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Der Israelit · 1886-10-12 · Heft 81-82 (12.10.1886) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 81-82 (12.10.1886)
Date
1886-10-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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xxvu. M 81 & H‘3. ft, fr Ü' & •i' Wil ü- Ein Gentrat - Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Herausgegeben von Dr. Lehma«« in Mainz. Dienstag, de« L2. Oktober SE (L88S). Die nächste Nummer (wiederum eine Doppelnummer) erscheint Montag den 25.-Oetober. Leitender Artikel. Zum Küllenfeste. Mainz, 6. Oktober. Das herannahende Fest ist in Verbindung mit dem sich unmittelbar an dasselbe anschließenden Schlußfeste das letzte im Cyclus der gottgebotencn Feiertage. Das Huttenscst ruw die es begleitenden Äizwoth sollen uns die Gottinnigkeit zum Bewußtsein bringen. Den Neigen der Feste eröffnet im Frühling Peßach, das Fest der Befreiung, der Freiheit. Ihm folgt der Gedenktag der geistigen Befreiung ,- der Offenbarung am Sinai. Am ersten Tage des siebenten Monats hält Gott Gericht über alle erschaffene Wesen, und wenn wir zurückkehren zu Ihm in Neue und Buße, so sühnt Gr unsere Schuld am Versöhnungstage. Nun naht das Hüttenfcst. Die gortgebotene Hütte ist ein Symbol des Vertrauens zu Ihm. In den Tagen des Herbstes verlasst:: wir unsere fester: Wohnungen, um uns in die nur mit Laub gedeckte Hütte zu begeben und bezeugen damit, daß wir nur auf Seinen Schutz vertrauen. Die vier Pflanzenarten, die wir an jedem Tage des Festes in die Hand nehmen, sind uns ein Zeichen der Freude, der höchsten Freude, der Freude m Gott, von dessen immerwährender Fürsorge für uns wir fest überzeugt und durchdrungen sind. ■ran ftn , p nn p irn *S>’2 rezro *2nb pna r-si tg;ti „Wie der Thapuach unter den Bäumen des Waldes, so mein Freund unter den Jünglingen. In leinem Schatten finde ich Lust und Sicherheit, und seine Frucht ist süß meinem Gaumen." (Hohes Lied b. 2. B. 3.) T Gewöhnlich übersetzen wir Thapuach mit Apfelbaum. Thoßapoth aber (Sabbat 88) beweisen, daß es der Ethrogbaum ist. Der Baum, welcher die köstliche Frucht trägt, die einen wichtigen Beftandtheil unseres Feststraußes am Hüttenfeste bildet, ist nur klein. Stellen wir uns vor, daß ein solcher Baum im Walde steht unter mächtigen Eichen, Buchen, Ulmen oder Linden, so wirder bcn diesen verdeckt werden und schwer zu finden sein. So ist die göttliche Fürsorge meistens schwer zu erkennen. Wenn der Wind über die Bäume des Waldes erbraust, so erhebt sich ein mächtiges Rauschen, während die Fruchtbüume, von köstlichen Früchten beschwert, kaum ^bewegt werden und keinerlei Getöse vernehmen lapcn. — Gewaltige Leidenschaften bewegen die Menschen und Völker; wegen irgend eines unbedeutenden Ereignisses — die Welt nennt es Zufall — erklärt eine Nation der andern den Krieg. Große Hecresmaffeu werden znsammcngezogen, verderbenspeicnde Geschütze werden armirt, blutige Schlachten werden geschlagen, die eine Nation siegt, wird groß und mächtig, und der gewonnene Sieg regt sie zu neuen Kämpfen an. Die andere Station unterliegt, wird klein und schwach, eine Bente des Eroberers. Immer größer und mächtiger wird das siegreiche Volk, bis auch es einen Stärkeren findet, der seine Kraft bricht und seine Macht zertrümmert. Tic mächtigen Leidenschaften, die gewaltigen Kräfte, die einander bekämpfen und zerstören, erfüllen die Welt mir ihrem Getöse. So weht der Sturm über den Wald, entwurzelt diesen Baum, zerbricht jenen, enrzweigt einen dritten, entblättert einen vierten und findet andere, die er nur zu erschüttern und nicht zu zerstören vermag. Urber den niederen Ethrogbaum aber fährt der

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