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Der Israelit · 1886-12-02 · Heft 94 (2.12.1886) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 94 (2.12.1886)
Date
1886-12-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1624 weh, Babylon und an andern Orten, legen Zengniß ab von der hohen (Kulturstufe dieser Volker. Auch sie hatten ihre Mission ans Erden, auch durch sie wurde der Fortschritt des Menschengeschlechtes weiter befördert, und als sie ihn nicht weiter zu fördern vermochten, da muhten sie den Rückgang antreten und von der Himmelsleiter abwärts schreiten. Ein neues Volk strebte empor, das wie keines seiner Vorgänger Eultur und Wissenschaft zur höchsten Vlüthe brachte. Das waren die Griechen, welche mit einem neuen Geiste die Welt erfüllten. In Trümmer sanken die alten asiatischen striche, um unter griechischer Führung neu zu erstehen. Alle bisherige Eultur, .Kunst, Wissenschaft erschien nunmehr nur als Vorstufe der griechischen Eivilisatwn. Was die Griechen auf allen Gebieten menschlichen Könnens und Wissens vollbracht haben, das zu schildern, würden zahllose Bücher nicht ansreichen. Ihnen gelang cs, Staaten zu bilden, in denen die Freiheit des einzelnen Bürgers zur Geltung kam. Ihre Künstler und die Kunstwerke, die. sie geschaffen, sind heute noch unübertroffen. Ihre Philosophen wurden die Lehrer der Menschheit und die Grundlegcr sämmtlicher Wissenschaften. Ihre Dichter brachten unsterbliche Werke hervor, die noch heute das Entzücken der civilisirten Menschheit bilden und cs wohl ewig bleiben werden. Mit stolzer Verachtung schaute der Hellene auf die übrigen Menschen und nannte sie Barbaren. Aber auch diese stolze Nation, auch dieser Bote Gottes, der den Fortschritt der Menschheit so gewaltig gefördert hatte, mußte den Niedergang antreten, als seine Zeit und Stunde gekommen war. Die gewaltige Noma erstieg nunmehr die Himmelsleiter. Von kleinen Anfängen ausgehend unterwarf sich Nom fast den ganzen, damals bekannten Erdkreis. Verbunden wurden die Länder und Volker weit und breit zu einem einzigen Reiche. Durch die Wildniß wurden. Straßen gebaut für die römischen Heere, und mächtige Flüpe wurden überbrückt. In den uncivilisirten Ländern wurden Städte gegründet als Ausgangspunkte der Eultur. _ Das Rechtsbewußtsein gelangte in großen Gesetzessammlungen zum Ansdrucke. Tie Künste und Wissenschaften der Griechen wurden von den Römern ausgenommen und nachgcahmt. Fast alle Volker beugten sich unter das Scepter der stolzen Herrscherin, deren Heere an den Grenzen kamvften und für die Ruhe, den Frieden und die Sicherheit im Innern des gewaltigen Reiches sorgten. Wer härte damals gedacht^ daß auch diese stolze Roma einst würde abwärts schreiten müyen von der Himmelsleiter der Weltgeschichte? Und doch mußte es geschehen. „Und siehe, Boten Gottes steigen auf und nieder an ihr." s Das Alles zeigte der allwissende Gott unsrem Vater Jakob im Traume. Wohl waren alle diese j großen und mächtigen Nationen Boren Gottes, die zur Entwickelung des Menschengeschlechtes beitragen mußten; aber ihnen fehlte das Eine: .die Erkenntnis; des einzigen, allmächtigen Lenkers des Weltalls, ryy yn 'n .-um. „Und siehe, der Ewige steht ans ihm," apjr by ,vbyf „ans ihm, ans Jakob/' belehren uns die Weifen. Die Botschaft Jakobs auf Erden ist die Erkenntniß und die Verkündigung des einzigen Gottes. Und deßhalü gibt es für Jakob, keinen Niedergang. „Und Er sprach: Ich bin der Ewige, der Gott Abrahams, deines Vaters. und der Gott Jizchaks.und es sollen gesegnet werden durch dich alle Geschlechter der Erde und durch deinen Samen; und siehe. Ich bin mit dir, und Ich werde dich behüten überall, wohin du auch gehst und Ich werde dich niemals verlassen." — Die große Aufgabe, die Gott unsrem Vater Jakob und seinen Nachkommen gegeben, bedingt es, daß für Jakob ein Niedergang unmöglich ist. Wann Jakob diese Aufgabe vollbracht haben tvird, so ist er dadurch zum Segen geworden für die gestimmte Menschheit. An seine Stelle kann kein anderes emporstrebendes Geschlecht treten, sondern alle Menschen werden dereinst anertennelk, daß Jakob allen Erdenbcwohnern die höchste Vollkommenheit gebracht hat: die Gotteserkenntniß, die Liebe zu Gott, die Liebe zu den Mitmenschen, den reinen sittlichen Wandel vor Gott, die Vollendung des menschlichen Thuns. Dann wird ein Volk das andere nicht mehr befehden, dann werden die Ra- ' tiouen nicht mehr immer größere Kriegsheere ausstetlen, um sich vor den kriegsbereiten Nachbarn zn schützen, dann werden Friede, Ruhe und Einrrachr, Recht und Gerechtigkeit, Wohlwollen und Nächstenliebe aus Erden walten; daun werden alle Geschlechter der Erde gesegnet werden durch Jakob und seine 'Nachkommen. (Fortsetzung folgt.) i Zeitungsnachrichten und Correfpoudeuzen. D e u t f ch l a n d. Frankfurt a. M., 28. Nov. Ter Verein : für jüdische Geschichte und Literarur har am vorigen Mittwoch feine diesjährige Generalversammlung abgehalten. Auf das nun znräckge. legre dritte Jahr seiner Wirksamkeit kann der Ler- - ein mir großer Genugchnung zurückblicken, denn das

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