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Der Israelit · 1886-12-02 · Heft 94 (2.12.1886) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 94 (2.12.1886)
Date
1886-12-02
Page
– (sequence 22)
Language
German
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.srlmiult, ('iiniiHtiitU 50, M. .lacohsolm, Büu« b,ng 30, 14<»lirei* As«:h»*nl»raii«lt, Biebesheim 5, L. Floischhackcr, Elberfeld 5, S. Aut’hauser, New- York 4, S. in A. 250, Moritz Meyer, Staveuhagen, Samml. 18.55, A. Rosental, Freihurg 23.25, Muses Wulff, Gembitz, »Samml. 17.20, L. Koopmann, von der Israel, Gemeinde Borne 12, S. Schillern, K!limr*‘iir Samml. 2O.S0, Bezirksrahh. Br. A. Salven,li. Dürkheim 400. F. Xeter, Gernsbach, Samml. 34, Heinrich Weil, Emmeudingeu 20, S. H. Sonillieim, Samml. Oberkleen 12, Vorsänger Weill, Hirsingen, Samml. LS.70 M. Die „Chalukah“. Weitere Vorschläge zu einer rationellen Verwendung derselben.*) Als im vorigen Jahre Herr Rabbiner Dr. H. Adler aus London und Herr Wissotzky aus Moskau Jerusalem aufsuchten, trat die dort herrschende Arniuth ganz besonders in erschreckender Weise zu Tage. Hunderte kamen mit Bittschriften zu den gen. Herren, flehten sie an in irgend einer Weise ihnen Hilfe zu bringen, irgend einen Verdienst ihnen durch die Arbeit in der Stadt oder auf dem Felde zu verschaffen; Alle erklärten sieh zur Uebernahme jeglicher Arbeit bereit, wenn ihnen durch dieselbe nur die Mittel zur Herbeischaffung der dringlichsten Bedürfnisse gewährt würden. Die Herren konnten trotz ihrer Begeisterung für das heilige Land und dessen Bewohner diesen Aerrasten nicht helfen und verliessen Jerusalem schweren Herzens, tief bekümmert über das dort herrschende Elend. Herr Dr. Adler nahm viele Bittschriften mit sich nach London, um möglicherweise von dort aus weitere Hilfe bringen zu können, Herr Wissotzky reiste nach den Kolonien, dort helfend einzutreten, den Armen In Jerusalem jedoch geht es nicht besser als früher, höchstens haben die Schreiber an den vielen Bittschriften , die sie in jener Zeit zu schreiben hatten, etwas verdient. — Wohl kennt man ancb ausserhalb Palästinas das dort herrschende Elend. von dessen erschreckender Grösse bat man jedoch keine Ahnung, selbst in Jerusalem wissen die Wenigsten, wie arg es damit dortselbst bestellt ist; zumeist verbirgt sich das Weise dem Elende abgeholfen, werden kann, wird dadurch jetzt immer und immer wieder von allen Seiten erwogen. Es gab Zeiten, in welchen die Ohalnkahgelder den Bewohnern von Jerusalem fast genügende Existenzinittel gewährten. Diese Zeiten sind längst vorüber, jedoch nicht etwa um desswillen, weil die Chalukah gelder weniger geworden, — dieselben betrugen zn Zeiten noch weniger als heute und reichten doch für dciiBedörf- •) S. Nr. 130. tigen aus. weil die Bedürfnisse früher geringer und der Preis für die Nahrungsmittel ein sehr kleiner war. Schiffe kamen damals selten nach Palästina, fast der ganze Bodenertrag blieb im Lande, und dessen Kaufpreis war dadurch ein sehr niedriger. Ausser Speise und Trank hatten die Bewohner Jerusalems fast keine Bedürfnisse; im Hause gab es weder Tische noch Stühle, sondern mir Matten, die kaum ein Viertel von dem kosteten, was jetzt für sie gegeben 'werden muss, auf den Matten lagen die Polster und Betten ganz wie bei den Muhaniedanern — und dies war fast das ganze Mobiliar. Allmählich kamen jedoch immer mehr Kauffahrteischiffe ins Land, durch die der grösste Theii des Bodenertrages ins Ausland geführt wurde; viele Europäer kamen nach Jerusalem, um sich dort niederznlassen, mit ihnen europäische Sitten, sie brachten auch Kleider, Gerätschaften etc. zum Verkauf, so dass man jetzt in jedem jüdischen Hause daseihst Stühle, Schemel, Sophas, Spiegel. Uhren ganz wie in europäischen Wohnungen findet; die Bedürfnisse sowie der Preis der Lehensmittel, Gerätschaften u. s. w. sind um mehr als das Siebenfache gestiegen und ist es ganz natürlich, dass die Chalnkahgelder, selbst wenn sie die Höhe der früheren übersteigen, nicht ausreichen können. : Wenn auch die Chalukah durchaus nicht die einzige Einnahmequelle der Juden in Jerusalem ist und Viele von ihnen_aiich ein Handwerk oder ein Geschäft betreiben, so werten letztere jedocli in Folge der starken Conenrrenz s<> wenig ab, dass die Meisten grosse Not leiden und jeder angesehene Fremde, der die heilige Stadt besucht, von allen Seiten Von Armen überfallen wird. — wahrlich nicht znr Ehre Jerusalems. So häutig die Letzteren auch in ihren Erwartungen getäuscht sind, halten sie jeden Freimb-n für einen rettenden Engel, der ihnen Hilfe bringen soll, lassen sich nicht znrüekhalten. ihm ihre Bedrängnisse zu schildern und schenken dessen Versicherungen, dass es ihm unmöglich ist. Hilfe zu schaffen, keinen Glaut*en. da der Gedanke, dass nur von Aussen

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