Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 68 (9.8.1886)
- Date
- 1886-08-09
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Zodik intitbe (vr tuilüc die Hänsle und knirschte mit kn .'Löhnen. „Webt mir meinen vmlfttiiibiiieii Lohn", stieß er hervor, „ich verlasse noch heute Cvucv Haus! Seht wie Ihr mit dem Bochur fertig werdet." . „„Es tljnt mir herzlich leid,"" sagte Moppel, „„allein ich kan ns nicht ändern!"" Bei diesen Worten ging er an den im Zimmer stehenden Eckschrank, holte einen Beutel mit Wcü) hervor und zählte den rückständigen Lohn auf, dem er einen doppelten F-nedrichsdor beifügte. „Da", sagte er, „hast Du noch ein besonderes Douceur, weil ich immer mit Dir.zufrieden war." Zodik strich das Silbcrgeld ein; das Goldstück stieß er zurück. „Ich will kein Douceur von Euch," schrie er und verlies; ohne Grus; das Zimmer. Dann begab er sich in die Küche, wo Lea am Kochherde beschäftigt war. „Du hast mich verschmäht", rief er ihr zu, „Du wist cs büßen!" Ohne eine Antwort abzuwarten, lief er zur Küche hinaus, begab sich in sein Zimmer, schnürte seinen Bündel und ging ohne Abschied davon. Am darauffolgenden Abend wurde das Berlobuugsfest von Laser und Lea in großer Heiterkeit gefeiert. Auch Koppel war mit der Wahl seiner Tochter jetzt ausgesöhnt, da ihm das Benehmen Zodiks gar nicht gefallen hatte. Laser trat am andern Tage in das Geschäft seines Schwiegervaters ein und zeigte sich außerordentlich geschickt und willig. Im Verlaufe weniger Monate bildete er sich unter der Leitung seines Oheims zu einem tüchtigen Metzgergesellen aus, und triumphireud sprach die Tante: „Habe ich cs nicht gesagt? Aus einem Jcschiwoh - Dochur kann mau Alles machen; sogar einen geschickten Kazow". Als am Hochzeitstage von dem allvcrchrten Rabbi Lob Mehler ein Gratnlationsschreiben nebst einem für den jungen Ehemann bestimmtem Ehaberdiplom eintraf, hatte Koppel keinen Wunsch mehr übrig; er war stolz auf seinen Schwiegersohn, der nunmehr Rabbi Laser genannt wurde. Dieser, wiewohl durch das Geschäft sehr in Anspruch genommen, versäumte doch nicht, täglich zu lernen und alle feine freie Zeit dem Thorastndinm zu widmen. Ta es in Benlo keinen Rabbiner gab. so übcrrrug der Landrabbiner dem gelehrten Mevgenueifrer - manche rabbinische Funktionen, und Rabbi Laser wurde einer der gcachterffen und geehrtcften Männer der ganzen Gegend. Seine Ehe mir Lea wurde j eine überaus glückliche; Liede, Friede, und Frohsinn \ herrschten in dem Lengsfclderschen Hanse, und diese * vier Menschen wären vollkommen glücklich gewesen, wenn nicht der Kindersegen dem jnrrgen Ehepaare gefehlt halte, Endlich, nach -ehrt Jahren jollre auch dieses Glück ihnen zrr Theil werden. Lea gebar eine Tochter, welcher man nach Rabbi Lasers vorftorbener Mutter deu Rainen Euer beilegte. Daß dies Töchtcrchen der Liebling der ganzen Familie rvnrde, bedarf wohl nicht der Versicherung. Großvater und Großmutter korrnterr nicht lange ohne das Kind sein, zumal, als es sprechen und gehen gelernt hatte. Sein arunmhiges Geplauder verkürzten den allen Lenken die Zeit; denn Kopvcl und seine Frau waren recht alt geworden; er konnte nicht mehr denr Geschäfte thätig sein, und sie vermochte sich nicht mehr um dem Haushalt zu kümmern. Als Ester vier Jahre alt geworden war, starb K oppel, und seine Frau folgte ihm bald nach. Lea war untröstlich; sie hatte die Eltern so sehr geliebt. Tag und Nacht jammerte und weinte sie, wiewohl es der Gatte ihr ernstlich verwies. „Versündige Dich nicht", sagte er, als die sieben Traucrtage zu Ende waren; „es ist nicht erlaubt, die Verstorbenen unaufhörlich zu beweinen; man muß seinen Schmerz mäßigen und sich in den Rachschluß Gottes schicken!" „„Ach,"" eutgegncte Lea, „„ein Glück, das; wir das Kind haben. Wenn ich das nicht Härte, so könnte ich nicht länger leben. Du bist oft mehrere Tage nicht zu Hanse — wie sollte ich' da die Einsamkeit ertragen „Du versündigst dich aufs Nene," eutgegncte Rabbi Laser. „Niemals soll man fein Herz derart an etwas Irdisches hängen. Ich bitte Dich,^führc nie wieder solche Reden, die das göttliche -Ltrafgericht heransfordern." Lea erschrak; sic trocknete ihre Thräncn und suchte sich zu fassen. Allmählich erlangte sie ihre Ruhe wieder; ihr tiefer Schmerz wich einer saunen Wchmnrh. und auch diese verlor sich mit der Zeit. Bald war der Frohsinn im Hause Rabbi Lasers wieder eingekehrt. — Bon Zodik hatte man in all den vielen Jahren nichts vernommen. (Forts, folgt in der nächsten Donncrstagsnummer.) Eine Stimme der Wahrheit an die Hochgeehrten Herren Rabbiner, Gemeinden und Alle, die sich für das allgemeine Wohl ruteressiren. Vor nicht langer Zcir uafcci vir irr verschiedenen fchLrensverrhrn Zeinchrürrn. wie: »Ter Israeli!- in Mainz. ,LTniver> in Paris. „UazSra* in Barschau eine befcheirept Be-LnnMüchunZ in Herren des BrrkeL: »Jaä xefccn nn2 dre &ioxte Israels.- oder: .Israel als Gründer der voraluchen