Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 84 (28.10.1886)
- Date
- 1886-10-28
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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litt ilttk feinem (befolge uovft iftiiflcvc .'feit, ntöljvenb mich die Rcftcotortc in die Schnall) auf meinen Posten vielen, 2o niijicfiifjv sch los; der Redner unter Icbljnftcm Beisatt seinen ilUnlvon, mto dem wir nur die interessanteren, weniger netamuen Einzelheiten innerhalb des Rahmens dieses kurzen Referates znsanunengezogen haben. In der sich an den Portrag anschließenden Tiskussion erklärte Dr. Herzberg ans eine diesbezügliche Anfrage, das; die Missiouscolouie Artuf in völliger Auflösung sei und auf ihr nur noch „v e r w o r feu es (8 esiudcl" weile, das „sich vielleicht schon zehnmal habe taufen lassen, und der Mission selber zur Last falle," worauf der Vorsitzende die Versammlung schloß, die ein erfreuliches Zeugnis; von der regen Theilnahme weiterer Kreise an "den Geschicken deS Landes der Väter ablegte. Bl. Berlin, 25. Oct. Die deutschen T h i e rschützvereiue versenden soeben ihre neue Petition gegen bji» Schächten, nachdem sie in den vergangenen Wochen die Provinzen mit hunderttausenden Exemplaren jener Nummer des antisemitischen „Deutschen Tageblattes," welche ihre Sache eifrig verfocht, überfluthet hatten. Tie Petition, welche anscheinend von einem Juden (Joachimsthal, Berlin, Monbijouplatz) unterzeichnet ist, enthält die bekannten, unwahren, inhaltslosen und schon tausendmal widerlegten Angriffe gegen das rituelle Schächten der Thiere. Auch die Petition wird in vielen Tausenden von Cremplareu überallhin versandt.- Inzwischen hat die Negierung selbst durch Anfragen bei vielen Rabbinern, ob der Genickflich vor dem Schächten religionsgefetzlich erlaubt sei, sich Material verschafft und auch anderweitig mit der Frage eingehend beschäftigt: sä m mtliche Rabbiner haben mit einem absoluten Rein geantwortet. Am 15. 9! ov e m b er tritt der deutsche Reichstag zusammen: G ein ein de n, ha11et (5*nre Gegenpetitionen bereit; Bl. Berlin, 25. Oct. Das zweite Heft des ersten Bandes der „Zeitschrift für die Geschichte der Juden i n D e u t s ch l a n d" ist heute erschienen. Dieser zweite Sproß der „Historischen Commission" erscheint in einem reineren und vornehmeren Gewände, als sein Vorgänger mit seinen beleidigenden Angriffen gegen das gesetzestreue Jndenthum und denen Bekenner. Der allgemeine laute Protest hat anscheinend rasch geholfen, nichts mehr von Parteilichkeiten nnd Verdrehungen, hier arbmet uns die reine historische Treue entgegen, die Keinem zu Lieb und zu Leid die nackten Thalsachen der Vergangenheit zu uns reden läßt. Das Heft enthält zunächst zwei Aussätze: „Zur Erinnerung an Moses Mendelssohn," mitgetheilr von L. Geiger nnd R. M. Werner; es sind theilweise recht interessante Briese von. an und über Mendelssohn, die bezeichnende Schlaglichter ans die Judensrenndlichkeit der Freunde des Philosophen werfen. Tie zweite Arbeit von ))\, Höniger „Zur Geschichte der Inden Deutschlands im Mittelalter" hat besonders in feinem zweiten Theist- („Gin reichsgcrichtliches llrtheil ans Grund des Gutachtens einer wiffeuschaftlicheu Commission in Sachen die Anklage des rituellen Christenmordes") eine eminente Bedeutung, die wir an anderer Stelle darlcgen werden. An diese Arbeit reiht sich ein Aufsatz von H. Breßlan „Diplomatische Erläuterungen zu den Judcnprivilegien Heinrich'S IV." und eine Abhandlung von Tr. I. Krakauer „Tie Konffscation der hebräischen Schriften in Frankfurt a. Dt. in den Jahren 150V und 1510." G. Wolf gibt ein interessantes Verzeichnis; der Prager Juden, ihrer Frauen, Kinder und Dienstboten im Jahre 1546, und L. Neustadt gibt einen kurzen Beitrag zu der „Bedeutung der jüdischen Gemeinde in Frankfurt a. M. seit dem sechszehnten Jahrhundert." In den „Miscellen" veröffentlicht Leopold Löwenstein, Bezirksrabbiner in Gailingeu, Bemerkungen über die Memorbücher und Moritz Stern kleine Beiträge zur .deutschen Geschichte aus jüdischen Quelle». Hannover, 24. Qct. Am mm nncsr verschied der in allen jüdischen Kreisen rühmlichst bekannte kgl. Finanzagent, HerrKoßmaun Lehrend, im Alter von 86 Jahren. Die Beerdigung findet morgen statt. (Ter Verewigte, ein durch Frömmigkeit und Wohlthätigteit, wie durch talmudische Gelehrsamkeit hervorragender Mann, war ein Nachkomme des berühmten Königlich Polnischen Residenten Rabbi Barmann 7"2r (Lehrend Lehmann) aus Halberstadt und als solcher Präsident der Verwaltung der von diesem gestisteten „Klans" (Beth-Hanndrasch) daselbst. Schon bei Lebzeiten hat der Heimgegangene die Verwaltung dieser großartigen Stiftungen Herrn Benjamin Hirsch in Halberstadt übertragen. — Red.j Kassel. 24. Qctober. Einen überaus stürmischen Verlauf nahm die gestern Abend im Gasthause „Zum Anker" zu Wehlheiden aus Veranlassung des Kasseler „Reform-Vereins" abgehaltene antisemitische Volksversammlung, in welcher als Hauptredner der Herausgeber nnd Redacreur des „Geldmonopol", L. Werner aus Gaffel und Dr. Böckel aus Marburg, welcher sich bekanntlich als judenfeindlicher Mund- und Federheld „Dr. Capistrano" zu