Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 62 (5.8.1886)
- Date
- 1886-08-05
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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_ XXVII. Jahrgang. Zweite Beilage ju llr. 62 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Hannover. Dem Protokoll der am 14. Juni im Sivungssaale der Synagoge zu Hannover stattgefundenen Versammlung des Vereins jüdischer Lehrer in der Provinz Hannover entnehmen wir: Der Vorsitzende, Fauerbach-Hildesheim machte die Mittheilung, daß infolge der von dem Verein der jüdischen Lehrer des Landrabbinatsbezirks Emden an das Königliche Oberpräsidiuni gerichteten Peri- Lion die nunmehrige Erhaltung der vollen Alterszulage auch für jüdische Lehrer der Provinz Hannover in Aussicht stehe, was auch aus Befragen von dem Herrn Landrabbiner Tr. Gronemann bestätigt wurde. - Lehrer Weinberg-Bodcnfelde begründete seinen Antrag: Petition an den Kultusminister betreffs definitiver Anstellung der Lehrer der Provinz Hannover. So sehr die Versammlung mit dem in Begründung des Antragsteller ausgesprochenen Verlangen übereinstimmte, daß jedem Lehrer nach überstandeuem gesetzlich vorgeschriebenen Provisorium auch die definitive Anstellung gewährt werden müsse, und daher die Herbeiführung einer Feststellung des Sinnes des §. 56 des Schulgesetzes vom Jahre 1854, wonach die letztere unter einem gewissen Umstand verweigert werden könnte, nothwendig sei, so sah sie doch nach längerer stattgefundenen Debatte von einer Petition au den Herrn Kultusminister vorerst ab, beschloß vielmehr, an die Herren Landrabbincr der Provinz Hannover eine Eingabe zu richten, worin dieselben ersucht werden sollen, bei dem Herrn Obcrpräfidcntcn um eine genaue Interpretation des erwähnten Paragraphen vorstellig zu werden. Stern-Hildesheim referrrte über Schulprüftrngen: Die von dem Referenten ausgestellten Thesen werden nach lebhafter Debatte, an der sich die Herren Dr. Kroner, Dr. David Eckmann , Schöps ü. a. m. becheiligten, in folgender Fassung angenommen: 1) Leffentliche Schulprüsungen find feierliche Veranstaltungen, um den Eltern der Schuljugend j und den Freunden der Schule einen Einblick in! die Lehrweise des Lehrers und in die Leistungen der Schüler zu gewähren. 2) Oeffentliche Schulprüsungen bezwecken, den Eifer und Fleiß der Schüler zu fördern, sowie das Interesse des Hauses für die Schule zu wecken und zu beleben. 3) Sie vcrniögen diesen Zweck erreichen, wenn sie wirkliche Prüfungen und keine durch erlernte Atollen täuschende Schauspiele darftellen und in feierlicher Weise mit Anstand und Würde in einem geeigneten Lokale abgehalten werden. Selig - Gleidingen hielt einen Vortrag über „den liturgischen Gesang." Als. Resultat wird folgende These angenommen : Der Unterricht im liturgischen Gemeindegesange ist als Vorbereitung zur würdigen Gestaltung des -Gottesdienstes von großer Wichtigkeit und seine Einführung. sowohl in den jüdischen Volksals Religionsschulen zu empfehlen. England.. London. Am 16. sä (17. August) ist der erste Jahrzeitstag von Sir Moses Monrcfiorc ^"sr. Wie wir vernehmen, wird derselbe in vielen. jüdischen Gemeinden des In- und Auslandes feierlich begangen werden. Türkei. Bagdad. Ist unsere Gemeinde die größte Asiens, so ist sie zugleich auch die mir lieblichen und schönen Töchtern reich gesegnetste, von denen die arabischen Dichter, wenn sich dieselben nur besingen ließen, sagen würden „ihr Gesicht gleicht dem Vollmonde, dem der Abend- und Morgenstern zugleich als Augen dienen." Leider gehört die Mehrheit^ der Tochter unserer Gemeinde der ärmeren Klaye an, bei der die Frage der Mitgift fast immer ein schwer zu lösendes mathematisches Thema bildet. Zwar wird es hier schon als eine große Summe Geldes betrachtet, wenn man seiner Tochter hundert türkische Lire (gleich 2000 Mark ungefähr) mitgeben kann; aber in einem Lande, wo das Geld so knapp und auch so schwer anfzutteiben ist, wie bei uns in Mesopotamien, verursacht schon die Herbeischafsung dieser kleinen Summe großes Kopfzerbrechen und auch viel Schweiß. Sehr oft hört! man daher hier eine zärtliche Mutter stuften: Ach,