Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 94 (2.12.1886)
- Date
- 1886-12-02
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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illa ulliih wo-Muliiimad rassul illali (Ich bezeuge, das; es keinen Gott gibt außer Gott und Mohamed ist der Bote Gottes)" da erhob ich mich von meiner Lagerstätte, verrichtete zusammen mit meinen übrigen Reisegefährten, die sich unterdessen in dem Hane, wo die Karawane Lagerte, versammelt hatten, das Morgengebet, und wir bestiegen wieder unsere Neitthiere. GS ging jetzt nach AlLin-Köpri-Koi. wo der von Moynl mit uns gekommene Reisegefährte sein Heim hatte und wo er uns deshalb auch verließ. Altin-Kopri ist ein von wurden bewohntes Dorf, das eine berühmte Wasserquelle besitzt. Wir kamen um die Mittagsstunde in dem Torfe an und lagerten auf dem Marktplatze, wo wir dann corani publico unser bescheidenes Mittagsmahl: Brod, Käse, gedörrte Tigrisfischc, auf der Kohle gebratene Eier und Obst, zu uns nahrncu. Nach orientalischer Sitte luden wir die neugierig nmherstchendcu Dorfbewohner ein, an unserem Mahle theilznnehmen, worauf sie bescheiden nach unserem Vorrathe griffen und einen „Bissen" davon zu sich nahmen. Wir füllten dann unsere Schläuche mit Wasser aus der genannten Quelle und saßen wieder zu Pferde oder auf unseren Kameelen. Eine Stunde hinter Köpri erblickt man schon das auf einer Anhöhe liegende Castell von Charknk, in dessen Mauern sich die Gräber Daniel's und seiner drei Genossen befinden. Noch vor Sonnenuntergang trafen wir in Charknk ein und lenkten sogleich unsere Schritte nach dem Hüne (Absteigequartier), der, was im Oriente wirklich etwas Seltenes ist, sehr reinlich war. Wir waren jedoch kaum von unseren Neitthieren abgestiegen. als wir schon von einem Rudel Jungen, in dem alle Nationalitäten und Confesstonen des Ortes vertreten waren, umringt sahen, die sich uns als Führer oder Diener in. verschiedenen orientalischen und europäischen Sprachen: arabisch, chaldäisch, persisch, türkisch, englisch und französisch anboten. Charknk und Moynl werden nämlich sehr fleißig auch von französischen und englischen Archäologen besucht und lassen sie bei der Bevölkerung daselbst einige französische oder englische Phrasen als Andenken zurück. Chacham Akiba und sei:: Neffe führten mich jedoch sogleich zu dem jüdischen Kaufmann David Clchanan, der uns aufs herzlichste empfing und uns sein ganzes Hans zur Bernrgnng stellte. Herr Clchanan war damals der Gabai (Kassier) der dortigen Gemeinde, sein Bruder Äenascheh dagegen der Rosch-Hakahal «Vorsteher). Cs erfordert jedoch der Ansrand, daß jeder Pilger, der nach Charknk kommt, sich dem Rosch-Hakahal daselbst vorstellt, der dann, wenn der Fremde ein j rllN (anständiger Mensch» irr, ihn vom Schamcs ' zum Grabe Daniel's führen läßt. Als ich mm später beim Rosch-Hakahal meine Aufwartung machte, da fand ich auch meine übrigen Reisegefährten dorr versammelt. Man setzte jedem von uns ein Schälchen schwarzen Kaffee vor, worauf der Hausherr uns einlnd, anr nächsten Morgen um 4 Nhr ü la turca (um 9 Uhr nach unserer Zeitrechnung) bei ihm wieder vvrznsprechen. Chacham Akiba führte mich dann in das dortige Beth - Hanndrafch, wo mehrere Chachamim saßen und Mischnajot oder den Sohar studirten. Einer derselben, Chacham Cliah, hatte schon weite Reisen nach Persien, Central-Asien und Indien gemacht, um in diesen Ländern milde Gaden für die Chachamim Charkuks und behufs Instandhaltung derGrabeskapelle Daniel's und feinerdret Genossen zu sammeln. Derselbe zeigte mir ein altes Soharmanufcript, das diesem Beth-Hamidrasch gehört und im Jahre V'j;"?, 1416 in Smyrna geschrieben worden ist. Wir verweilten bis nach Mittcrachr, um welche Zeit dann msn (Klagelieder um Jerusalem) gesagt wurde, im Beth-Hamidrasch. Zur bestimmten Stunde am andern Morgen versammelten wir uns beim Rosch-Hakahal, der uns hernach vom Schamcs in das Castell zum Grabe Daniels und seiner Genossen führen ließ. Die Grabeskapelle war voll von brennenden Lampen, während am Fußende eines jeden der daselbst befindlichen vier Sarge ein Chacham stand, denen Aufgabe cs war, mit den Pilgern die üblichen Pismonim (Hymnen) abzusingen und sie dann Kadisch sagen zu lasten. Eine halbe Stunde nachher traf auch der Rabbiner des Ortes, Chacham Jakub, mit dem Rosch-Hakahal, dent Gabai und den anderen Honoratioren der Gemcinde in der Grabeskapelle ein, worauf vom Grabe Daniel's die bisherige schwarze Decke auf demselben abgenonnuen und durch die neue, von Chacham Akiba gespendete, erfetzr wurde. Crstcre wurde daun dem ebenfalls anwesenden Chebrah-Gabai übergeben, damit sie von nun an bei Bcgräbniycn als Bahrtuch diene. Tie Aufschrift oder eigentlich die Legende auf der neuen Decke lautete folgendermaßen: •r. vr'y nrstt sowie es schon oben angeführt worden ist und hernach die Widmungsworte: ■ t iSv . «-C\ .■> * i-_t i w SC . i —j.- it> l -Sv . * * *—■*■ it/ui «i. Sv/ | > "n’? *:r* r> p% 77*7^7 f?™:: -'pzT* ,mt irrn"? rirrr? nrp *) BekanulUch hei-r es vou umereat brrvarrr Jakob. b«F er auf dem 3:er£c6f::e »«neu ^öbntxt vxitxbeiltxi too'dtt, nanu die irtlöiang üauRnaeu r~ie; dsch in bieftnt Äageubkicke ser-!rci? id.1 feie göuliche Äaieüär und ruir ihr auch die in rie Zukuuü ili-Stn;u köauerr.