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Der Israelit · 1886-07-15 · Heft 56 (15.7.1886) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 56 (15.7.1886)
Date
1886-07-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVII. 3ahr«a„g. ’ j\!t 5(5, KenLrat - Hrgan für das orihodo.re Zudenthum. Herausgegeben von 8»,'. Lehmann in Mainz. Donnerstag, de» 13. Juli 364« (1886). Leitende Artikel. Z»ie Sprüche der Wüter. II. Buch, zweite Abtheiluug. XXI. . ' Mainz, 12. Juli. Wir haben in einem der vorigen Kapitel erwähnt, daß nach der Meinung großer Commentatoren der Schlußsatz unsrer Mischnah, welcher mit dm Worten beginnt i'd'i ccnns 'ini nicht zu den drei Dingen gehört, welche Rabbi Elieser während seiner ganzen Lehrthatigkeit häufig zu wiederholen pflegte, sondern daß derselbe bei einem besonderen Anlässe erst am Schluffe seines Lebens von ihm gethan und dann unsrer Mischnah hinzugcfügt wurde. . Unsre Weisen erzählen uns im Traktat Baba Mezia f. 59, daß Rabbi Elieser in Folge einer von der seiner Genossen abweichenden Lehrmcinung in den Bann gethan wurde, und zwar in den großen Bann. Es gab drei Formen für den Bann rrew-s,c~n ,tu und auf diese drei Formen sollen sich die in unsrer Mischnah erwählten Gleichnipe beziehen; der kleine Bann gleiche dem Bisse des Fuchses, der mittlere dem Stiche des Skorpions und der große dem Zischen des Basilisk. Als nun, kurz vor Rabbi Eliescrs Tode, der Ban von ihm genommen wurde, habe Rabbi Elieser zuvor den Stteit mit den Weisen bereut und seine Schüler durch den im Schlußsätze unsrer Mischnah enthaltenen Ausspruch vor ähnlichem Streite gewarnt. Wir wollen den hier erwähnten Vorgang näher beleuchten. . Um den Achnai-Ofen entspann sich der Stteit. Rabbi Elieser erklärte ihn für rein, und seine Ge- Hoffen erklärten ihn für unrein. Alle Beweise, die Rabbi Elieser für seine Ansicht beibrachte, leuchteten den Genossen nicht ein. Da sprach Rabbi. Elieser: So möge denn der Eharub (nach Einigen: der Johannisbrodbaum, nach Andern: der Dattelbaum) für mich eintreten. — Und der Eharub ttat für ihn ein; doch wiesen die Rabbinen diese Art von Beweisführung zurück. — Da sprach Rabbi Elieser: Der Wasserquell mag für mich eintreten. — Auch dieses geschah, und wurde ebenso zurückgewiesen. — Und Rabbi Elieser sprach: Die Mauern des Lehrhauscs mögen beweisen, daß ich im Rechte bin! — Da begannen die Mauern die Lehrhauses sich zn neigen. Aber Rabbi Josua schrie sie an: Wenn die Weisen ihre Meinungen in Bezug ans die Halachah verfechten, — was geht's euch an? — Und sie fielen nicht ein ans Ehrerbietung vor Rabbi Josua und richteten sich nicht wieder auf aus Ehrerbietung vor Rabbi Elieser. — Und Rabbi Elieser sprach: Vom Himmel herab möge man erweisen, daß ich int Rechte bin. — Und siehe, eine Stimme erscholl vom .Himmel und rief: Die Halachah ist wie Rabbi Elieser. — Da stand Rabbi Josua auf und sprach: Nicht im Himmel ist die Gottcslehre; sic ist dem Moschch gegeben vom Sinai herab; wir besitzen sie, und in ihr ist vorgeschrieben, daß nach Stimmenmehrheit entschieden werden soll. — Ta Rabbi Elieser nicht uachgab, so thaten die Rabbiner ihn in den Bann, und Rabbi Akiba übernahm die traurige Aufgabe, dies feinem Lehrer mitzulheiten. Er hüllte sich in dunkle Gewänder und fetzte sich vier Ellen weit entfernt vor seinem Lehrer, und als dieser nach dem Grunde fragte, sprach Rabbi Akiba: Rabbi, ich glaube, daß Deine Genonen sich von Dir losgesagt haben. —Ta zerriß Rabbi Elieser seine Kleider, zog seine Schuhe aus und setzte sich auf die Erde. Als nun seinen Augen Thrünen entströmten, litten die Oliven noth, der Waizeu und die Gerste, ja auch der Teig, den

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