Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 77-78 (28.9.1886)
- Date
- 1886-09-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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IW Kaiser imb die t%'iiuf&{dmineH, Welche in den andern Synagogen deutsch abgehalten werden, (iitb hier in czcchischcr Sprache voizznnehmen. A f fl l) a n i ft a n. Balkh am Ämn- Darja. z^p? rzzn pn 'r i::.n er? nern -jc*s? 2p5?' 'n?N?» (Blaset am Neumonde die Posaune, in Verhüllung am Tage unseres Festes, denn cs ist ein besetz für Israel, eine Vorschrift des (Lottes Jakob.) Ich habe absichtlich diese beiden Verse in ihrem vollen Wortlaute hier cilirt, weil ich erwähnen will, wie unser hochverehrter Muley (Rabbiner) dieselben einmal erklärt hat. Derselbe übersetzt diese Verse folgendermaßen: Blaset im Monate (Clnl) die Posaune, aber in Hülle (in der Stille) am Tage zum Beginne unseres Festes (d. h. am Crew Rösch Haschanah dürfet ihr sie nicht blasen); denn (das Blasen im Cliil) ist nur eine Verordnung von Israel (d. h. von den Chachamim), wogegen (das Blasen am Neujahrstage) eure Vorschrift des Gottes Jakob ist und müpet ihr daher zwischen dem freiwilligen (zui nyvn) imb hem obligaten Olafen (np'pn nr,n) eine Pause machen. So werden hier in Central-Asien schwere Bibel- und Psalmstellcn erklärt!: Wenn nun der Monat Clnl beginnt, da ist cs das erste in unserer Gemeinde, daß sich der Muley mit dem poizn (Smragogenvorstande) und dem Hasan (derselbe ist " zugleich Gesevrollenschreibcr) in die Synagoge begibt, wo sie dann die Thorarollcn der Reihe nach öffnen, um nachznschancn, ob dieselben irgendwo einer Aufbesserung bedürfen oder nicht. Im ersteren Falle macht sich der Hasan sogleich an die Arbeit. Auch die Synagoge und die auf deren Fußboden ausgebreitcren Teppiche und Matten lverden dann einer Renovirnng unterzogen. Am ersten Selichothtage beginnt der Gottesdienst bald nach Mitternacht, da vorerst rr.sn (die Klagelieder über die Zerstörung Jerusalems) angestimmt wird, dem dann gewöhnlich ein Vortrag über einen Abschnitt ans dem Sohar folgt. Ter Hasan besteigt hierauf, den Almcmor und beginnt die Selichah: -jn?n?rn n*]n zrrn < Schläfer, schlummere doch nicht zu Lange und laß dein eitles Treiben) vorznsiugen, in das die ganze Gemeinde mircinstimmr. Unsere Selichorh sind für alle Tage dieselben, nur am ersten selichothtage, am Rüsttage zum neuen Jahre und'znm Versöynnngsrage und am Fasten Gedaljah's wird noch eine besondere Selichah hinzugefügt. Nach den Sclicholh pflegen der Mulen und die Chachamim einen Abschnitt aus der Mischnah vorzutragen, während die übrigen Gemeindemitglicder Psalmen rechnen. Unterdessen har cs zu Lagen begonnen, worauf das Morgcngcbet verrichtet wird. Im Verlause des Tages bescheidet der Mitten die Hasaukiti und bcu ipir. t.Schosarbläser) .zu fiet), und ermahnt sie, iu sich zu gehen und ihre Sünden zit bereuen, damit sie mit reinem Herzen vor Gott erscheinen sollen. Am Crew Rosch-Haschanah wird gleich nach Schluß des Gebetes m??p n*T,n (Freisprechcn von den Flüchen und Gelübden) vorgenommen, worauf dann eine Collccte für das heilige Land veranstaltet wird, deren Crtrügniß man gewöhnlich nach Bokhara sendet. Hierauf begibt man sich auf den Friedhof, umkreist denselben jedoch nur von außen und spricht die üblichen Gebete. Am Vormittage werden in jedem jüdischen Hause ein oder mehrere Lämmer geschlachtet und erhalten auch die Chachamim, die Kohanim und die Armen und Wittwen einen Thcil von dem Fleische. Der Kops des Lammes wird für das Nachtessen ansbewuhrt, damit die Familie den Segenssprnch machen könne: z:>7 8?-. u'8-.? rrn: (Mögen wir immer geachtet und nie verachtet sein.) Hierauf werden die Zizioth (Schaufädcn) an den Talethim und Arba-Kanfoth untersucht und nöthigenfalls auch rcnovirt. Tie Männer gehen dann in den Amn-Tarja baden, während die Mikwah, die sich übrigens in der Nähe dieses Flustcs befindet, für die Frauen reservirr bleibt. Am Abend pflegt man dem Muley, den Chachamim und Hasanim, ebenso auch den Armen und Wittwen. Wein auf Kiddnsch (den Armen und Wittwen oft auch Tel für die Lampe) ins Hans zu senden mit bem herzlichen Gruße:?nn (Cs beginne das neue Jahr und dessen Segnungen), worauf der Gegengrus; lautet: -ps? (Noch für lange Tage.) Die Gemeindevorsteher, die Chachamim und die Notablen der Gemeinde begeben sich zum Muley, um denselben abzuholen und in das Gotleshans zu geleiten. Bevor der Muley fein Haus verläßt, sagt er noch ein iTrn 221 (Thorawort), worauf er vom Rosch-Hakahal und dem Rosch-Haknesath geführt, in das Gotteshaus geht. Alle Anwesenden tragen heute weiße Kleider oder wenigstens einen weißen Kaftan. Beim Maribgeberc wird statt 2'inz ypz der Vers er’Tpen errncr zvz* (ühiuieri (5. X, B. io) cingeschalrer. Nach dem Maribgebcte wird von der ganzen Gemeinde Tir gesungen. Tie Gemeindevorsteher und die Chachamim begeben sich dann zum Mulen, um ihn mir dem Wunsche: z”n? zrrn e*™ (Mögest Tn eingeschrieben werden zum ewigen Leben) zu begrüßen, woraus der Gegcngrnß iaiitei: Z"rri JZZ2 zzzrz' z"i c'pr?*? (Möge auch Cnck der Gott des Lebens in das Buch des Lebens eintragen.) Mit demselben Gefolge, mir dem der