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Der Israelit · 1886-10-12 · Heft 81-82 (12.10.1886) · page 32

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 81-82 (12.10.1886)
Date
1886-10-12
Page
– (sequence 32)
Language
German
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H diesen Ki’iinU*• 1111/i11s«*rn für die Kriinkctii resemrf, «litt sieh aber Maselbst eine* ärztliche Hilfe mul ohne jegliche rllego!»elimb n. Kin Grauen■ erfasst e. in ich, als ich durch dieses Zimmer schritt und di«; hciy.zeiTeissendeii Klagen der armen, hilflosen Kranken vernahm, ich brauchte die Kranken nicht zu fragen, denn das, was mein« Augen sahen, genügte, um mein Herz aufs Tiefste zu ergreifen. Damals gelobte ich mir, die Sache zu veröffentlichen, und dieses Gelübde erfülle.ich hiermit. Ich will nicht untersuchen, wer an diesem Misstande die Schuld trägt. Der Eine schiebt die Schuld auf den Anderen und schliesslich klagen Alle, dass die Spenden aus dem Auslande allzu kärglich eingingen. Dem sei nun, wie ihm wolle, das wissen wir, dass Safed eine jüdische Einwohnerschaft von 5 000 Seelen hat, dass der grösste Theil von diesen arm ist und dess wenn einer von ihnen krank wird, er der grössten Hilflosigkeit preisgegeben ist.' In dieser Beziehung ist also das Unternehmen des Vereins ein durchaus lobenswerthes und verdient von allen Zionsfreunden unterstützt zu werden; hoffentlich erklären sich auch die sehr verehrten Herren Rabb. Dr. Hildesheimer, Dr.Lehmann und Dr. Salvendi bereit, Spenden für diesen Zweck entgegenzunehmen. *) Wenn aber der Verein wähnt, durch diese Thätigkeit allein die 33ission nachdrücklich bekämpfen zu können, so irrt er sich; und so irren Alle, die da glauben, mit materiellen Mitteln allein die Verführer unschädlich machen zu können. Der Verein sagt in seinen Statuten, dass er seine Thätigkeit nur gegen die Thätigkeit der Missionäre richten wolle. Ein Beispiel: Wie Jene Lanke heilen, so wollen auch wir Kranke heilen; wie Jene Arme ernäliren, so wollen auch wir Arme ernähren; wie Jene die Kinder in Handwerken unterweisen, so wollen auch wir sie Handwerke lehren. Das ist gewiss ganz gut; aber bedenket doch, dass wenn Ihr den Kranken Arzeneien gebet und ihnen vielleicht noch ärztliche Hilfe gewähret, Jene ihnen noch dazu während der Krankheit und der Reeonvalescenz stärkende und kräftigende Nahrung reichen, sie mit warmen Kleidern und mit Schuhen versehen und vielleicht auch *) Ich bitte innigst nm solche! Salvendi. j mich ihre Kamillen ernähren. Glaubet Ihr das auch leisten zu können? Kelchen hierzu Murre Mittel aus? Zwei Krankenhäuser-gibt es in .1 erusalem, eins, das der Gemeinde gehört, und eins, das von Kothsehild gegründet wurde. Die Vorsteher dieser beiden Krankenhäuser ihnen ihre Ptiieht, indem sie die Kranken in das Hospital aufnehim n und sic während der Krankheit verpflegen; wenn der Kranke geheilt ist , so wird er ent- und durch die ungenügende Ernährungsweise zu Hause verfällt er wieder in Krankheit, so dass er wiederum das Krankenhaus aufsuchen muss, und so wiederholt sich dieser' Kreislauf, bis der Tod ihm ein Ende macht. Aelmliclt ist es mit der Ernährung der Armen. Könnet Ihr einem Armen mehr gewähren, als durchschnittlich einen halben Franc? Wer sich aber an Jene wendet, der bekommt reiche Spenden für Nahrung, Wohnung und Bekleidung. Und so ist es ähnlich mit dem Handwerksunterricht. Da genügt es auch nicht, bloss die Kosten des Unterrichts zu tragen, man muss vielmehr auch finden Unterhalt der Zöglinge sorgen, und wie gering muss da die Zahl der auszubildenden Jünglinge sein, da Ihr nur über sehr beschränkte Mittel vertilget! Darum sage ich: Wollet Ihr Gutes thnn. so timet es um seiner selbst willen, nicht zur Bekämpfung der Mission. Wollet Ihr aber die Mission bekämpfen, so versehet Euch mit schneidigeren Waffen. Meidet Alle, die sich mit den Missionären einlassen, haltet sie fern von Euch, deutet hin auf das Verächtliche ihrer Handlungsweise; die Schwachen aber warnet in liebevoller Weise. Auch hier in Jerusalem haben wir Hinauf diese Weise Erfolge erzielt. Als die Flüchtlinge aus Russland und Rumänien hier ankamen, da Hessen sie sieh anfangs auch von den Missionären umgarnen, weil sie glaubten, dass Alles, was Jene tlüiten. nur ein. Ausfluss reiner, uneigennütziger Menschenliebe sei. Als man sie aber aufklärte über die Absichten jener Wohlthäter und sie einen Begriff bekamen von der Gefahr, in der sie schwebten, da fühlten sie sich von ihrem Gewissen gedrängt, ihr Seelenheil nicht auf das Spiel zu setzen. — (Schluss folgt.) Für die uns zum n:"'iTw*X1 zugegangenen ausserst zahlreichen Glück- und Segenswünsche sprechen wir, da eine Einzelbeantwortung uns unmöglich, den freundlichen Gratulanten auf diesem Wege unseren tiefgefühltesten Dank aus und wünschen jedem Einzelnen von ihnen eine n2%.S HST" ^£3- Dürkheim, kÄMS Df. 8sK«lL ' LruS von OSccr Lehmann.

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