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Der Israelit · 1886-11-18 · Heft 90 (18.11.1886) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 90 (18.11.1886)
Date
1886-11-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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■1561 sich, ohne ihre eigene Initiative! zu einem entscheidenden Scheitle gedrängt univbjcit, erschien ihnen doch nicht rmrect, machte sie ein,n -Ingenblick verwirrt; alleim es traten in dein Momente mehrere Nnisiäude znsaninicit, die sie bestimmten ans <>>ol '.ingerS Wunsch cinsngchen. Sie hatten zu 'Ghren det^ebnrtvlagSsinveS eine soitlptnenscS MittagS-- inahl al'gehnlten, halten nicht ün> gut gegessen, sondern auch viel nnd gut getrunken. Sic ivaren nicht geradegi berauscht, aber doch nichl so nnchtern, nni sich rascch rin eigelles Nrtheil bilden zn fmimm. Die Wortsängerei Golzingerö erschien ihnen nicht als solche. Hornecks -lensternng:.- „meine Fra» nnd ich lverden uns ja nnscr Geld nicht mit iils tffiab ^nehmen," tvelche von Seiten seiner Fra» keinen ' chSidersvrneh erfahren, konnten im Zusammenhänge mit dem Boi hergesp: ochcnen leicht iil dem Sinne, mie es (stolziuger gethan', zn lVnnsten seines Sohnes anfgefaht lverden. Auch hatte del -lnrgerineisler den Baron bei seiner sehtvaehen, Seite gesagt, es eüchien ihm nicht gentlemantlke dhrctj ein -oermeigern des mm t^olzinger gestellten ülnirageS einen Zmriscl an seine Wahl Hastigkeit nnd trhi enhasligkeit anskonimcn zu lasseil. -j'a^ die Baronin anbelangte, ljatte sich tSolzingcr gteic!>;ei,sjg all il>r Heiz ge> lorndrt. Ihre Schloester, LörrnzruS Mutter, ivar ln der Thal ihre nächste iml) ^'ingge Bllilövermandtr, sie hatte, lvenn sie t()i' Vcrnlögcn nicht ellva sroinlilcn oder ivohlthiitige» /Stistlliigrn hintrrlassen waltlr, eS in der Thal Niechand Anderem als ihrer Schiueber oder deren Litlde I>iilterlasseii fön non. (viihlhi) halte die Dl ohniig deS schlane» BianneS, die -tenoandten des.Barons, die-sich in der Dhnt sehr schlecht gegen sie bciionnnrn, ihnen grenzenlose Verachtung betviesen hatten, föimtcn in den Besitz ilirrs Vermögens gelangen, zn Loren;' Gnnslen ein - ge nni kt, illld vielleicht lvar gerade diese Besürrhlnng für sie die am meisten heftimnicnbe. ES mal' eine kleine Panse eingetrcte», loährcnd lvetcher die. Baronin ihre» Gatte» fragend anblickte, endlich sprach sie: „Wen» cö Dir recht ist, bin ich mit unseres Schwagers Vorschlag einoerstanden, und fmmh’ii mir ans morgen Vormittag den Advokaten bestellen lassen." Der Baron lvar, wenn er. sich in guter Weinlannc befand-, weichen Stinnnimgen zugänglich, .alS „halbtanscndjähriger Gdclmanii," wie er sich zu bezeichncl, liebte, ivollte er sciiier. Frau, deren Nachgiebigkeit und Giitgegenkoinnien ihn rührte, nicht »achslchen, nnd er sprach mit. theatralischem Pathos, aber trotzdem verniiiisttger als er dies sonst zu ihm, pflegte: , l . ■ s „Ich habe unser Leben durch den Glanz eines halbtansrndjährigen NanicnS geschmückt; aber das graste Vermöge;^, hast Dil Mathilde, mitgebracht; darüber grbilhrt Dir das erste Wort, ist cs Dir rrrht, das; ivir schon jetzt, nnsern letzten Willen zu LorrnzenS Gllnstcn abfaffen, so kann Schwager Golzinger feinen alten Lollegen Dr. Bolbrecht hierherbtstellen." „Ich tvillische iliid hoffe, das; mein Lorenz seine Gib schaff erst als atteS, graneS Männlein antritt!"' rief Golzinger mit portrefflicher Schauspiel t linst, ein prächtiges Schluchzen iinitirend nnd applicirte seiner Schtvägcrin einen Knst ans die Hand, das; er nur so klatschtL-! - „Also jetzt," meinte der Baron zu Golzinger gctvendet, „nachdem mir durch unsere Grostinnth, die Znkllilft GnreS Sohnes bezüglich des Bcrinögens sicher gestellt habe», lvcrdct Ihr doch hoffentlich nichts dagegen cinznwenden haben, das; Euer Lorenz in die Fnsttapsen feinet SheimS.imb WvhlthätcrS tritt illld Soldat wird, loas, Ihr alter Schafskopf-" Golzinger' sthlnckte beu „atten Schafskops" mie eine verzuckerte Pille mit eine»! Lächeln, daS sein Spasj-Bcrständnisj anSdrücke» sollte, hinunter, und erwiderte: „Ich . nntertverse mich ganz dem, was Sie, hochverehrter Herr Schwager und Sie, gnädige Iran Schwägerin, über meinen Lorenz verfügen." „DaS könnt Iht mit voller Beruhigung. Ich meide ihn, sobald er daS hierzu nöthige Alter besitzen wird, als Kadet, bei dem Uhlanciiregiment, bei dein ich selbst gedient, cintrctcii lassen." „Hw," räuSperte sich Golzinger" ostentativ und vernehmlich, „wenn Sic so meinen; . aber „WaS habt Ihr tviedcr zu.aber», Ihr alter Nrchtsnerdreher schrie der Major humoristisch, aber doch mit einem Anfluge von Ungeduld. Ter Bürgermeister legte den „alten Rechtsverdreher" zn dem vor Kurzem nicdergeschlucktcn „Schafskops" nnd cnvidcrte unterwürsig: „Ich habe es ja schon gesagt, hochverehrter Herr Schwager, das; wir, ich und mein Sohn, uns blindlings Ihrem Wellen unterwerfen; aber .. . . ." Golzinger stockte nnd that als wenn er verlegen zu Boden blickte. „Sakkerment hinein!" wetterte der Major und drehte in nervöser Aufregung die Spitzen seines gewichsten Schnurrbartes. „Was habt Ihr denn? WaS wollt Ihr noch? xedet deutsch! heraus mit der Plempe!" ■■ „Wenn Sie durchaus meine unmaßgebliche und nnvorgreifliche Meinung wissen wollen, hoch-

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