Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 79-80 (6.10.1886)
- Date
- 1886-10-06
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Während der Rabbi so sprach, leuchteten Hausmanns Augen nur Freude. Der scharfsichtige Rabbi matte dieses und richtete uumnehr das Wort an ihn. „Junger Mann", sagte er, „freut Euch nicht zu früh. Was ich eben gesagt habe, ist allerdings mcdino so; es ist aber das nicht gerade eine Mifchnas; Ehaßidim. Warum wollt Ihr gerade dieses 'Mädchen heirathcu, deffen Herkunft doch jedenfalls imgcwiß ist? Wählt Euch eine der Töchter Israels, deren Familie Ihr kennt. Bochur, then enecho bcmischpocho, Jüngling beachte wohl bei der Wahl Deiner Gattin die Familie, aus der sie stammt." „„Rabbi"", stammelte Kaufmann, „„sie ist meine Lebensretterin!"" „Dafür hast Du Dich bereits dankbar erwiesen, indem Du ihr bei braven Leuten eine neue Hcimath verschafft hast." „„Aber ich liebe sie von ganzem Herzen!"" „Du mußt Deinen Jezer (Neigung) unterdrücken. Der allguttge Gott hat uns die Kraft verliehen, unsere Leidenschaften zu beherrschen. Bedenke, wenn Du später erfährst, daß auf Deiner Frau ein Peßnl (Familienmakel) ruhet, so verdirbst Tu Deine Nachkommenschaft ans ewige Zeiten." „„Rabbi"", sagte Kaufmann, „„das hat der Ploni Alnioni befürchtet, und ist in Folge dessen nicht der Stammvater der jüdischen Könige geworden."" Der Rabbi lächelte. „Ja, ja," sagte er, „der Jezer Hora (der böse Trieb) ist nie um Ausreden verlegen. Ihr, Rabbi Laser, setzt wohl dem jungen Manne später auseinander, daß die Verhältnisse hier ganz anders liegen. Ich habe Euch jetzt meine Meinung gesagt. Nach beui Gesege ist es erlaubt, aber Baal nephesch jarchik mimenno; ratheu muß ich Euch, davon avznlassen." Die beiden erbaten sich den Legen des heiligcn Mannes und erhielten ihn. Dann traten sie die Heimreise wieder au. „Ich heirathe sie doch!" sagte Kaufmann zu seinem Onkel, als Beide wieder im Laagen faßen. Rabbi Laser schwieg; er sagte nicht nein, nicht ja. Als sie aber zu Hause ankamcu und Esther die Entscheidung des großen Rabbi vernahm, weigerte sie sich standhaft, Kaufmanns Gattin zu werde». „Ich habe ihn viel zu lieb", sagte sie zu ihrer Pflegemutter, „als daß ich ihn in Ungelegenhcit bringen möchte." (Fortsetzung folgt.) Briefkasten der Redaction. Abon. in Meerholz: Unseres Wissens gibt es keinen koscheren Glicerin. Widrige Mkrrrrgen ein: Lehrer u. Bors. Schlesinger, Mergentheim. Lehrer Rüben Lecrmeester, Kestrich. Moses u. Isidor Glücksmann. Schweppenhausen. Itzig u. Mirjam Eoldschmidt, Ernestine u. Jeanette Schuster, Sterbsritz. H. Brimtzer, Striegau.' Isaac Rosenthal, Wronke. S. M. Bachrach, Elmshorn. Daniel Dreysuß. Uffheim. Isidor Rosenow, Loeknitz. Jos. Samuel, Zülpich. Wochenkakender. Freitag, 8. October, 9. Tischri D"7V Lamftag, 9. October, 10. Tischri Q-T2rn er Fcstes-Ausgang 6 Uhr 5 Min. (Mainzer Uhr). it | e i g e n Für den folgenden The»! ist die Redaktion nicht verantwortlich. ^in seminaristisch geprüfter Lehrer, der die besten Referenzen aufzuweisen vermag und der schon feil längerer Zeit einer Gemeinde vorftehr, sucht Stellung als Elememarlrhrer oder als Hauslehrer in einem nreng orrhodoren Hanfe. Crferien beliebe n*cn unter iShimt G. W. Nr. 5094 an ^rped. d. Tl. einzusenden. in Mepgcrbursche. welcher in ollen Branchen der Wurstlerei vollständig bewanden ist, wird auf ersten November «ine gute Stelle zugkstchcrt. Ein norddeutscher Bursche wird vorgezogen. Max Lötv, Metzger u. Wurstler, 5088) Karlsruhe. LehMng gesucht. Ein junger Mann mir gediegener Schulbildung kann Placement bei uns finden. Samstags und isracl. Feiertage geschlossen. Kost und Logis im Hause. Ernrrin sofort. ix. A. Qcftrcich, 4139) Eisenhandlung. Aschaffcnbnrg.