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Der Israelit · 1886-10-12 · Heft 81-82 (12.10.1886) · page 31

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 81-82 (12.10.1886)
Date
1886-10-12
Page
– (sequence 31)
Language
German
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Siiei'ligkeiieii verursach«». Denn wenn HÜ, auch jetzt reich sind, hu warnt nm tlur.li früher arm, mul stivrk«'» noch hnilr. ihn* Hund nun, wiu sie rs früher gctlmii. D.iram wuu«üo»' mau sich uii'iit, «lass ilitt tiiiiliriiiiisr.lt.rn h*diu ihr Vermöge» aut'!u ilig« ui Bode» erworben, nach wiu vor au der „riialukaii“ purlicipir«»; sie wollen »lies», eben nicht Jenen, di« ehensoreieh sind, alluin überlassen. Aber, wie kommt es, könnte man mit Recht fragen, dass die fanatischen Cbassidäer, die doch sonst stets bereit sind, über Denjenigen herzufallen, der ein ihnen anstüssiges Wort luisspricht, jeden anders als sie Denkenden bis zum Tode zu verfolgen; wie kommt es, dass sie mit Gleichgiltigkeit auf Diejenigen sehen, die mit den Missionaren gehen?! Dass sie sogar den Täufling Otscliard unterstützen?! Die Antwort auf diese .Frage ist, dass dieser Täufling gefeit ist durch sein Geld. Man muss mich nicht falsch verstehen. Es ist fern von mir die Gemeinde Safed zu beschuldigen. als wenn sie die Missionäre unterstützen wollte: ich weiss wohl, dass fast die ganze Gemeinde darüber betrübt ist und dass nur sehr Wenige sich mit dem Täufling einlassen, aber ganz rechtfertigen kann ich sie nicht, dass sie denen nicht wehren, die mit Otscliard verkehren. Ich frage: Dir Abkömmlinge des Pinchas, wo ist Euer Eifer, wo Euere Kraft, wo Euere Stärke?! Ihr wäret ja sonst nicht gewohnt, Eueren Eifer zu massigen, wo es eine heilige Sache galt: warum schweigt Ihr hier?! Oder sollte der Grand darin bestehen, dass Ihr an diesen Abfallenden keinen Frevel findet, weil sie sich dadurch ernähren und vom 8 finden lohn ihr Leben fristen?! Darum kann ich die Bewohner Safed’s nicht rechtfertigen und muss ihre Häupter anklagen. Vor Jahren war in Safed eine Apotheke, die auf Rechnung der Chalukah-Gelder erhalten wurde. Die Beschaffenheit und Einrichtung hat der selige R. Mendel Lunski in seinem Werke beschrieben. Jedenfalls ist wenig besser als gar nichts, und konnten wenigstens die Kranken ihre Rezepte aus der Gemeindeapotheke erhalten. Seitdem Otscliard nach Safed kam, fehlte plötzlich das Geld in der Gej aaemdekasse und die Apotheke wurde geschlossen.! Der Apotheker zog nach B e i r u t h. kaufte neue i haaren und eröfinete auf eigene Rechnung eine i neue Apotheke. Otschard vereinigte sich mit; ihm, tun seinen Kranken fiir eine bestimmte : Summe Arzeneien zu geben. Ich will keinen I I erdacht aussprechen, ob etwa ein innerer Zu- - sammenhang besteht zwischen der Ankunft von •; Otschard und dem Schliessen der Gemeindej Apotheke, aber wenn solche Zuialle sich ereignen.! so muss man sich die Frage vorlegen: was ist . thnn? Es ist dies eine von Oben gesandte : Drüfung, um zu sehen, ob Ihr sie bestehet, — ] aber adi! Ihr seid gestmuelieli. Als Ihr den Verführer in Muer Grhiei. kommen sühnt, da habet Mir nielitden Mulb gehabt, ihn Kurli lern zu Indien, uml indem Ihr Muer« Apotheke geschlossen,* hübet Ihr ihm Veranlassung gegeben, dass ersieh wie einen Minheimiseheii betrachtet. Ist denn kein Mille) vorhanden, die Apotheke zu erhalten? Ein fernerer Melder bestellt darin, »lass die Häupter der Gemeind« »len Arzt unterstützen, der ruu'I^ der Arzt der Missionäre ist. Ich kenne zwar den Arzt nicht, ich weiss nicht, ob «r etwa selbst zu den Missionären gehört, oder ob es ihm nur ums Geld zu tliun ist. Aber sei dem wie immer, wenn die Priester, die im Üniaste mpel opferten, untauglich für den Tempel waren, um wie viel weniger kann man dann einen Priester zulassen zum Heiligthum, der einem fremden Cultus dient.*) Doch derselbe Arzt übt seinen Beruf auch in «ler Kolonie aus» d:e unter dem bekannten Wohlthiiter stellt, und von .Zeit zü Zeit bringt er seinen Herrn Otscliard mit, um .zu inspiciren; dabei lässt er die Traktätchen zurück. Jedoch hat ja schon ein bedeutender und erlauchter Zeuge es ausgesprochen, der Kronprinz von England, dass das Haus Rothschild keine Verantwortlichkeit trifft, wenn dessen Diener ohne Wissen ihrer Herren Kreuze für eine Ausstellung verfertigen; ebensowenig kann man dem bekannten Wolilthäter es zur Last legen, wenn hinter seinem Rücken Ungehöriges geschieht. Wir .behalten uns vor auf diesen Gegenstand zurückzukommen, wenn wir von der Kolonie sprechen werden. Einen Monat ehe ich nach Safed kam, wurde der Verein zul' Bekämpfung der Mission von den Herren Taubenhaus und Schulmann gegründet; an der Spitze des Vereins stehen die besten und angesehensten Männer der Stadt. Ihre erste Thätigkeit war, den Kranken gratis Arzeneien zu verabreichen, sowie auch einen Arzt zu gewinnen, und weiter denken sie daran, ein Hospital zu gründen, Von geringen Anfängen aus wird der Verein m. G. H. sich weiter gedeihlich entwickeln. Ohne Zweifel ist die Gründung eines neuen Hospitals in Safed ein grosses Bediirfniss. Wir haben ja bereits die Verfassnng des Tultschinski’sehen Hospitals geschildert; ausserdem giebt es noch ein Hospital, das der österreichischen Gemeinde gehört, dessen Lage aber nicht besser ist, als die des vorigen. Auch dieses ist ein schöner Bau und es befinden sich auch schöne Zimmer darin; aber diese werden zu Wohnungen tlieils gratis, tkeils um Geld abgegeben; nur zwei oder drei Zimmer sind in *) Der Vergleich hinkt etwas. Ein Arzt übt doch keinen Cultusdienst aus, und wenn er eben nur ein Arzt i»r, darf man ärztliche Hilfe von ihm nicht annehmen, weil er aueh Andersgläubige behandelt V! Der Schluss vom Ileiligthume ist darum falsch-, D. R.

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