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Der Israelit · 1886-08-05 · Heft 62 (5.8.1886) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 62 (5.8.1886)
Date
1886-08-05
Page
– (sequence 18)
Language
German
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wenn mir Gott nur das Glück gewähren wollte, meiner lieben Sarah oder Nebecka hundert Geldlire mitgeben zu können! In neuester Zeit jedoch hat unser Nachbarland Indien begonnen, seine Blicke ans unsere hübschen Tochter zu werfen und zwar sind es die auch vom „Israelit" schon geschilderten Bene- Israel in Bombay, Eocin und anderen indischen Städten, welche mit Lorliebe Bagdader Jndenmädchen als Gattinnen heimführen, die, da sie fast durchwegs von dunkelbrauner Gesichtsfarbe sind, sich schon glücklich fühlen, Wenn weiße Mädchen sich Herbeilaffen, ihnen als Gattinnen zu folgen, so daß sie nach der Mitgift gar nicht zu fragen wagen. Dieselben tragen ihre Frauen auf Händen, betrachten sie als ihren und ihres Hauses guter Engel und sind immer bestrebt, deren Wünschen, wenn nur immerhin möglich, sogleich nachzukommen. Von einer Ehescheidung bei so einem durch die Hand einer hübschen Bagdaderin glücklich gewordenen Ben- Israel ist fast kein Gedanke; im Gegentheile, dieselben fühlen sich sogar noch überglücklich, da die Bigamie bei ihnen unter gewissen Bedingungen gestattet ist, wenn letztere es ihnen ermöglichen, nun auch eine Anverwandte der Gattin oder wenigstens eine Landsmännin derselben als zweite Frau heimführen zu können. Die Vermittlung der Ehen zwischen den Töchtern Bagdads und den Bene-Israel besorgen gewöhnlich die in den indischen Hafenstädten lebenden Bagdader Kaufleute, die es als eine große Mizwah (gottgefälliges Werk) betrachten, wenn sie eine Tochter ihrer Vaterstadt unter die Haube, Pardon! wollte sagen, unter das Sammtkäppchen, da es bei uns keine Hauben gibt, bringen können. Es ist sehr interessant zu sehen, wie der Ben-Israel, der gewöhnlich nur tamnlisch spricht und die Bagdaderin, die wieder nur arabisch spricht, so daß sie sich gar nicht verständigen können, bestrebt sind, durch Gesten und Mimen ihre Gedanken auszudrücken und sie ihrer Ehehälfte begreiflich zu machen. Merkwürdigerweise leben dieselben dennoch ganz harmonisch und einträchtig. Jeder von hier nach Bombay abgehende englische Dampfer pflegt daher immer auch etwa ein Dutzend Bagdader Mädchen mirzunehmen, um sie nlcht nur nach einem indischen Hafen, sondern zugleich auch in den glücklichen Hafen der Ehe zu bringen. Uebrigens sind die Bene-Israel hier nicht, gänzlich unbekannte Glaubensgenossen, denn wir haben oft das Vergnügen, einige derselben als schmucke englische Soldaten in unserer Sradr zu sehen. Der hiesige englische Eonsul erhält nämlich von seiner Regiernng zu seiner Bewahrung zwölf Mann indische Soldaten mir einem Corpora!, die alle drei Jahre durch andere ersetzt werden. Unter diesen englisch-indischeu Soldaten, die immer der Garnison von Bomban entnommen werden, befinden sich oft auch einige Bene-Israel, die sich gerne nach Bagdad versetzen lassen, um sich dann hier eine unserer Töchter als Braut auswählen zu können. Hier führen diese Soldaten ein streng religiöses Leben, legen Tephillin. besuchen die Synagoge und beten auch nach unserem Ritus. Auchführen sie eine jüdijche Küche, wozu ihnen ihr Chef immer in der liberalsten Weise behilflich ist. — Die „Alliance Jsraelite", die hier in ihrem in der Mechalct Es-Sknl (Schulftraße) gelegenen Hause nebst einer .Kinderfchule zugleich auch eine Synagoge auf ihre Kosten erhält, läßt in derselben eben wegen der herannähendeu Iomim Rauraim (heiligen Festtage) emfge Renovirunaen vornehmen. ES ist dkeS ctne* große Klugheit ltniJ auch ein sehr schöner Zug der „Alliance", daß sie hier ein Gotteshaus unterhält und was die Hauptsache ist, daß sie in demselben den sephardischen Ritus beibehält und gar nicht daran denkt, hier als Reformatorin aufzutreten. Die Synagoge der „Alliance", in der jeder gegen einen bescheidenen Jahresbeitrag einen Sitz erhält, ist daher hier sehr beliebt und wird sie gewöhnlich von jenen ausgesucht, die sich durch ihre fränkische Kleidung und ihre fränkische Lebensweise schon als halbe Europäer, die also schon zu der gebildeten Welt gehören, bettachten. — Im Laufe des heurigen Frühlings wurden wir auch von einem großen jjci!) ujiCuCuj djSvui sne heimgesucht, der eme. Ausdehnung von etlichen Meilen hatte und uns sogar für einige Stunden das Sonnenlicht entzog. Ta hieß es nun: nrens rtoi mna;rn (Es gehe der Bräutigam aus seinem Gemache und die Braut von ihrem Trauhunmel hervor), denn auf Befehl des General-Gouverneurs mußte jedes Haus täglich eine bestimmte 'Anzahl seiner Bewohner ans die Felder schicken, wo. dieselben dann unter Aussicht von Beamten an die Vertilgung des Feindes unserer Saat gingen. Am Abend mußte dann Jeder Theilnehmer an dieser Heufchreckenjagd 2tU Liter gewüteter Heuschrecken abliesern. So wurden wir glücklich diesen Feind los! _ Hitfjftge ITöTwtgen fsutfcfeu *m: L'cfjifr >>_ 2c§ienng!r, 2Siig*ni§{is?. ‘Hsunud S. (ropftein, Üiuerbcufireiten. Jakob 2 chnerd. Trier. Isaac Rosentbal, L wirke. Lina Klebe, Irrnüine Bachrach, Hamrcherr 'JIuübaunt u. innma Kay. Rhina. Louis Rochenberger. Gießen. Friy Golbschrnibr. »Zrqnkfurr a.^M. Jos. 2amuei, Zütpich. Pantine L-aUach. Zweiren. I. Lasserach-Michel. Liege. Leopold Penel, Baltennebr. Ä. ßltrnger, Preßdnrg. Irrnit Hertmanns. Köln. Mar ^iserlin, Pranken. M. Rosenberger, Bk-Balkir. 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