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Der Israelit · 1886-10-12 · Heft 81-82 (12.10.1886) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 81-82 (12.10.1886)
Date
1886-10-12
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Folgen ich vielleicht abwenden könnte. Wenn ich aber davon rede, wird mau mich feslinuten und der Polizei an Kiefern." „„Vhiil) niif diese Gefahr bin müßt ihr gut inachen, was gut zu machen ist."" „So schielt nach der Polizei, Rabbi Laser, ich heiße Zodik." Rabbi Laser wurde schneeweiß. Er sprang auf und schrie: „„Mensch, wohin hast Du meine Tochter gebracht V"" „Seid ruhig, ich habe Eurer Tochter nichts Ncbelcs gcthan. Ich habe sie erzogen, wie mein eigenes Kind; aber sie ist mit einem Pferdehändler, Namens K ausmann, entflohen." Rabbi Laserlies au die Thüre, öffnete, sie und ries hinaus: „„Esther, komme doch einmal herein!"" Die Gerufene kam. Als sie den Fremden erblickte, stieß sie einen Schrei aus. „Later, Gotthelf!" ries sie und wollte auf ihn zneilen. Dieser wehrte mit beiden Händen ab. „Ich bin Dein Later nicht," sagte er, „der da ist Dein Later!" Auch Leah war herbeigeeilt. Rabbi Laser ging ihr entgegen und flüsterte ihr zu: „„Der Fremde ist Zodik; Esther ist unsere Tochter. Jetzt haben wir Gewißheit."" Laut weinend umarnite Leah die wiedergesundene Tochter. „Ich habe es schon lauge Zeit gewußt," sagte sic schluchzend. „Meine Liebe zu Dir, mein Kind, kann durch die Gewißheit, daß Du meine leibliche Tochter bist, nicht größer werden!" Auch Rabbi Laser umarmte die ihm neugcschenkte Tochter. Diesen Moment wollte Zodik benutzen, um sich davonzuschleichen. „„Halt,"" ries ihm Rabbi Laser zu. „„Ihr braucht keine Angst zu haben, wir werden Euch nicht verrathen. Es soll Euch Alles vergesten und vergeben sein. Ich werde Euch nicht unbeschenkt entlasten."" „Ich nehme nichts von Euch an," entgegnete Zodik. „Eure Verzeihung ist das größte Geschenk, das Ihr mir machen könnt. Verzeiht auch Ihr mir, Leab?" „Ihr habt mich heute so glücklich gemacht," antwortete die Gefragte, „daß ich gern all das schwere Leid vergesse, das Ihr über mich gebracht habt. So möge mir Gott einst ein gnädiger Richter sein, wie ich Euch von ganzem Herzen verzeihe." Zodik sing an laut zu weinen. „Ihr seid gute, edle Menschen," Wie er schluchzend. „Lebt wohl, und Du, Lieschen, mache Tcineu Eltern Freude." Nachdem er so gesprochen, ging er davon. Der junge Kaufmann war seit dein Tage, da Esther erklärt hatte, nicht seine Gattin iuc;üch zu wollen, seines Lebens nicht wieder froh geworden. Er hatte seinen Pferdchaudel anfgegcben und war nach Mainz gegangen, um auf der dortigen Jcschiwoh zu lernen. Jetzt wurde ein Eilbote an ihn abgeschickt, um ihn heimzubernfen. Daß er und Esther ein glückliches Paar wurden, brauchen wir wohl nicht erst zn sagen. Kaufmann kehrte nicht nach Mainz zurück, sondern blieb im Hause seines Oheims und Schwiegervaters, sich unter dessen Leitung dem Talmudstudinm widmend. Als ein Jahr nach den erzählten Ereignissen Esther einen Sohn gebar, war das Glück dieser guten Menschen ein vollkommenes. Dem erstgeborenen Kinde folgten noch drei. Söhne und zwei Töchter, deren Nachkommen noch heute zu den geachtetsten Familien der Gegend gehören. Zodik lebte seiner Reue und Buße. Jedes Geldgeschenk schlug er aus; er nahm nichts an als die nothwendigsten Kleider und Lebensmittel. So zog er Jahr ans, Jahr ein von einem Orte zum andern, überall mit ehrfurchtsvoller Scheu empfangen und behandelt. Roch heute erzählen alte Leute von dem Baal Teschuwob, den ihre Eltern noch gekannt haben, der kein Fleisch aß und nichts als Wasser traick, der auf der Erde schlief und beim Gebete stets in Thränen zerfloß. Er erreichte ein hohes Alter und starb in der festen Ueberzengung, daß der allgütige Gott seine viele Sünden verziehen habe. 6s sind die acht Buchstaben v n n n 2 rr k auf die spitzen Dinkel der gleichmäßigen Dreiecke eines in pc so;u vertheilen. daß dieselben von rechts nach links und von oben mach unten gelesen zwei Worte ergeben, welche die Hauptcrfordcrnisse jeglicher wahren Frömmigkeit bezeichnen. A. in Heubach. Wochenkakender. Donnerstag, 14. Dekoder, 15. Tischri r.CD"S 'N er Freitag, 15. Dekoder. 16. Tischri H'Ü.Cn ‘2 CV Samstag, 16. Dekoder, 17. Tischri timp CT*n rC2* Labbat - Ausgang 5 Uhr 55 Min. (Mainzer Uhr). Mittwoch, 20. Dekoder. 21. Tischri rfj? Donnerstag, 21. Dcrobrr. 22. Tischri mä> Freitag, 22. Dekoder, 23. Tischri »VL' Samstag, 23. D-rober, 24. Tischri rvr.22 rrrN"Q - Sadbar-Ausgang 5 Uhr 40 Min. (Mainzer Uhr).

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