militäruud Eivilbeamten der Stadt erschienen bei ihm, mp Ihn zu begrüßen. Der kaiserliche Gouverneur, des gerade verreist war, kehrte an bim« Tage nach Warschau zurück, an welchem der Rabbi die Stadt verlassen hatte. Rasch bestieg er sein Roß und ritt dein Zuge nach; wir sagen dem Zuge, denn mehr, als 400 Equipagen gaben dem ehrwürdigen Maimc. das Geleite. Rach zwei Stunden hatte der Gouverneur de» Zug eingeholt; er begrüßte Heu Ratwi und erbat sich dessen Kegen. : Im Jahre 5W)7 Msy' im/Oongte' Elul wurde Rabbi Akiba von einem Schlaganfalle betroffen, in Folge dessen am in. Tischri b»W {\ml) fein irdisches Dasein im 77. Jahre seines Lebens beendet wurde.) Er hatte befohlen, daß man auf seinen Leichenslein nichts als die Worte setze .. - Sin .'z"v - : ' «Hier, ruht der Rabbiner, Rabbi Akiba Eger.) Sei» ältester Sohn, der obenerwähnte Rabbi S ato m o n Eg e r, wurde sein Nachfolger im Amte. ' Rabbi Akiba hat zahlreiche Werke MMGm, die. sich ausschließlich .auf. dir talMah.lWtWWpT beziehen. Nur Weniges davon, aber höchst Bedeutendes ist durch den Truck-veröffentlicht:.wir erwähnen seine Responsen und seine Anmerkungen zu den sechs Ordnungen der Mischnah, ferner seine Anmer knngen auf die vier Theile des Schulchan Aruch. Handschriftlich existiren noch eine große Menge von Werken, welche.Responsen und andere Abhandlungen in Bezug auf Talmud und Decisoren enthalten. Rabbi Akiba hatte 8 Söhne Und 7 Töchter.' Seine Söhne und Schwiegersöhne waren sänuntlich durch Thorakeniltniß und Frömmigkeit hervorragende Männer. Die berühmtesten unter ihnen waren sein Schwiegersohn Rabbi Mo sch eh .Kofer von Pr.eßburg und sein ältester Sohn und Nachfolge^ Rabbi Salomon Eger. Es ist ein reichgesegnetes Leben,' welches wir unfern geehrten Lesern in kurzen Umrissen hier vorgeführt haben; möge es uns begeistern, in Gottes Wegen zu wandeln und um Seine heilige Lehre iins zu bemühen. '■v \ 0 C In Budapest lebt ein geistreicher Journalist, iKamtno A g o i, welcher sßhr viel mit Inden verkehrt. Als vor einiger ^eit. der an der dortigen ^rgelsynagoge als r?bercantvr tun girende Herr Fried mann sein Jubiläum feierte, wurde auch Agoi dazu eingeladen. An der Festtafel folgte ein ioaft b?in andern.! HtzMst. Iprgch der stuggrisH«'Prediger ly. Uyggrstcher Tprache, dann der deutsche Predigt,in deutscher Eprache, bavauf hielten die Vorsteher der. Mnmnde Redest lauter Leute, ' diesich nicht durch besondere /Frömmigkeit allszeichmm. Attch der Organist brachte einen Isast aus seinen Kollegen, den Cbei Kantor, ausi Nun kam WHeihe^em Agvr. ^Hieine Herren/' bekamt dir geistvolle ffyibntv seinen Toast. „ hier bei dreier j ii d i s ch e n Feier spricht „Ago k. (ein Eoj) tmch dem andern!" / 5 ali diese humorunsche Aeusternng die allgemeinste Heiterkei/ l-ervorriet, braucht,wohl nicht erst gesagt zu Werdern / WWWWWWVMWWWUMzHW iy/ -Bon MudoCMstWlhgch^ { y/ Nun flstHsst wiy'dM Lieh'pstW/Är-Hst, x' Veur Dichjer nGtEßM;$0nt14/ , ■ / Gr nahm von dG'ÄndMOeld MtsMtMst Nnratif^ waßd-er HnMmM/ Gr hehle gehüllt in des Schlg/rocks Dtrest ' , Todumthig die Wkster zstm Stpeft, , * Tlnd als er kein. Midien sitzen lieh, >? ' Aesarrg er die treulose Maid. Verantwortliche Redgcüon: l)r. L e hmann in Mainz. — Expedition große' Bleiche Nr. 45. , V- ' 'j b Heptag Dow Oßear Lehmann in Mainz. / \ ' '' '

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.