Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 90 (18.11.1886)
- Date
- 1886-11-18
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Safed 1× ep/1046078
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!Pi© ES©l©iiisa»ti©m -j-fl t,! ),£>,, ' j«-S «L»>- Zur örsrhielife der Kolonie *2p}T jT"D?* und ihr gegenwärtiger Zustand. (Schluss.*) ' Zwei Jahre ungefähr sind* verflossen, seitdem ich diesen Ort verlassen. Anfangs drangen schlechte Nachrichten zu meinen Ohren. Es liiess, die Regierung beabsichtige, die ganze Kolonie an sich zu nehmen, da der Mann, auf dessen Namen der Boden gekauft worden, ohne Kinder zu Unterlassen, gestorben war. Auch die Arbeiter wurden missmutbig, als sie ihre Bemühungen von keinem Erfolge gekrönt sahen; Einige begannen schon die Arbeit gänzlich einzustellen. Später jedoch fingen die unglücksschwangeren Wolken an sich zu zerstreuen und eine Heilesbotscliaft aus Konstantinopel - verkündete, dass Herr Scheid seinen Wunsch erreicht habe. In Flössen wurden nun_ vollständige hölzerne Häuser von Ga lat z nach ^^55• gesendet, das an der Grenze der Kolonie u2pJT liegt-. In kurzer Zeit wurde eine mächtig grosse Staut mit prachtvollen Gebäuden errichtet. die jedem Beschauer derselben einen wonnigen Anblick bot. Auf den Strassen wimmelte es von Menschen, bestehend aus Arbeitern aller Arten: aus Steinhauern, Bergleuten, Schmieden, Köhlern, Bauleuten etc. Die Kolonisten ihrerseits gewannen nun neuen Muth zu frischer Thätigkeit. Die späteren Berichte über den Zustand der Kolonie lauteten äusserst günstig und lieferten einen erhebenden Beweis dafür, welch’ Grosses eine starke Willenskraft zu vollbringen vermag. Und wahrlich, was ich mir nicht hätte träumen lassen. nahm ich mit meinen Augen wahr, als ich jüngst nach *222* kam. Ganz verblüfft und verwundert stand ich da, kaum im Stande, das herrliche Bild zu fassen. Ein neues Land eröffnete sich meinen Blicken. Der Boden hatte sein Ansehen erneuert und war reichlich geschmückt mit Früchten, die die Sonne gereift und der Trieb des Mondes gezeitigt. Verschwunden waren die Schrecken der Einöden, die Felsen waren von ihrer Stelle gerückt, so dass ich mich gar nicht mehr zurecht zu finden vermochte. Die Berge hatten sich in liebliches Grün gehüllt, die früheren kahlen Hügvl und Bergrücken erfreuten jetzt das Herz durch Weinstuck- und Oelbaumpfianzungen; dichtbelaubte Bäume streckten ihre Banken weithin aus, als wollten sie Jeden, der sich in 'ihrem Schatten zu bergen kam, liebreich umfassen; der Weinstock trieb seine Knospen und selbst der Johannisbaum reichte dem Besucher die Hand freundlich entgegen. Ich hin nicht im Stande, all’ die Pracht und Herrlichkeit zu schildern, die über diese Gegend ausgegossen ist; ganz besonders bezaubernd ist ihr Anblick, wenn sie vom strahlenden Sonnenglanze voll beschienen daliegt. Wahrlich, schön sind deine Fluren p--?„ 1 31. Lübniaiin. Sieben Wochen in (falilän. Von Jechiel Miohel Pines. V. Fortsetzung mul Schluss.*) Eine Talnuid-Torah-Anstalt befindet sich nicht in der Stadt, ausser drei Chedarim, welche die Erben des sei. R. Wolf der Babis (?) aus Rumänien nach dessen Testament unterhalten. Wie man hört, soll darin Aufsicht und Ordnung herrschen. Auch eine Jesehibah ist nicht vorhanden, obwohl sich der sei. R. 8. Heller grosse Mühe gegeben hatte, eine solche in Safed zu gründen; aber sein Bemühen scheiterte am Widerstande der Zeloten. Vor seinem Tode bestimmte er jedoch seine ganze Bibliothek und das Haus, worin sich dieselbe befand, der allgemeinen Benutzung, indem er holite, dass daraus von selbst *) 8. Xr. 170. •) S. Xr. 174.