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Der Israelit · 1886-09-28 · Heft 77-78 (28.9.1886) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 77-78 (28.9.1886)
Date
1886-09-28
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Daß auch Andersgläubige sich lebhaft für den Bau iutereff'irt, geht daraus hervor, daß Herr Bahnmeister Huber von hier, trotz seiner dienstlich sehr in Anspruch genommenen 'seit. selbst Zekchuuugeu und den Plan zu dem Prachtwerk in seinen Mußestunden eutworfru und unentgeltlich seine Dienste dem Vorstande der (Gemeinde zur Verfügung gestellt hatte, wo es galt, den Bau seiner Verschöncrung und Vervollkommnung näher zu bringen. Ihm gebührt daher auch neben der edlen Spenderin unser wärmster Dank. Oesterr.-Hngar. Monarchie. ($röO, 21. Sept. Eine Eorrcspondenz ans unserem Nächbarstädtchcn Wöllstein berichtete Ihnen unlängst, daß dort das religiöse -Leben durch die frische Wirksamkeit des. dortigen jungen Rabbiners H ö x t c r einen erfreulichen Aufschwung nehme. Ihn so schmerzlicher muß es jeden wahren Iehndi ergreifen, wenn er hört, daß in unserer altbcrnhmtcn Gemeinde, in der ein R. Gntmacher gelebt und gewirkt, durchaus nicht mehr die echte und wahre Frömmigkeit, wie ehedem, blüht. Ja, wie wir hören, soll der Vorstand beabsichtigen, Reformen im Gottesdienste einznsühren, wie die Abschaffung von Pintim u. n. m. Wir wollen und können es zwar nicht glauben, daß unser Herr Rabbiner jemals seine Hand zu solchen Schritten, die bekanntlich auf schiefer Ebene lausen, bieten wird, aber das möchten wir an dieser Stelle betonen, daß die beabsichtigten Reformen, abgesehen von der Verletzung des religiösen Gesetzes, Haß und Uttfrieben in unsere Gemeinde werfen werden. Mögen diese Zeilen dem Vorstände ein Warnruf sein, ja nicht Maßregeln je zu ergreifen, die er einst spater bitter bereuen könnte. Frankreich. Paris. Im vorjährigen Staatsbudget wurde bekanntlich dem Rabbinerseminar von seiner bisherigen Staatssnbvenlion von 32000 Fr. 10000 Fr. entzogen. Tie diesjährige Bndget-Eommission will nunmehr auch die verbliebenen 220<H> Fr. streichen. Hoffentlich wird die Depntirtenkammer diesem Beschluß ihre Genehmigung versagen. Paris. Außer den bereits mirgciheilten großen Gaben haben die Söhne der verstorbenen Baronin James v. Rothschild dem Direktor der öffentlichen Unterstützung 50000 Fr. zur Berrheilnng an armc^onvalescenten, welche die hiesigen Spiler vertanen, überschickr. R u ß l a n d. Wir brachten unlängst nach der „Pol.Eorresp." die Rachricht, daß alle Inden ans Rostow vertrieben lvurdeu seien, nachdem diese Stadt dem Gebiete der donischen Kosaken einverleibt worden. Wie „Hamagid" berichtet, bewahrheitet sich diese Nachricht nicht und haben blos diejenigen Inden die Städte Rostow,.Taganrog und Afow zu verlassen, welche weder Grundbesitz oder Häuser haben, noch Pächter oder Kanfleute sind. Nach Pnktawa kanr zu Beginn des Monats September ein Schreiben aus Scrachs, jenseits des kaspischeu Meeres, welches von einem russich-jüdischen Soldaten an einen der jüd. Gemeindevorsteher gerichtet war und worin dieser mittheilte, daß er mit noch 74 jüdischen Kameraden in Garnisonen sich befitlde, wo nteilenweit kein Jude wohne. „Wir wollen aber alle", heißt es in dem Brüse, „getreu den Gesetzen der Väter leben. Mit großer Mühe ist es uns gelungen, das Peßachfeft genau nach Vorschrift zu feiern, nachdcul wir uns selbst mss gebacken hatten. Nun aber kommen die a*snu vnr und uns fehlt alles, was zum Gottesdienste nöthig ist. Wir ttatcn alle 75 zur Berathung zusammen, jeder schrieb seinen Geburtsort aus einen Zettel. Es wurde geloste - -der—-Namemeiner Vaterstadt kam heraus. Und so bitte ich dringend, rechtzeitig eine Tran -isd und alles zum Gottesdienste unumgänglich Nothweudige uns senden zu wollen. Ich schließe hier 30 Rubel bei; das genügt zwar nicht; aber wir verstchern, daß wir arm sind, und diesen Betrag uns am Munde vom kärglichen Solde abgespart haben." Die Wünsche der Soldaten wurden natürlich erfüllt, und die braven Soldaten werden in der Lage sein, den Festgottesdienst gemeinschaftlich in althergebrachter Weise zu verrichten. (P. Jsr. Zt.) Warschau, 21. Sept. Das Nachbarstädtchen Koniciepole ist abgebrannt, und in erster Reihe ist die Synagoge und das jüdische Archiv ein Opfer der Flammen geworden. Biele hundert Familien sind obdachlos. Wilna, 20. Sept. EineReihe seltener Freudentage har Wilna zu verzeichnen: Der Rabbiner und Seminardirekror Dr. Israel Hildes he i m er ans Berlin ist ans seiner Reise auch in die Mauern unserer Stadt eingekehn. Sein D r i u m p h z n g durch das Land erreich re hier seinen Glanzpunkt; mit Ehren überschüttet, von der Menge nmjuöelr und in allen Tonarten von Groß und Klein, von Reich und Arm

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