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Der Israelit · 1886-09-20 · Heft 75 (20.9.1886) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 75 (20.9.1886)
Date
1886-09-20
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXVII. Jahrgang. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Breslau. (Schluß.) B a dt - Breslau wendet sich gegen die drei Vorredner. Man habe ihn mißverstanden; wo keine Klage vorliege, solle man keine Neuerungen einführen. Aber in manchen Gemeinden herrschen geradezu trostlose Zustände, wir stünden auf einem verlornen Posten. */10 der Gebildetsten unserer Glanbensgenopen wenden sich vom Judenthume ab, wenn einer das Gotteshaus besucht, ist ihm der Gottesdienst fremd und unverständlich. Man dürfe keine Stagnation eintreten lasten; ein schlimmer Trost sei es, die halb Entfremdeten als mcht zugehörig zu betrachten; man dürfe sich nicht von ihnen abwenden, man müsse sie heranziehen und sei cs auch 10 oder 15 Personen. Was die Predigt betrifft, so sei sie unlaugbar der Mittelpunkt des Gottesdienstes, wenn auch nicht nach dem Schulchan Aruch. Man sehe sich nur das Gotteshaus an, .die meisten kommen zur Predigt und gehen nach der Predigt. Tie Eompetenz des Lchrervereins in dieser Angelegenheit sei nicht in Frage zu stellen. Alan wolle sich ja mir unterhalten, Meinungen austauscheu, niemand sei gebunden. Wenn er durch kräfsiges, begeistertes Eintreten für die Sache weiter aurcge und begeistere, so sei er zufrieden mir dem Resultate der heutigen Verhandlung. Samuelsohn-Breslau wiederholt seinen im vergangenen Jahr gestellten Antrag. „Es ist dahin zu wirken, daß die Schüler alle 4 Wochen am^Sabbath vor Rösch hachodesch von seiten der Lchule veranlaßt werden, den öffentlichen Gottesdienst von 9—11 Uhr zu besuchen." Er schlägt vor, diesen Antrag in Form einer Resolution an den in Berlin ragenden Ausschuß des deutschen Rabbiner-Verbandes zu senden, damit dieser nach vorheriger Erörterung und Beschlußfastung sich eventuell mir einer Gesammt-Eingabe an die betreffende Behörde wende. Sreiner-Gr.-Strehlw wiederholt die Erwägungen, welche die vor zwei Jahren gewählte Eommissiou zu ihrer im vorigen Jahr gefaßten Resolution veranlaßt hätten. (Siche Protokolle der 7. ordenrl. Gener. Bers. 1885 pag. 2.) Redner hält den Vorschlag Badt in kleinen Gemeinden für undurchführbar; es lei von den: einen daselbst! fungirenden Beamten zu viel verlangt, zugleich » am Bor- und Nachmittage zu fungircn. Auch nach seiner Ansicht sei ein genereller Beschluß nicht am Platze. B v fl u n - P l e ß hält die Frage für eine brennende nur in großen Gemeinden. In kleineren feien die Synagogen wohl besucht. Er sei der Ansicht, daß es dem Religionslchrer kaum gelingen werde, dem Minchahgottesdienfte in seiner Gemeinde größeres Ansehen zu verleihen. Eine von der Versammlung gefaßte Resolution werde nichts ändern. Er möge lieber Vorschlägen, am Freitag Abend, wo Kinder und Erwachsene ebenfalls frei hätten, Predigt einzusühren; in vielen Gemeinden Deutschlands werde sogar anstatt Sonnabend, Freitag Abend das Geber der Neumondsverknndigung verrichtet. Slot nid y-Breslau meint, Badt's Vorschlag scheitere an dem Umstande, daß man glaube, der Frühgottcsdieust werde durch den Minchahgottesdienst beeinträchtigt. Aber cs gebe im Judenthum keinen Haupt- und NebengotLesdienst, Minchah kann ebenso gut wie Mnssaph zum Hanprgortesdienft werden. Baßfrennd-Tarnowitz wundert sich, warum Badt gerade die Minchah-Zeit für die geeignetste halte, auch Freitag- und sogar Sonnabend könne feierlicher Gottesdienst gehalten-werden.- Ein von Braun-Beuchen gestellter Antrag, die Sitzung bis Nachmittag zu vertagen, fand nicht die genügende Unterstützung. - Dagegen wurde der Antrag Badt auf Schluß der Debatte angenommen. Gemäß dem Anträge Brann-Pleß sollten die drei vorgcschlagencn Resolutionen vereinigt werden. Resolution-Badt hat folgenden Wortlaut; „Es empfiehlt sich irr Gemeinden, in welchen ans irgend einem Grunde viele Gemeindemirglieder oder deren Kinder an der Theilnahme am Vomittagsgonesdienste behindert sind, an einzelnen Sabbaten die Predigt auf den Miuchab-Gottesdicnst zu verlegen." Amandemenr Braun: „Oder ans Freilag Abend, je nach lokalen Verhältnissen." Anrrag-Samuelso hn: Siche oben. - Die von Braun-PLeß aus den drei Anträgen vereinigte Resolution hat folgenden Wortlaut: „Es cmvrichtt sich in Gemeinden, in welchen aus irgend einem Grunde viele Gemcindemirglieder oder Kinder verhindert und, am Vormittags-Gottesdienste des Sabbat cheilzunclunen, an einzelnen Sabbaten ft nach den lokalen Verhältnissen die Predigt am Labbar - Nachmittag oder am Freitag-Abend ad zu-

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