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Der Israelit · 1886-09-23 · Heft 76 (23.9.1886) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 76 (23.9.1886)
Date
1886-09-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVir. Jahrgang. Ein Kentrak - Hrgan für das orthodoxe Iudenthmn. HcranZgcgeben von Lehttramr iu Mainz. Donnerstag, den 28. Septe m ber 5346 (1886). ~a Ullt dem 1. Oct. 1886 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir UNS, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, das; namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. Die nächste Stummer (eine Doppelnummer) erscheint Dienstag 28. September. Leitende Artikel. Die Sprüche der Väter. U. Buch, zweite Abtheil«ttg. XXXXI. Mainz, 20. September. zybys ~p cb2r& “nr-x'rD tyz „Und zuverlässig ist dein Arbeitgeber, daß er dir bezahlen wird den Lohn deines Wirkens." Tie Erklärer machen darauf aufmerksam, daß, während Rabbi Tarphon im Vordersätze sagt: rem izv *|? und ebenso im Schlußsätze *."pi jnotrjni, er hier sich des Ausdruckes nbv'v bedient und nicht *,m? sagt, bedeutet „Bezahlung," während ruvu ein einfaches Geben ist, das sowohl bezahlen als auch schenken bezeichnet. Bon^ Bezahlen kann eigentlich in unserem-Verhältnirse zu Gott gar nicht die Rede sein, da Gott uns nichts schuldig ist; im Gcgcntheile, wir sind die Schuldner Gottes, und Alles, was wir thun, und wäre es auch noch so viel, reicht nicht hin, unsre Schuld an Ihn abzniragen. Er ist unser Schöpfer, unser Bildner, unser Versorger. Was wir sind und besitzen, verdanken wir Ihm. Wir können das Tischgebet nicht sprechen, wenn Er uns nicht vorher zu cnen gegeben, wir können die Schanfädcn nicht befestigen an unser Gewand, wenn Er unL zuvor nicht ein Kleid gegeben, wir können die Mesusah nicht an die Thürpfofte schlagen, wenn Er uns zuvor nicht eine Wohnung gegeben, und wenn Er uns nicht einen Sohn gibt, so können wir die Beschneidung nicht vollziehen. Unzählig sind die Wohlthaten, die Gotr uns im Voraus erweist; wie dürfen wir demnach für das Geringe, was wir leisten, Bezahlung erwartend Wir wollen die hier aufgeworfene Frage durch ein Gleichniß zu beantworten versuchen. Ein reicher Mann nimmt einen armen Waisenknaben in fein Haus und erzieht ihn mit der größten Liebe und Sorgfalt; er gibt ihm Nahrung, Kleidung und Wohnung, läßt ihn unterrichten, pflegt ihn in den Tagen der Krankheit und hält ihn in jeder Beziehung wie fein eigenes Kind. Ta der Knabe herangewachsen, verwendet er ihn in seinen Geschäften. Ter Jüngling ist von Liebe und Dankbarkeit für seinen Wohlrhäter erfüllt, und sucht voll Eifer und Hingebung sich nützlich zu machen. Nach zehn Jahren überreicht ihm sein Wohlrhäter eine große Summe, die er ihm als Lohn für seine zehnjährige Thätigteit bestimmt har. — Mein Vater, spricht da der junge Mann, wie darf ich einen Lohn von dir annehmcn? Alles, was ich bin und vermag, verdanke ich nur dir, und es ist meine Pflicht, einen Thcil der erwiesenen Wohlthaten durch meine geringe Wirksamkeit abzutragen. — Wohl, antwortete der Vater, es ist das deine Pflicht; allein, du . hättest dich auch dieser Pflicht entziehen können; nachdem ich dich erzogen und ansgebildet, härtest du in ich verlassen und mir den Rücken wenden können. Du aber hast mit Elfer und Hingebung niir gedient, und dafür schulde ich dir jetzt den verdienten Lohn. Es ist wahr, Alles, was wir und, besttzen und vermögen, verdanken wir Gort: aber Gort hat uns auch die Freiheit des Willens verliehen und damit dem Menschen die Möglichkeit gegeben, sich von Gott abzuweuden. Das köstliche Geschenk der

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