Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 92 (25.11.1886)
- Date
- 1886-11-25
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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(50.S Niveau ftd)l, um sich wegen des Soljlc* der Gemeinde feine Schmerzen zu machen, -. das; sie sich van anderswo Schächter verschreiben, im Bunde mit einigeu gleichgesiumeu „säuern" den anderen Konkurrenz bieten und die „Taxe" jährlich so und so viel Mal dadurch vernichten, das; die armen Leute — diese bilden ja überall die überwältigende Mehrzahl der Bevölkerung — dahin kaufen gehen, wo sie das Fleisch nur einige Pfennige billiger bekonnncn können. Bei solchen Anständen ist, wenig-- stcns in früheren Jahren, ein Eherem des RabbinatshanpLes auf Andringeu der Wohlgesinnten ein sehr wirksames Veto und ein Smnulant zur Wiederherstellung von Regel und Ordnung gewesen. Auf diese unerquicklichen Verhältnisse nun baut der „Liberalnl," dessen Redakteur, nebenbei gesagt, ein in jungen Jahren getan fl er Jassyer Ben- Israel, mit dem griechischen Namen L'cnopol, seinen Hctzplan gegen die „Schcchita" und gleichzeitig gegen das israelitische Gemeindcleben. Er möchte gar zu gern das religiöse Amt des Schächters znm „Gewerbe" machen, denn erstens würden das Leute re Mehrere frei ausüben können, dadurch aber könnte keine Taxe bestehen nnd ohne sie keine Gemeinde, zweitens ohne Gemeinde, keine Aufsicht nnd darum keine Schechita. Ties ist ohne Zweifel die Kalkulation des genannten Redakteurs, und bei der offenen Brutalität, mit welclrcr in Rumänien gerade die Regierung, und allein die Regierung, den Israeliten cntgegemritt, stände allerdings ein Verbot des Schächteus sehr nahe - - - - wenn in diesem Falle die Wirthe, ohne welche der „Liberalnl" rechnet, nicht andere als die Regiernngsmänncr wären. (5's sind nämlich s ä m nt t l i ch e ch r i striche Schlächter. Tiefe sehen cs viel lieber, das; das Schlachtvieh unter der Hand des Schochers koscher hervorgehe,' da sie dann das Fleisch zu höheren Preisen den Israeliten überlassen können, während sie cs den Christen billiger verkaufen muffen. Ties allein versteht der „Liberalnl" mir seiner lächerlichen Beschuldigung, „das christliche Fleisch" müsse bei dem'„Monopol" der Schächter ebenfalls unter dem Schächtmeper pafsircn und dadurch würde es angeblich vcrthenerr. Tie Verdrehung aber liegt ans der Hand. Gin Zwang, das christliche Fleisch jüdisch.zu schlachten, liegt nicht vor: e s i ft d e r eigene, d e n ck r t ft 11 ch c n Schlächtcrn sehr erwünschte Vorrhcil, daff sie zuerst das jüdische Fleisch schlachten lauen, d. h. das Vieh, welches eventuell koscher hcrvorgehc» kann, und in dicscnr Fall bezahlen die Israeliten das Viehstück rheurer. Versteht sich, wird nur so viel koscher geschlachtet, als für den betreffenden Tag den Israeliten nöthig ist, rmd da die christliche Bevölkerung doch in der Mehrzahl ist, so passin der übrige 'Bedarf an Rind- und Zkleinvieh ausschließlich das christliche „Schäck.t"- Messer. 'Wird aber beim jüdlsch-riluettcn Schlachten ein Stück trefa gefunden und die christlichen Schlächter müssen es im T<'-tailverkauf billiger ablaffen, so können sie es ja auch, da ihnen das ganze Stück billiger zu stehen kommt und sie außerdem keine „Fleischtare" haben, billiger verkaufen. Die Toppelbeschnldignng des „L." ist darmn nicht nur unsinnig sondern auch um so mehr wahrheitswidrig, als die „Tare" der Israeliten nicht beim Schächten und vom Schächter, sondern beim Tvtailv erkauf und von den israelitischen Fleischbankinhabern erhoben wird, was dann eine israelitisch-private, auf freier Lercinbarnng beruhende und darum „gesetzliche" Angelegenheit ist, die ihn nicht augeht. 'Ans diesen! ergibt sich dann von selbst, daß die „ungesetzliche Taxe, welche die Schächter einheden sollen, ebenso wie die Zahl «0,000 in der Phantasie des „Liberalnl" cristirt. Tie Schächter, Rabbiner und das Anfsichtspersonal, also der ganze Schächrapparat wird mit einer jährlichen Ausgabe an Gehalt von etwa;.:o—3">,000 Francs seitens der Geureiudevetwa ltung bestritte» und diese ist es, der die Taxe entrichtet wird und doch nur in der angegebenen Weise, das; jeder Israelit, der ein ttrlo Fleisch kaust, einige Eemimes mehr zn zahlen bar. 'Wie man siebt, ist die ganze „Fleisch-Sache" eine rein israelitische, deren Regelung man umsomehr ihnen allein überlassen könnte, als sich ja die Regierung schon seit zwanzig Jahren in den internen Angelegenheiten der Kulrusgemeindcn nicht umgesehen har nnd diese eine amtliche Existenz gar nicht haben. Bei ihrer Eigenschaft als nicht reprästn larionsfähige Privarvereine, könnten nur noL Denunziationen ans ihrer Mitte der Staatsgewalt znm Einschreiten Veranlaqnng geben. Freilich bleibt cs unverantwortlich, das; die Fleischwirren sich w oft wiederholen, daß den Jndenverfolgcrn Gelegenheit geboten wird, sie als Handhabe zn benähe:', tun den ohnehin zerrütteten Gemeinden den leorer. Stoß zn geben und Angriffe auf eine religiöse I". stitntion zu riÄten. die durchs die vermourrgsmäßiz garaniirrer ötulmsfreiheir beycr geschützt sein sollte. R « ß k a n d. Dem Magistrat von Kalisch ist, wie der „Kalinauin" meldet, die Weisung erttreilr worden, die ausländischen jüdischen -ranstcnre und HandlnngsgedL.- sen, die kein Heimarhsrech: zur Nicderlaoung in