Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 90 (18.11.1886)
- Date
- 1886-11-18
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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XXVll. Mivflaii«]. Krilage zu Nr. 90 des Israelit. Leitender Artikel. Zur Statistik der Inden tu Spanien, Schweden, Iliueuiarli n.?.'>el>;ieu.*) Erft im Jahre 1 ss l wurde den Juden die Ansiedelung in Spanien rcdtflafj ßcftottct; jedoch wurde ihre Anzahl fdjuif in früheren Jahren auf circa 5000 aiiflcflffrii. Zu Madrid Jollen ilcticii .40 jüdische Familie ansässig sein, dieselben bilden jedoch keine Eümeinde imb den Pen keine Synagoge. In Kadir besteht eine 6-emcinde von m a n rot a n i s ch e n Juden. In Eluelvc und Reo Tinto sind ebenfalls Juden ansässig. Tie Meisten zahlt Gibraltar (5000), welches jedoch unter englischer Herrschaft steht. Ihre ökonomische Lage ist günftig; sie beschäftigen sich mit Geldgeschäften, -in Nco Tinto mit Bergindustrie. In vielen Städrcn gibt cs jüdische Konsule, in Barcelona ist der Generalkonsul ein Jude. Das Verhältnis; zur nichtjüdischen Bevölkerung ist derart gespannt, daß als Inden nach 1881 sich in Toledo anftedcln wollten, die aufgereizte Masse sie zum Abzüge zwang. Sie bedürfen eines energischen Schutzes seitens der Behörden; der Wohlstand der wenigen in Spanien lebenden Juden wird von der spanischen Bevölkerung scheel angesehen. — Tie Zahl der Inden in Schweden beträgt ungefähr 1800. Heber ihre Lage wird berichtet,' daß sie ökonomisch gut sitnirt sind und sich mehr mit der Landesbevölkcrnng als mit den ausländischen Juden solidarisircn sollen; der in (Rothenburg 187!» verstorbene Jude Magnus hiuterließ ein Legat von 200,000 M. zur Gründung einer Universität. — Tic Zahl der kn Dänemark ansässigen Inden betragt ungefähr 5000. In Dänemark wurdet! die Juden noch zu Anfang dieses Jahrhunderts nalnralisirt. Sie stammen von Archkenasim; haben sichln Sprache und Kleidung afsimilirr, ein Brnchthcil nur erhielt noch die deutsche Sprache im täglichen Gebrauche. Tie gegenwärtige Generation ist dänischpalriotlsch gesinnt, und die jungen Kräne imterüiiocn die Fortschrittspartei. Ter Führer derselben, Georg Brandes, ist ein Jude: trotz feiner AMnilationsrichtung bewies er, daß er seine 'Angehörigkeit an den jüdischen Stamm deutlich empfinde. — Belgien *» Nach der von uns mehrfach crwähnren -Lchrifr von Alfred Stosiig. | zählt nach neueren ofsieiellen Berichten -looo jubelt. In Belgien leben die Inden im Wohlstand; sie nehmen als Kanflente und Beamte eine sehr geachtete Stellung ein. Aach ossisiellen Berichten gibt es in Belgien und Holland:! Senator, :r Ministerialdirektoren, l Appetlationsgerichtsrath, l Friedensrichter, 2 Prokuratorenasfistenlen, 1 Staalsingenienrs, 4 llniversitätsprofefforen, :s Majore, o t^arde-.Kapilänc, 0 königliche Advokaten, 2 EisenbahnstatioilSchcss, l Direktor der königlichen Teppichfabrik, 2 Gouverneure des königlichen Mnnzamtes — vom jüdischen Stamm. — Zeitttttgsttachrichteir und Evrrespoudenze». Deut s ch l a n d. Speyer (Rhcinpfalz), 14. November. Das in der jüngsten Nummer Ihres geschätzten Blattes bereits erwähnte von circa ll". angesehenen hiesigen Gemeinde-Mitgliedern an den Gemeinde-Vorstand gerichtete dringende Gesuch, seine Berordnnng, wonach von allen größeren Haphlhora's in wenig Sinn habender Weife nur noch — Bruchstücke — vörgctragen iverden dürfen, wieder zurück zn ziehen, hat man — abznlehnen beliebt. In welcher, thcilweise herausfordernder, Tonart das diesbezügliche ablehnende Schreiben gehalten und mit welcher Sorte von Gründen man die Ablehnung zu motivircn am Plane fand, davon werden sich die geehrten Leser dieser Zeilen leicht sofort einen Begriff mache» können, wenn wir nur kurz den einzigen Umstand erwähnen, das; der Vorstand des Srmagogen-Ansschnffes, der das ablehnende Schreiben nnterzeichncl, dem Indenlhnmc bereits derart entfremdet ist. das; er auch nicht mehr den entferntesten Anstand daran nimmt, sich am Sabbate, den er auch sonst in jeder Weise entweihet, auf die denkbar öffentlichste Weite seine Eigarre recht vortrefflich schmecken zu lassen. Allen auch nur entfernt noch religiösen hiesigen Gemeinde-Mitgliedern mochten wir jedoch heule schon den dringenden Rath enbeilen, mir allen Klärten dahin zu wirken, daß dieser Mann bei der nächsten Vorstands-Wahlans dem Vorstands-Eolleginm wieder entfernt werde, wenn sie nicht :uir voraussichtlich noch ferneren sogenannten „Verbesserungen"- welche angeblich dein Gottesdienste die geziemende