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Der Israelit · 1886-10-28 · Heft 84 (28.10.1886) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 84 (28.10.1886)
Date
1886-10-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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M H4, XXVII. Jahrgaii«. Ei» Zentral - Hrgan für das orthodoxe Zudenlhum. Herausgegebcn von Lehmauu in Mainz. Donnerstag, den 5£$. Oktober JS&47 (Z8KS). Leitender Artikel. Mach. ii. Mä knz, 25. Oktober. Wir haben im vorigen Kapitel darauf hingcwiese», daß Noach nur im Verhältnisse zu seinen bösen Zeitgenossen als ein gerechter, vollkommener Mann erschien. Unsere Weisen führen das im Tractat Sauhedrin (109) näher aus. Der Eine deutet das Wort vrrna zu seinem Lobe. Hätte Noach in einem andern Zeitalter gelebt, in welchem das Beispiel edler, frommer Männer auf ihn gewirkt hätte, so wäre er ein noch größerer Zadik geworden. Der Andere deutet es ihm zum Tadel. Hätte Noach im Zeitalter Abrahams gelebt, so wäre er im Vergleiche mit diesem großen Manne gar nicht beachtet worden. 121 sin 12s 12 ^2 vfyi sin. Beide Ansichten lassen sich wohl mit einander vereinen. Wäre Noach im Zeitalter Abrahams so gewesen, wie er in Wirklichkeit war, so wäre er allerdings kaum beachtet worden; aber cs ist mit Bestimmtheit anzunehmcn, daß Noach sich am Beispiele eines Abraham zu einem größeren Zadik cmporgcarbeitet hätte. Zn der heiligen Schrift sind uns einige Züge aus dem Eharakrerbilde Noachs angedeutet, die das Urtheil der Weisen rechtfertigen. „Und es kam Noach und seine Löhne und seine Frau und die Frauen seiner Söhne mit ihm in die Arche ^221 '2 222 gedrängt von den Gewässern der Fluth." (1. B. M. (5. 7. V. 7.) P2S2 «W P2S2 'M n:2S 22?2 ru :c'2n mpmr 1>' n2*rr S7'. ten „Auch Noach gehörte zu den Kleingläubigen; er glaubte nur halb, daß sich Gottes Wort in Bezug auf die Flmh erfüllen werde und ging deshalb nicht früher in die Arche, bis das andrängende Wasser ihn dazu zwang." — Wie anders dagegen benahm sich Abraham! '12 vcsm. Sein Vertrauen zu Gott, sein Glaube an Gott waren unerschütterlich, konnten von keinem Zweifel bewegt oder gar verringert werden. Gott hatte ihm verheißen, daß ihm durch Jizchak ein großes, der Menschheit znm Segen gereichendes Geschlecht erblühen werde, und da Gott diesen heißgeliebten Sohn Zizchak zum Opfer verlangt, murrt Abraham nicht, widerspricht nicht, zweifelt nicht und zögert nicht einen Augenblick,' Gottes Geheiß za erfüllen. Auch von einem andern Vorwürfe ist Noach nicht frei. Da Gott ihm die beabsichtigte Vernichtung des Menschengeschlechts, verkündet.,.... da hat Noach kein Wortder Fürbitte für die dem Tode Geweihten. Er thut, wie Gott ihm geheißen, und bereitet die Rettung vor für sich und die Seinen. Das Geschick der Änderen läßt ihn unbekümmert; er macht nicht einmal den Versuch, des Allbarmherzigen Gnade für sie zu erflehen. Und doch handelte cs sich auch um seine Brüder und Schwestern, um die Verwandten seiner Frau und der Frauen seiner Söhne! Als dagegen Abraham erfuhr, daß die sündigen Sodomkteu dem Tode geweiht waren, erflehte er wiederholt und wiederholt für sie die Gnade des Allerbarmers. Tie Liebe und das Wohlwollen, die Abraham dadurch für ihm ganz fremde Menschen, für Sünder und Verbrecher, bewährte, dieser höchste.Grad der allgemeinen Menschenliebe, der Humanität, sie sind das köstliche Erbttjcil seiner Nachkommen geblieben. Was veranlagte, fragen die Weisen im Midrasch, den Juden Mordechai dem heidnischen Könige Ahaswer das Leben zu rettend Sein Eingreifen in eine Verschwörung war nicht ohne Gefahr für ihn; die Verschwörung hätte trotzdem gelingen könne», und

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