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Der Israelit · 1886-12-02 · Heft 94 (2.12.1886) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 94 (2.12.1886)
Date
1886-12-02
Page
– (sequence 23)
Language
German
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>W<i. ■».>^nwjM|-'-aJ-«»«'i>iiJ>U Jlrt~= »^WjyTOSi ..»ÜM 31 Hilft*, für sie kommen kann, bereits allzufesl in ihnen wurzelt. Und (loch sollten sie endlich sieh davon überzeugen, dass diese Hoffnung eine trügerische sein muss. Was soll denn vom Auslande noch mehr geschehen, als bis jetzt schon geschieht V! Wenn durch die bisher nach Palästina gesandten Summen keine Besserung zu erwirken war, so können auch grössere Summen keinen hinreichenden Erfolg erzielen. Nur wenn die Chalukali nicht mehr zu regelmässigen kleinen Almosenspenden pro Familie und Person benutzt wird. — wozu sie absolut nicht ansreichen kann — sondern wenn sie zu einmaligen grösseren Unterstützungen für Errichtung oder Förderung von Handwerken oder Geschäften u. dgl. verwendet, wird, kann sie wirkliche Hilfe bringen. Aller Widerstand gegen die Kolonisationsidee, alles Bekämpfen der '22lrE macht die Sache nicht besser, ebenso wenig kann das ungestüme Drängen nach Beistand von Aussen, können alle die Bittschritten, kann das Bestürmen aller nach Jerusalem kommenden Fremden dauernd helfen, — nur in uns selbst liegt die Hilfe; wir müssen die Chalukahgelder verwenden, um Existenzquellen zu beschaffen, nicht sie selbst als solche betrachten. Solche Neuorganisirung der „Chalukahu- Verwendung müsste von den Empfängern, als den meist Interessirten, selbst bewirkt werden; diese müssten dahingehende Anträge bei den Pekidim und AmarcaUm stellen. Wohl würde eine solche Aenderung mit den grössten Schwierigkeiten verbunden sein, eine wirkliche Besserung der Verhältnisse in Jerusalem kann jedoch nur auf diesem Wege erzielt werden. Chaifa und Cannel von LAUE EN CK OL IE HA ET.') m Es giebt wahrscheinlich keine Landschaft Palästina, deren Bevölkerung sich iu den letzten Jahren so schnell vermehrt hätte, wie diejenige, deren Mittelpunkt die Stadt Cliaifa bildet. Hierzu haben verschiedene Ursachen beigetragen. Erstens der ausgezeichnete Hafen der Stadt, zweitens der Umstand, dass Chaifa eine sehr bedeutende Einwanderung erfahren hat. *) Aus dem demnächst erscheinenden n. Jahn», des trefdichen Jahrbuches 'Jerusalem, von A. M- Luncz in Jerusalem. Der unglückliche, in voller Jugendblüthe noch dastehende und vollständig erblindete Herausgeber verdient die allgemeinste usd wSmats Theilnahme. Ich bitte darum innigst um zahlreiche Abonnements und erkläre mich zur Entgegennahme solcher ä 5 M. pro Jahrg. freudig bereit- Auch den I- Jahrg. vermittle ich gern zu diesem Preise. Salvexdi. drittens ist, dank der vermehrten Energie dev Negierung, Leben und Kigenthum jetzt weit besser geschützt als es früher der Fall war. in Folge dessen bat der Handel dieses Platzes ausserordentlich zugenummen. Ein grosser Theil des Getreides voll Hainau,das früher nach Acco ging, wird jetzt hieher gebracht. Dies hat Veranlassung gegeben, eine Anzahl neuer Magazine zu errichten. Die östliche Vorstadt hat sich bedeutend ausgedehnt und verspricht in Bälde ein wichtiger commercieller Mittelpunkt zu werden. Jetzt sind zwei Pläne in Vorbereitung, welche das Gedeihen des Platzes nur vermehren können. Der eine ist die Verlegung der Mutusarilijeh von Acco, der andere, der Bau einer Eisenbahn von Chaifa nach Damascus. Diese Linie ist bereits vermessen worden und hat die officielle Zustimmung erhalten. Da ihr Bau keine bedeutenden Schwierigkeiten bietet, und schon die gegenwärtige Handelsbewegung einen Zinsiibersclmss für das nüthige Capital sichern würde, so unterliegt es keinem Zweifel, dass diese Linie über kurz oder lang in Angriff genommen werden wird. Hieran würde sich unvermeidlich der Bau eines Quais und einer Mole anschliessen, was bei der Leichtigkeit von dem nahen Gebirge eine beliebige Quantität ausgezeichneter Steine zu erhalten, weder in öcouomischer noch in technischer Beziehung Schwierigkeiten bieten würde. Es ist augenscheinlich diese zukünftige Bedeutung Chaifa’s, welche in den letzten Jahren fremde Ansiedler angelockt hat. Die deutschen Kolonisten, an Zahl über 300, zeigten zuerst den 'Weg, ihnen folgten die Juden, welche in Sa marin, ungefähr 15 englische Meilen von der Küste, einen sehr günstigen Platz zur Niederlassung erwählt haben, während die Regierung in Cäsarea, welches noch zur Kadha von Chaifa gehört, eine begüterte und wichtige Kolonie von Bosniaken und Herzogwinern angesiedelt hat. Ganz nahe von ihnen befindet sich eine Kolonie von Tscherkessen, die, obschon sie schwer an Gesetzlichkeit und Gehorsam zu gewöhnen sind, doch in der Kolonisation mehr leisten als man glaubt. Die Folge davon ist, dass immer mehr Land unter Kultur genommen wird und dass die grossen natürlichen Vorzüge des Landes immer mehr zur Geltung kommen. Indessen haben Fremde in einem neuen Lande, mögen sie Juden. Mohamedaner oder Christen sein, immer mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen, und erst wenn diese verschiedenen Kolonien, die sich in Religion und Nationalität von einander unterscheiden, eine Reihe von Jahren bestanden haben werden kann ihr Einfluss auf das Gedeihen des Landes fühlbar werden. Inzwischen ist ein langsamer, doch immerhin bemerkbarer Fortschritt in der Anlage v.-n

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