Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 68 (9.8.1886)
- Date
- 1886-08-09
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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lls> nicht flefniiflui, mit bnt VIMfinilmi *) fiTiiiibfilmftliche Beziehungen auziilnüpsen und ilif Unutlnnen cnucviu’ii. yciucrcs.ift aber iiolhwendig, N'ill ninn in itjv Vmib. bas noch fein* wenig in tymoprt flcfnmit ist, eindringen nnd dasselbe dnrchforschen. Tie Hauptschuld, daß die Abcsstmier, die ihnen' von-uns-hier in Massanah (Massanah ist eine Insel mit der gleichnamigen Stadt ans derselben, welche den Hasen von Abeffymen bildet. Diese Insel gehörte bis l.sr>4 den Abesstmiern, wurde ihnen dann von den Egyptern abgenommen, die sie dann 1884 wieder den Italienern überlassen mußten) dargcreichtc Hand bisher fo schroff znrückgewiescn haben, trägt eigentlich ihr König, der auch in Europa wohlbekannte RegnS oder NeguS Regcschti (König der Könige) Kassai oder, wie er mit seinem Taufnamen heißt, Johannes, der den Italienern gegenüber höchst misstrauisch ist, da er furchtet, daß dieselbe!! von Massanah anS Abessynien unterwerfen nnd dasselbe in eine Eolonie umwandcln werden. Er gestattet daher auch selten einem italienischen Staatsangehörigen in fein Land cinzudringeu und in demselben zu reisen und ohne eine ausdrückliche kömgliche Erlaubnis; dazu, die übrigens immer mit schwerem Golde erkauft werden muß. Eine Reise jedoch in das Innere zu unternehmen, das hieße wirklich mit seinem eigenen Kopse Fangbällen spielen oder denselben mnthwillig in des Löwen Rachen stecken, da die Abessynier noch auf einer sehr niedrigen Stufe der Eultur und Gesittung stehen nnd die Fremden, die in ihr Land kommen, gewöhnlich anSplündern und oft auch abschlachten. Und doch wäre es für einen Iehndi höchst interessant, in dieses afrikanische Alpenland einzndrinaen und die dort in der Provinz Semen lebenden GlaubenSgenossen, die in Europa unter dem Namen- Falaschas gekannt sind, in ihrer eigenen Heimath anfzusncheu nnd so ihr Leben, ihr Treiben, ihre Religionsanschannngen, Sitten, Gebräuche nnd socialen Zustande durch den Augenschein kennen zu lernen. Hicher nach Massanah kommen aber die FalaschaS äußerst selten oder fast nie, da ne durchwegS arme Bauern, Taglohuer oder Handwerker sind, nnd daher hier nichts zu suchen nnd .auch nichts zu kaufen haben. Zudem liegt die Provinz Semen zwanzig Tagereisen von hier entfernt, nnd da in Abessynien daS Reisen nicht zu den Vergnügungen des LebenS gehört, da das Land von Banditen und Wegelagerern wimmelt, so ziehen cS auch die *) Der Name Abrimnien oder Abdsünien ist eine ('orrun?- pmmg des arabischen Worres: Habefch. das van: haba'ch ("") fesseln. eimchiiexeu. fccrüumiiu un? ionii: ein rand tcbeutet, das ringsum von Bergen cingefälcffcu ist. Falaschas vor, lieber daheim in ihren elenden Hütten zu bleiben, als nach der .Küste herabznsteigen nnc> hier, wenn auch das verfeinerte, aber auch ungemein thencrr, eivilisirte Leben kennen zu lernen. Aber auch die briefliche Eorrespondenz mit ihnen ist unmöglich, denn, obgleich Massanah eine beinahe schon ganz europäische Stadt ist. da wir hier Post, Telegraph, Telephon, Hotels und (Gasthäuser, ja sogar Bierhallen mit dem edlen Wiener. Münchener uns Straßburger Gebräu haben, so hört doch gleich im Stücken unserer Stadt jede Eivilisation und Enltnr gänzlich auf nnd fehlt es sogar an einer Fahrstraße von hier nach dem nächsten abcssynischen Grenzstadtchcn Halai, wo ein eigener König, der jedoch dem Könige Johannes tributbar ist, residirt. Se. Majestät, die im Gegensätze zu unserer Damenwelt, sich blutwenig um die Toilette kümmert und auch dem KlciderluruS nickt allzustark huldigt, hat auch schon einmal unsere Stadl mit ihrem Besuche beehrt und war sie ganz entzückt über das Enlturleben, das sie in den hiesigen SchnapS- und Branntweinbontiquen vorfaud. Von einem Briefverkchr zwischen hier und unserem abessynischeu Hinicrlande kann daher keine Spur sein, nnd hat ja einmal einer der hier restdirenden europäischen Eonsulen eine Botschaft an König Johannes zn senden, so muß er dieselbe durch einen eigenen Boten nach der acht Tagereisen von hier entfernten Residenzstadt Adua gelangen lassen. In dieser Stadt trifft man die ersten' Falaschas an, die dort ein eigenes Viertel bewohnen, und sich ihr Brod als Maurer, Schmiede. Gärtner, Wasserträger, Korbmacher u. s. w. verdienen. Bei dem Palaste, den sich jetzt König Johannes von einem deutschen Architekten in der genannten Hanptsicwt erbauen!a8t, lind auch viele FalaschaS als Handlanger beschäftigt, nnd erhalten sie gewöhnlich per Tag 21» bis 3 Piaster (6 Piaster auf'eine Reichs-Mark) als Lohn, von dem sie oft auch eine zahlreiche Familie erhalten mühen. (Schluß folgt). Feuilleton. W i ch a e t. c?rmb!nng von 2. Jiobn, Verfasser von Gabriel. (Fortsetzung.) Neuntes Kapitel. Bürgermeister GolzingerS einziger Sohn war von feinem Vater schon frühzeitig für die Studien bestimmt worden. Er sollte, wie dieser, einst Jurist werden. >, J. ■!. inj