Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 88 (11.11.1886)
- Date
- 1886-11-11
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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XXVII. Ctoftrflfluß. Zmkitk ili'ilnnt ju Nr.!ll! des si'ni’üt. Zertuttgsirachrichten iiub Korrespondenzen. Deutsch l a n d. Heitbronn a. N., Ende October. In herkömmlicher Weise hatte auch diesem Jahr wieder der Ausschuß des aus circa 75 jüdischen Äir^lledern bestehenden Vereins „E i n k l a n g" dafür 2orßc getragen, das; am mr> - Abend (2t. Skwbcr) ein Ball stattstndcn kannte und zwar erstmals in den Totalitäten der Harmonicgcseüschast. Letzterer Verein zählt zu den wenigen, hiesigen Gesellschaften, welche jüdische Kanflcute nicht anfnchmen, weßhalb man auch sehr verwundert war, das; der Vorstand de« „Einklang" daraus cinging, diese Lokale zu benützen, umsomehr als derselbe seiner Zeit in der Eigenschaft als Tirector der Filiale der seitdem aufgehobenen süddeutschen Proviuziülbünk hier sich bei obengenannter l^cseüschasl anmelden liest und nicht ausgenommen wurde. Um dem Verein „Einklang," welcher in letzter Zeit stark in's schwanken geralhen, wieder eine Aimrischung zu geben, kam auch noch der Herr Vorstand, welcher gleichzeitig die Ehre bat, „Kirchcnvorsteher"*) zu fein, auf die Idee, mit dem Ball ein Abendessen zu veranstalten, welches jedoch, weil in einem christlichen Lokal, nicht ganz koscher sein sollte. — Der Herr Vorstand lies; also eine Einladung an sämmtliche Mitglieder ergehen, behufs Einzcichuung der gewünschten Eonveris. Nicht allein in Kreisen, welche austerhalb des Vereine stehen, sondern auch unter den Mitgliedern selbst war man „indignirr," und so geschah es. das; von 75 Mitgliedern, 7 „sage neben" sich bei diesem nichlkoschercu Essen bctheiligrcn. Es beweist dies, das; der Relrgionsstnn auch hier nicht so weit gesunken ist, wie einzelne.Reformer cs gern haben möchten. Honen wir zu Eon. dast der religiöse Sinn stch immer mehr kräftigen möge: Lestcrr.-Ungar. Monarchie. Wien, 26. Oktober. Aus Lemberg und dem Abgeordneten Tr. Bloch Magen cingelanscn, dast man dorrscibsr die jüdischen Soldaten am rAenjahrs- "i heißen in Bürneuiterg die L^negogenrorseber. NNO Vetsöhnnngsiage vom Dienste nicht dlspensirt hat und so entgegen dem .Reglement ihnen die Möglichkeit verweigert, am öffentlichen iMresdienst der Gemeinde thcilzunehmen. Einzelne Fälle ähnlicher Art sind im letzten Jahre auch in Wien vorgekommen. Abgeordneter Tr. Bloch nnterbreiiete diese Angelegenheit dem Landesvertheidigungs-Minister. Derselbe hat mir grostem Wohlwollen die Angelegenheit anfgcuommcn, und mir allem Nachdruck erklärt, das; der bestimmte Wille des obersten.Kriegsherrn ist, die religiösen Empfindungen bei den Angehörigen des Heeres sorgfältig zu schonen und jedem Loldaten und Ofsicier die Möglichkeit zu gcrvähren, die Pflichten gegen seine Eonsession zu erfüllen. Ter Minister ersuchte den erwähnten Abgeordneten um ein schriftliches Promemoria, um über etwa vorgekommene Verstöste gegen das Reglement Erhebungen cinznlcileu und sie für die Zukunft unmöglich zu machen. E e n t r a l - A s i e n. Bockharn. (Schluß.) Am jüngsten Disch.ah- Beab waren hier, - wie üblich, während des ganzen Vormittags alle jüdischen Geschäftsläden gesperrt, um erst Mittags wieder geöffnet zu werden. Da cs hier keine öffentlichen Uhren gibt, welche die Mittagsstunde verkündigen, so wartet man gewöhnlich, bis der Munzim tGebelansrnfer) ans dem Mknarer der berühmten Usbendschi - Moschee erscheint und von demselben herab die (Gläubigen anssordert, zur üblichen Andacht in die Gotteshäuser zu eilen. 'Während wir nun am_ Tischah - Beab in unseren Synagogen auf dem Fußboden saßen und über die Zerstörung Jerusalems klagten und weinten, traf eine große .Uarawane aus der Stadt Scharki hier ein und lagerte stch. da sie im Iudenviertel alle Geschäftsläden gcschlonei fand, gerade vor unseren Häusern und verlegte so die Wege daselbst. Als die auflen te später aus den Synagogen beimkehrien und ihre Gcschäftsläden öffnen wollten, da fanden sie die Straßen voll vonKamcelen, Pferden, Eseln und hernrnlnngerndcn Usbegen und Tadschiks. Letztere wollten nun ihren Lagerplatz in den Straßen durchaus nicht räumen und kam es daher zwischen ihnen und. der jüdischen Bevölkerung zu einem starken Wortwechsel, wobei ein Jude einem Usbegen die Kopfbedeckung vom Haupte riß und gegen den