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Der Israelit · 1886-10-06 · Heft 79-80 (6.10.1886) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 79-80 (6.10.1886)
Date
1886-10-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXVtt. Jahrgang Il> Erste Srilage )it Hv. 79 & 80 -es Isrnelit Zcitungsnachrichten und Correspoudenzeu. Deutschland. Gratz (Provinz Posen), 3. Oct. In 9h\ 77 und 78 des „Israelit," zweite Beilage finden wir unter der Ueberschrift „Oestr. Ungar. Monarchie" *) eine Korrespondenz ans Grätz, datirt 21. Sepiember, welche durchweg — soweit sic unsere Gemeinde betrifft — Unwahrheiten enthält, weßhalb wir uns zu nachstehender Erwiderung veranlagt sehen. Zu dieser sind wir durch ein stimmigen Beschluß des Corporations-Vorstandes und des Repräsenranten-Collegiums ermächtigt worden: Zur Sache bemerken wir zuvörderst, dag Grätz in der Provinz Posen, niithin in Deutschland liegt und nicht zu der Oestr. Ungar. Monarchie gehört. Sodann bemerken wir, daß allerdings seit 14 Tagen eine neue Synagogen - Ordnung, die dem Herrn Nedacteur zur Kenntnignahme gesandt, eingeführt worden. Wie diese ergibt, ist sie auf gemeinschaftlichen Beschluß des Rabbiuats-Eolleginms, des Vorstandes und der Repräsentanten-Versamm-.. lung abgesagt und erlaßen worden. Darin ist weder von irgend einer Reform, die einen wahren Zehn di verletzen könnte, noch von Abschaffung der Pijutim die Rede, auch ist bei Berathung der Synagogen-Orduung von keiner Seite ein auch nur ähnlicher Antrag gestellt worden. Wenn sich der Correspondent als „wahren Jehudi" aufspielt, so müssen wir dem gegenüber betonen, dag das hierbei thätig gewesene Rabbinats-Eolle^ium besteht aus Herrn Rabbiner Dr. B. Friedman, einem von den größten Autoritäten anerkaiuit frommen Manne, und den beiden Rabbinats-Apeporeu -Herren Moses Herzfeld und Rabbiner G. H. Lewin. Tie beiden Letzteren sind circa 30 und resp. 20 Jahre in diesen Aemtern, sonach schon zu Zeiten des seligen Rabb. Guttmacher thätig gewesen und bürgen die Ramen dieser drei auch in weiten Kreisen bekannten, chrenwertheu Männer dafür, daß der Vorstand keine Veranlagung hat, (wie der Eorrespondent sich auszudrücken beliebt) die neue Anordnung bitter zu bereuen. Der Korporations-Vorstand: D r. R u b e n s o h n, Vorsitzender. L. Wöllstein, stellvertretender Vorsitzender. Das Repräsentanten-Eollegium: A. Hcrzfeld, Vorsitzender. L. Plasteck, stellvertretender Vorsitzender. . änm. der Red. bin Versehen des Sexers, der Eräx vm .Graz" verwechselt hat. (Wir constatiren hiemit gern, dag die neue Synagogen-Orduung der jüd. Gemeinde zu Grätz keinerlei tadeluswertye Refornl, sondern lediglich die Aufrechterhaltnng der Ordnung und die Hebung der Andacht bezweckt. — Red.) Ocsterr.-Ungar. Monarchie, \ V. Namvny (Ungarn), 24. September. In der nordnngarischen Stadt M. Sziget haben die Keime des Zwiespaltes und Hasses, die dort leider seit jeher von gewissenlosen Menschen in den Boden des dortigen jüdischen Gemeindclebens gelegt worden, in neuester Zeit anläßlich der Frage der Koustitnirung der Genieinde ihre bitteren Fruchte gezeigt. ' Bekanntlich haben sich in Ungarn, als vor Jahren die Rcologen ihre verderblichen Strebungen in vollster Macht und Energie entfalteten, und das gesetzestrene Judenthnm Gefahr lief, unterdrückt und unterjocht zu werden, alle wahren und gesetzestrenen Israeliten aufgerafft, um die ihrem altererbten Glauben drohende Gefahr abznwendcn. Sie bildeten einen Verein unter dem Namen „Schonire-Hadag", dem es mit göttlicher Hilfe gelang, die auf Untergrabung unserer heiligen Religion gerichteten Strebungen der Neologen, zu vereiteln. Er schaffte, unter Mitwirkung resp. Zustimmung von mehr als hundert der hervorragendsten ungarländischen Nabbinen ein jüd.-orthod. „Landes-Organisations-Statut", das auch seinerzeit von unserem erhab. Monarchen, dem Kaiser-König Franz Joseph I. allergnädigst sanctionirt wurde, infolge dessen es den gesinnungsrnchtigen Israeliten ermöglicht wurde, das drückende Joch der „Kongregler" — wie die Reformer allgemein hier zu Lande genannt wurden, abzuschütteln, und sich eine selbstständige Verwaltung, Autonomie zu schaffen. Es bildete sich, gleich, wie die Kongreßlcr cs thaten, eine orthod. Kanzlei, deren Aufgabe es war und ist, aus der Hut zu sein, und jede, dem orthod. Judenthnm von welcher Seile immer drohende Gefahr abznwenden, denen Interessen zu wahren und dem Staate gegenüber zu vertreten. Die Inden in Ungarn theitten sich kn drei Lager: in orthod., Kongreß- und Status mw-Gemeindcn. Letztere stehen mit keiner der beiden .Kanzleien, in Verbindung, sondern unterliegen nach wie vor dem Schnve, bezw. der Willkür der Behörden. Zu den Lemern gehören diejenigen Gemeinden, die den Muth nicht haben, sich öffentlich zu der Kon-

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