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Der Israelit · 1886-09-16 · Heft 74 (16.9.1886) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 74 (16.9.1886)
Date
1886-09-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
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I.50) lichci«, schütten Miitibcn lievan, den ^obenuauii, mit Wnofifjliift der lwiwwrtüer(iii)i'ii frmlü, lichte. (vr 111011)10 unter Paler Üt'i!llliolbc> Anieilniig in den lKmimasialgegeiistäiiddi überraschende Forrschrilte, wie nicht minder auch im Hebräischen und den religiösen Slndien, denen er unter der Leitung dev Dajons mit Eifer und Vylcin oblag. Sara war ein Kind von seltener Anmmh und fnifnettia geistig und körperlich entwickelt. Das achtjährige Mädchen, das man feiner Größe und Klugheit nach für zwölfjährig halten konnte, führte schon mit Hilfe einer Magd die Wirthschaft, hielt die Hans- und Leibwäsche in Ordnung, ja sie war so anstellig und verständig, das; wenn der Baker vom Hanse abwesend war, sie Käufern Auskunft crtheilen konnte. In der Gegenwart hatte man Sara als ein Wunderkind bezeichnet, damals sagte man nur: Neb Aron Brack sei cin^glücklicher Vater, und das kleine, schöne Mädchen würde einst /äncit Gatten beglücken, eine Esches-Ehajil *) werden. An cinekn Wintertagc des Jahres 1700 richtete Michael seinem Pflegevater aus, Pfarrer Willibald wünsche ihn zu sprechen, er möge ihn morgen nach Tische, wo sie ungestört sein würden, besuchen. Brack stellte sich pünktlich ein und fand den würdigen Geistlichen in einer Aufregung, wie er ihn während der langen Reihe von Jahren, welche er ihn schon kannte, noch nie gesehen hatte. „Ich habe," sprach er, „so eben eine schmerzliche Nachricht, Brief von einem Jugendfreunde und ehemaligen Studiengenonen, welcher Beichtvater des Kaisers, erhalten. Was alle Edlen schon seit Wochen befürchteten, ist cingetreten, Kaiser Josef, einer der größten Monarchen und Menschen, die je gelebt, hat am 20. dieses Monats -) früh, Morgens, seine reine Seele in die Hand seines Schöpfers zurnckgelegt. — Jugendfreund therlt nur die Einzelheiten seines Ablebens - mit. Nachts vorher betete er mit dem Kaiser. Um Mitternacht betöre dieser allein deutlich hörbar die Worte: „Herr! der Du allein mein Herz kennst, Dich rufe ich Zum Zeugen an, das; ich bei Allem, was ich unternahm, nur das Wohl und das Beste meiner Uurerthanen beabsichtigte. Tein Wille geschehe"^) .... . . dann glaubte der Kaiser eine Abnahme seines Gesichtes und Gehöres zu fühlen und er sprach zum Beichtvater: „Lassen Sie mich ein wenig ruhen, ich werde Sie wieder rufen lauen." Um fünf Uhr, Morgens, waren die Aerzte wieder an des Kaisers Krankenbette erschienen. Leibarzt Slörk fühlte nach dem Pulse, fand aber keinen mehr, und sprach: „Ware 1) Wackere Hausfrau. 2) Februar. 3) Historisch. es Euerer Majestät uul)t genehm, daß der Bestbtvater, der im Nebensimmer Ihres Befehles harrt, iHTeiiiifinie'^ Der Kaiser verstand den deutlichen Wink, befahl daß der Beichtiger eiutrete. Sie beteten mit einander, plönlieh sprach der .Kaiser: ./Wir wollen hier innehalten, ich fühle es, daß der Tod naht .... in Deine Hände, o Herr, empfehle ich meine Seele! und fügte mit leiser, verklingender Stimme, wie im Selbstgespräche, hinzn: „Ich glaube als ,Durst und Mensch meine Pflicht redlich erfüllt zu haben." Dann wandte er sich um. Um halb sechs trat der kurze, nicht eine Minute währende Todeskampf ein, dreimal durchflog ein leichtes Beben seinen Körper, um halb sechs Uhr, Morgens, rang sich seine Seele von ihrer irdischen Hülle los') .... Ah! hatte ich gewußt, daß ich mittlerweile die Aachricht von dem Tode des Kaksers erhalten wurde, ich hätte unsere Unterredung verschoben .... Aber die tiefe Betrübnis;, in die ich hierdurch verseht bin, bars mich nicht abhalten, mit Ihnen Wichtiges bezüglich unseres Michael zu besprechen. Der fünfzehnjährige Knabe har nun vollständig die' Gegenstände der sechs Gymnasialklaßen inne, und wird die Prüfung aus denselben, wie ich erwarten darf, glänzend bestehen. Ich glaube, daß cs am zweckmäßigsten für ihn wäre, wenn er dieselbe in Nikolsburg — obwohl dieses entfernter als Brünn von hic? liegt— ablegt, weil er dort an der philosophischen Lehranstalt stndiren soll. Ich hoffe, daß Ihnen Michael in' Nikolsburg , wo viele Ihrer Glaubensgenossen, darunter, wie ich vernommen habe, auch wohlhabende wohnen, in keinerlei Weise zur Last fallen wird. Bei seinem empfehlenden Aeußern und seinem Wissen, wird es ihm dort leicht werden, sich durch Ünterrichterlheileu zu erhalten Freilich, wem? er die drei philosophischen Jahrgänge absol'virt haben und unserem Plaue gemäß Medizin stndiren wird, muß er nach einer Universitätsstadt gehen. Ich glaube, daß wir bei der Wahl derselben nicht länger schwanken werden. In Wien leben nur wenige Ihrer Glanbcnsgeuonen, während Prag eine alte, große Judengenrcinde besivt. Tort wird sich nufer Michael mit seinem religiösen Sinne wohl fühlen, und wird auch durch ' Unterrichrertheilen so viel erwerben, das; er nicht nur wahrend seiner Studienzeit Ihrer Nukersrüßung nicht bedürfen: sondern wahrend der laugen Zerr, welche das Studium der Medizin erfordert, so viel erübrigen wird, um die namhaften Kosten des Tok- 4> Tie lobeöfceiie ist nach glaubwürdigen LUlheruischen 2?erlch:eu mu wsngelreu

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