Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 59 (26.7.1886)
- Date
- 1886-07-26
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1027 brauche«, hätte dieser Tage bald dem geachteten Hausbesitzer 18. das Lebell gekostet. Der besagte Hausbesitzer passirtc gestern Abends die Jndcuftadt, als er zwei Knaben katholischen (Glaubens benrerkte, die jämmerlich ans einander losschlugen, so daß beide aus Nase und Mund bluteten. Er verjagte die Knaben und beide liefen weinend davon. In kurzer Zeit hatte sich vor der Synagoge, wohin sich der Hausbesitzer zum Gebete begeben hatte, eine große Volksmenge angesammelt, welche, die Mutter des einen Knaben an der Spitze, behauptete, derselbe habe ihren Sohn in die Synagoge geschleppt, um denselben dort abzuschlachten. Die gereizte Volksmenge machte Miene die Juden, als sie die Synagoge verließen, zu niißhandeln, als endlich die beiden Knaben unter der Menge von der besorgten Mutter gesehen wurden, womit die sonderbare Szene ihr Ende erreichte, die sonst gewiß zu vielen Ausschreitungen Ursache gegeben hätte. Pefth. Im Pesther Jsraelitenspital sind gemäß dem vom Professor Dr. Julius Böke als Präsidenten der Spitals-Sektion redigirten Jahresbericht im Jahre 1885 824 Kranke (548 männlichen, 278 weiblichen Geschlechts) darunter 54 Christen — 65o/0 behandelt worden. Gestorben sind daselbst 79 Kranke (56 männlichen, 23 weiblichen Geschlechts). Die Ausgaben des Spitals betrugen 24,485 fl., ebensoviel die Einnahmen. Budapest. Unter dem Schlagworte: „Ein Millionär als Rabbiner-Kandidat" brachte der „Pesther Lloyd" was folgt: „Auf die Stelle des kürzlich verschiedenen Ober- Rabbiners der hiesigen Orthodoxen-Gemeinde wird — wie die „P. I. Ztg." vernimmt — der Inhaber mehrerer Petroleumguellen und Großgrundbesitzer I. L. Schreiber (Firma: David Lindenbaum's Erben) in Drohobyce (Galizien) kandidirt werden. Schreiber, ein 30jähriger Mann, ist der jüngere Bruder des Ober-Rabbiners von Preßburg B. Schreiber und Schwiegersohn des vor einigen Jahren verstorbenen Millionärs David Lindenbaum. J. L. Schreiber, der sich übrigens ausschließlich mit deui Studium der rabbinischen Literatur beschäftigt, zählt zu den bedeutendsten, Talmudgcl ehrten Galiziens. Er ist Präsident der orthodoxen Vereinigung in Galizien „Machsike Hadoß." Sein Bruder, der Rabbiner von Preßburg, war, als er an der Spitze des Prcßburger Rabbinats erwählt wurde, Kompagnon der Seidensabrik Neumann u. Komp, in Wien." Nun können wir aus authentischer Quelle schöpfend sagen, daß das Ganze der Wahrheit entbehrt. Gleich nach dem Tode des in Gott ruhenden Oberrabbiuers E h a j i nt S z o f e r, hat der Vorstand nnd der Ausschuß der hiesige» autonomen orthodoxen Judcngcmeinde unter Vorsitz des Präsidenten MoseS Freudiger mitStimmeneinhelligkeit folgende Beschlüsse gefaßt: 1) Während des Trauerjahres hat das Seelcnlicht für den Verklärten auf dem Rabbinerplatze zu brennen. 2) Während der gesetzlichen Trauerzekt darf von der Nachfolge, d. h. von der Besetzung des verwaisten Rabbinerpostens gar nicht gesprochen werden. 3) Wird im Tempel der Gemeinde am Erew Nosch Ehodosch Ab ein Heßped für den verewigten Oberrabbiner Eh aj im Sz o f e r abgehalten werden. So viel ist wahr, alles Andere ist pure Erfindung. D. H. S. Altofen. Seit der Berufung des Oberrabbiners M. Hirsch auf den hochwichtigen und hochberühmten Nabbinersltz in Prag— das sind nun schon 6 Jahre — ist die Ober-Rabbiner-Stelle in Altofen unbesetzt. Die israel. Eultusgemeinde in Altofen hat nun in ihrer jüngst abgehaltenen Generalversammlung einstimmig beschlossen, demnächst die vacaute Stelle wieder zu besetzen. Rußland. In Wolostn, dem Sitze der weltberühmten m’r», sind mehrere »men ’nm nrtrn »ra, 400 Häuser israelitischer und 200 Häuser christlicher Eigenthümer abgebrannt. Von Wilna, Minsk und anderen Städten wurden Nahrungsmittel für den augenblicklichen Bedarf dahingefchictt. Die Noth der Abgebrannten ist sehr groß. Wochenkalender. Freitag, 30. Juli. 27. Thamus. Samstag, 31. Juli, 28. Thamus.''2 p->E n",TT2 1JE2CT -xÖ2 Sabbat-Ausgang 8 Uhr 30 Min. (Mainzer Uhr). Briefkasten der Redaction. Herrn Lehrer Neumann in Jmpsingen: Heber sind die Ansichten gerheilt; nach dem Äruch ist es ein Bastard von Ziege und Hirsch, oder vielmehr von Ziegenbock und Hirschkuh; daher H-rC .Tn p£D- Nach Joma 74 d. jedoch ist 'U eine ""2 resy *JE2- Reland hält es für das persische coudi, was soviel wie „Bergrhicr- (moutLnas) bedeutet.—Nach Ändern hängt es mir dem persischen gaumiscb, Bünel, zusammen; der leytcren Anncht entspricht auch die gewöhnliche Uebcrsetzung. — D.T'a ist eine Schlangenatt; im Talmud wird es mit NiS, erklärt, was daffelbe ist, wie JEN und HpEN- Gewöhnlich wird es mit Basilisk übersetzt.