Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 90 (18.11.1886)
- Date
- 1886-11-18
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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I .»!),» lim fliifö ‘Ha?. .'!) Die „Unheil" sind N'ie di,' Blutcflcl,-Mf .iiflfimiT nlui wie die Gislpil',e Xiefe 3,'iiu’ luMuciicn zugleich, iucUIjc UlUifunn die VlHiffluiiflcii von iJii'rticriiurtoiucacu Ijuiun, nicht minder aber die „christliche ^icbe" und die Höhe des Bildnugsgrades, welcher in Rumänien Hoch nvd Niedrig, besonders die Lehrer beseelt. Das Traurigste aber ist die Wirkung, welche dergleichen Beispiele ans die Erziehung der liiufiiflcn Ehristengeneration haben! Serbien. Belgrad. Im letzten Jahrzehnt hat sich die Situation der serbischen Inden bedeutend gebessert, man kann sic sogar als günstig bezeichnen. Bis vor wenigen Jahren dursten sie nur an zwei oder drei Orten des Landes wohnen, wahrend ihnen jetzt 'das Niederlassungsrecht im ganzen Laude gewährt ist. König Milan, welcher liberaler Gesinnung ist, hat die Gleichberechtigung seiner jüdischen Untcrtljanen gewisscuhaftdurchgesührt,nnd dieIndcn haben sich durch Mtz und Intelligenz der ihnen erwiesenen Wohlthat würdig gezeigt. Sie haben solche Fortschritte gemacht, daß sic von ihren Mitbürgern als Brüder betrachtet werden. In den beiden letzten Kriegen haben die Juden tapfer gekämpft, und gegenwärtig zählt die serbische Armee mehrere jüdische Ossiziere, welche sich der vollen Achtung ihrer Kameraden crsreucn. Die Betheilignng der Inden au dem össcntlichcn Leben ist eine erfreuliche. Es gibt kaum eine Bcrwaltnngs- oder Gerichtsbehörde, in welcher nicht Inden angestellt sind. In der Stadtverwaltung von Belgrad sind zwei jüdische Rärhe und die Skuptschina zählt zwei jüdische Dcpmirte. Erst vor Kurzem wurde ein Israelit zum Generalsekretär im Ministerium des Aeuszcrn ernannt. Die fürchterlichen Bedrückungen, denen die Juden in Rumänien unterliegen, und welche die Auswanderung vieler Taufende zur Folge hatte, haben auch viele rumänischen Familien nach dem benachbarten Serbien getrieben und dieser Zuzug wächst täglich. Die Unglücklichen aber kommen irn gräulichsten Elend dahin. So groß min auch das Mitleid mit den armen GlaubcnSgerroncn ist, so zwingt doch die Pflicht der Sclbsterhaltung die serbischen Inden zu dem Wunsche, dag sic vor weiterem Zuwachs bewahrt bleiben mögen. Amerika. Ncw-Aork. Die Missionsgesellschasten machen bekanntlich bei ihren Versuchen zur Bekehrung der Juden schlechte Geschäfte. Tie Berichte der englischen Missionsgesellschasten bringen wiederholt die 1 Klage, das; eine graste Summe närhig in, um einen Inden zu belehren, und das; der Belelnte selten etwas werlh ist. Bor einiger Zeit machte ein amerikanischer Missionär in einem öffentlichen Borlrage den Botschlag, das Bckchrnngswcsen lünstighin mehr vom „geschäftlichen Standpunkte" aus zu betreiben. Man solle anstatt nach armen Juden, die Netze nach Den reichen Israeliten auswerfen. Dieses würde sich schon durch die Beitrüge zu den Kirchen, denen sie angehören würden, gut bezahlen. Auch wisse er ans Erfahrung, daß gctanste Juden keilte so tüchtige Kauflentc seien, als ungetanste. Bon diescnr Standpunkte'würde cs lick daher für christliche Geschäsrskeute empfehlen, für die Bekehrung jüdischer Kansiente sich zu bemühen und sich dadurch eine unbequeme Eoncnrrcnz vom Halse .zu schaffen. Ncw-Aork. Ein amerikanischer Israelit, Bürger der Bereinigten Staaten Nordamcrika'S, machte eine Studien- und Vergnügungsreise durch Europa und kam während derselben auch nach Petersburg. Hier wurde ihm vom Polizcimeister die Ordre zngcschickt. daß er. weil er Jude sei, binnen :M Stunden die Stadt zu verlassen habe. Der Ausgcwiescne wandte sich an den amerikanischen Gesandten am russischen Hofe, Herrn Z. B. vc. Lothrop . dessen energische Intervention bewirkte, dass der Aüsweisüngsbcfehl zurückgeuommen wurde. A f r i k a. Gap der guten Hoffnung. (Gnpftrtbt.) Einem soeben von' der hiesigen jüdischen Gemetndc ..(’ape Town Hfhrcw ( onirregatiun“ veröffentlichten Jahresberichte müssen wir leider die traurige Nachricht entnehmen, das; die finanzielle Lage nnicrcr Synagoge eine nichrswcnigcr als befriedigende ist, da durch den andauernden schlechten Geschäftsgang viele Mitglieder nnferer Gemeinde von hier wcggezogen find, wodurch auch die Beiträge und die Spenden für das Gotteshaus bedeutend abgenommcn haben. Das Dcsicir in den Einnahmen benagt jetzt 2<>~> Livres Sterling, so dast der Schatzmeister (7-2-.- bvz) Der Snnagoge vielen Verbindlichkeiten gar nicht Nachkommen konnte. Zudem müssen wir jetzt auch mehrere Grundstücke zur Anlegung eines neuen r'-zrn reu < Friedhofes; ankanfcn, da das alte hier befindliche binnen Kurzem geschlossen werden wird. Unsere Gemeinde, die heule 11 n Mitglieder zählt, must daher an die Mild-Hätigkeit der letzteren appellircn, damit sic ihr in dreier bedrängten Lage beistehen sollen.