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Der Israelit · 1886-11-25 · Heft 92 (25.11.1886) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 92 (25.11.1886)
Date
1886-11-25
Page
– (sequence 18)
Language
German
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spantasrms w«». UIO-I l'aubc. und Wilbraudt erschienen persönlich in der» Tichterheiltt.^ornpert's und umarmten den freudig bewegten Jubilar. Gr hat in den letzten Wochen noch auf diesen Glanzlag wie ans ein herrliches Abendroth seines niedergehenden Lebens znrücksieblickt und alle'Schriftstücke sorgfältig gesammelt, welche sich auf dieses Jubiläum bezogen. Sein müdes, fast erloschenes Auge flammte auf, wenn er dieser Feier geduckte. Ihn freute besonders die Herzlichkeit und Spontaneität der Huldigungen, an welchen sich auch viele Frauen, zu deren Lieblingsschriftstellern er gehörte, betheiligten. An dein Leichenbegängnisse Kompert's welches übermorgen stattsindet, werden sich nicht blos die literarischen und künstlerischen, sondern auch die Lehrerkreise der Stadt betheiligen. Kompert war durch mehrere Jahre Mitglied des niederöstcrreichischen Landcsschulrathes, wo er eine geachtete Stellung einnahm.. Aeltere Leser des ^Israelit" werden sich noch erinnern, daß Kompert im Jahre 1863 Don der k. k. Staatsanwaltschaft in Wien wegen Beleidigung der jüdischen Religion angeklagt, aber freigesprochen wurde. Italien. Rom, 20. November. Der „Osservatore cattolica", ein einflußreiches vatikanisches Blatt, bringt einen äußerst scharfen Artikel gegen die deutschen DH i e rsch u tz v e r e i n e, welche sich erdreiste» wollen, einen Prozentsatz der Bevölkerung der nahrhaftesten Speise zu berauben. Lösungen snnvken ein: Philipp Friedmau». t^r.-Tapolcsan. Daniel Drenms?. Mi beinl. Lchrec u. Vorsänger Schlesinger, Mergentheim. S. M. Dachrach. Elmshorn. Isaac Rosemhal, 26ronke. Lehrer y>. DauS. Iutroschin. Lehrer u. Eanlor M. Joseph, Solingen. Richard Rosenmann, Züllichau. Eanror Leo Broda. Emma Brody u. H. Hamburger. Bremen. H.Eohn. Siegfr. Prochownit. Zirke. Julie u. Ida Strauß, Karlsruhe. Lehrer P. W. Epv ftetit, Unterreuistetterr. Lehrer P. Belkin. Eppertshausm. A. Davidsohn. Landsberg, Dstvr. Eanror PH. Äanstein. Zirlenzig. Simon Münz, Hüttengeiäß. Lehrer A. Gurmann, Sulzdor? a. L. TLonnser, Höchst a. M. Israel L- Zobel. Boskowip (Aiähren). Lehrer Rüben Iac. Leermeesrer, Kestrich. Gottfried und David Thal. Berncastel. Ida Samuelsohn. Fanny Sommer, Fanny Meyer. Euskirchen. Salomon Deutsch, Brünn. Briefkasten der Redaktion. B. H. in D.: Die Gräber theurer Angehöriger am Jahr zeilstage oder in den zehn Bußtagen zu besuchen und dorr m beten, ist ein frommer Brauch. Eine Verpflichtung hierzu ist nicht vorhanden. Natürlich ist es gestattet, auch zu anderen Zeilen, jedoch nicht an Halbseiertagen oder ähnlichen Tagen, jene Gräber zu besuche». nietae Für den folgenden Theil ist die Medaetio« nicht verantwortlich. Hüttcnbach. Am 12. November d. I. schied dahier ein Mann aus dem Leben, dessen Wirken cs verdient, der Mir-und Nachwelt kundgegeben zu werden, um derselben als leuchtendes Vorbild wahrer Frömmigkeit und echter, unverfälschter Menschenliebe zu dienen. Rabbi Abraham Bär Ermreuth er war in seiner Jugend arm an irdischen Gütern und mußte sich als Diener bei Anderen sein Brod verdienen. Sväier gelang es ihm durch seine strenge Rechrlichkeir. seinen rastlosen Fleiß, seine große Geschästskenntniß und durch den Legen Gones, der sich.- darlich auf seinem Wirken ruhte, ein ziemlich bedeutendes Vermögen zu erwerben. — Aber ganz ungetrübt sollte er das erworbene Gut nicht genießen: denn kaum drei Jahre verehelicht, wurde ihm die geliebte Gattin durch den Tod entrissen. In allen Wechselsällen des Lebens, in Armurh und Reichlhum. in frohen wie in trüben Tagen verließ ihn sein Gorrverrrauen nicht. Er blieb stets ein gläubiger Israelit sowohl zu Haufe als auch auf den größeren Reisen, die er in früheren Jahren vielfach in Gegenden unternahm. in denen keine Israeliten wohnen und überwand auch da siegreich, wo heute so viele straucheln und fallen. Dies sein frommes Leben -bewog einen der größeren jüd. Gelehrten der Vergangenheit, ihm den Ehrentitel .Rabbi" zu verleihen. Zahllos sind die Serfe der Liebe, die sein Leben ins Dasein ries und die sein 'Andenken stets erhalten werden. Auf's Kräftigste hierin unrerstükt von feiner ihn überlebenden zweiten »*anin, trocknete er viele Thränen. lindene er gar manche Noch. Er suchte die Armen in ihren Hütten auf. beschenkte und tröstete sie. Wo er einen Nolhstand vorhanden wußte, war er der ersten einer, die zu dessen Linderung beitrugen. Kein Hungriger ging ungesättigt, kein Nackter unge kleidet von 'einer Schwelle und wenn deren noch io Viele an seine Thüre pochten, sie wurden freundlich empfangen, beschenkt entlassen. Er iepte aber seinem edlen Thun die Krone auf, als er beim allrusrühen 'Ableben seines sel. Schwagers dahier sich der verzweifelt dastehenden Wiuwe und deren zahlreichen, unmündigen Kinder in Rcuh und Tbar annahm. Wie ein liebender 'Barer iorgre er für die leereren. Theilrvene nahm er sie in sein Haus und erzog sie selbst: rheilweise ließ er sie auswärts in höheren Schulen auf feine Kosten ausbilden. während er für einige derselben sogar die Ausstattung und Aussteuer besorgte. Sein Austreten in der Gemeinde kennzrichner sich als ein in

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