Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 81-82 (12.10.1886)
- Date
- 1886-10-12
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2449600-2449676--25166-2514967- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XVVII. IahlWiisi. Leitender Artikel. Drs MD N- Bou D r. H. Sänger. Das Sukkothfeft mit seinen pro ist vorwiegend ein Freudenfest. Die Zeit der Beendigung der Ernte, die durch ihren Ertrag den Menschen der Sorge für die Zukunft enthebt, ihn die Früchte, den Lohn seiner Thätigkeit genießen läßt, ist wohl am geeignetsten den Menschen froh und glücklich zu stimmen, so daß er leicht das Unangenehme vergißt, womit er anderweitig bedacht worden ist. Diese heitere, freudige Stimmung bewirkt auch, daß er leichter den reineren geistigen Genüssen zugänglich ist, sich auch mit ihnen freut. 7nN oiNtf NM trir 'vy n?n iru'jnni* ni2y'rr2 Ti j'nnKnü' c??r n:»7 rwtrc c rr niTD „Das Ethrog repräscntirt den irdischen Lohn, weil cs Gebote gibt, bei deren Erfüllung dem Menschen alljährlicher Lohn verheißen ist, wie auch das Ethrog von Jahr zu Jahr am Baume zu finden ist." Die Früchte seiner Arbeit genießen, ist hier anf^Erden der eigentliche Lohn. Mit dem Genüge der Frucht haben wir ja den Zweck unserer Arbeit erreicht. Und in erster Linie gilt ja unser Streben immer einem engeren, begrenzten Ziele, gilt es der Befriedigung der natürlichen Bedürfnisse des Menschen. Auch wenn wir nicht genußsüchtig sind, wenn der Genuß nicht Selbstzweck für uns ist, so darf unserm Handeln doch der Gedanke unterliegen, dadurch sich auch dieses Leben so angenehm als möglich gestalten zu wollen. Hat uns ja Gott viele NM gegeben, durch deren. Erfüllung uns Glück und Segen verheißen und eine Gewährleistung einer langen Lebensdauer gegeben wird. Diesen arr die Zeit gebundenen Lohn, dieses Streben nach einem erlaubten Genuß, soll uns das Ethrog vorführen. Das Ethrog ist die Frucht des Hadarbaumes, de «Baumes, der durch seine schöne, goldige Frucht den Namen *nn erhält, ist die Frucht eines Baumes, dessen Holz denselben Geschmack wie die Frucht besitzt. So muß auch, weun wir nach Lohn, nach der Frucht nuferer Mühe und Arbeit verlaugeu, die Mühe entsprechend der Furcht und diese der Mühe entsprechend sein. Soll die Frucht eine Herz und Aug erfreneude sein, daun muß auch die vorausgegaugeueHaudluug all die Bedingungen in sich fassen, welche herrliche Früchte zu zeitige» vermögen. Wollen wir reinen Genuß, reine Lebensfreude , dann muß unser Thun auch rem und lauter sein. Gar Mancher strebt nach nrn v7iy2 -irsr, nach dem Genüsse der Früchte in dieser Welr, ohne aber in den Mitteln wählerisch zu sein, die ihm dazu verhelfen sollen. Er glaubt, cs sei schon ein ->2c>, es sei schon Freude und Genuß, wenn er erreicht, wonach er begehrt. Allein auch bei der Genuffessreude hiy auf Erden gibt es einen großen Unterschied. Das Stückchen Broo, das derjenige genießt, welcher es sich durch redliche Arbeit verdient, und das Stückchen Brod des arbeitsscheuen Menschen, der es sich erbettelt oder aus' andere unverdiente Weise verschafft, es stillt wohl gleichmäßig Beider Hunger; aber der erhebende Gedanke, es verdient zu haben, der allein auch dem irdischen Genuß seine Wü^e und reine Freude verleiht, kann nur dem fleißigen Arbeiter innewohnen, macht sein Stückchen Brod kostbarer und schmackhafter. nw v*®i eye „Der Geschmack des Holzes und der Frucht ist der gleiche." Aus der Arbeit heraus entspringt schon der rechte Lohn. Und sei der Lohn noch so gering, sei er scheillbar nicht entsprechend der angewcnoeLctt Mühe zu betrachten, das Bewußtsein, den Lohn verdient zn haben, verleiht ihm wahren Werth. In dieser Weise allein sollen wir irdischen Genuß. irdische Freude, irdischen Lohn erstreben, dann wird derselbe ein wahrer sein, wird beitragen zu der Festesfreude, die uns Gott aubesiehlt LnriM crp7« 207 „freuet Euch vor dem Ewigen, Eurem Gotte." -p N7y2? ir V?r p7j? 2y'7r5 crr 2TW cm U2 n?j?e7 ",r N2N c^yn rvurno ' .2"ny irr -p n:r 'y psi27 «7« mo prr „Wie am Lulaw ein Blatt über dem anderen sich befindet, so sind auch die Stufenleitern in der künftigen Welt, immer eine höher als die andere. Und wie der Lulavbaum erst zu 70 Jahren Früchte trägt, so ist auch der künftige Lohn." Außer dem Genüsse und dem Lohne, die wir gleich uach vollbrachter Arbeit empfangen und die