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Der Israelit · 1886-07-12 · Heft 55 (12.7.1886) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 55 (12.7.1886)
Date
1886-07-12
Page
– (sequence 11)
Language
German
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I 055 i > Llvsmark, ». Juli. Herr Jeu» Horovitz, Schwiegersohn des hiesigen allgemein verehrten Rabbiners, wurde einstinunig auf die Rabbiuats- und Matrikclamts-Stelle in Bistritz (Siebenbürgen) berufen. Unter einigen dreißig Reflektanten wurde er, zuerst aus rc:? zur Propcderafcha cingcladem Diese fiel so ausgezeichnet aus, das; die Gemeinde- Repräsentanz beschlossen hat, keinen Kandidaten mehr zu berufen. Die Wahl wurde auch von der Komitatsbehörde einstimmig genehmigt. Die Gemeinde zu Bistritz kann sich gratulircn, einen solchen Mann in ihrer Mitte zu bekommen; er wird gewiß im Sinne seiner großen Ahnen und Lehrer p.p rri minn wirken. Bon edlem Feuer beseelt wird er gewiß seinen Thatigkeitseiser zum Wohle der ungarischen Orthodoxie geltend machen, aber auch seinem Vaterlande die bestmöglichsten Dienste leisten. Herr Horovitz machte seine Aufwartung beim H. Obergespan Baron Banst, welcher ihn mit besonderer Liebenswürdigkeit empfing. Es freite ihn sehr, sagte der H. Obergespan unter Anderem, daß die israelitische Gemeinde einen solchen . Mann erwählt habe, er, der Obergespan habe den Antisemitismus so-' Wohl, in Bistritz, dem Hauptorte des Komitates, wie in seinen beiden. Distrikten überhaupt nie gelten lassen, er würde ihn auch nie austauchen lasten, er wünsche, daß der Jude ebenso Jude , wie er Ealwincr bleibe, nur daß Beide wissen, daß ste Ungarn* sind; er gibt der Hoffnung Raum, daß der neue Rabbiner mit ungarischem Gefühle in seinen Bezirken , wo bekanntlich der Antimagyarismus sehr verbreitet ist, wirken wird , was in der That.von der aufrichtigen Vaterlandsliebe des Herrn Horovitz auch zu erwarten ist. Der hiesigen Gemeinde hinterläßt Herr Horowitz ein schönes Andenken, einen Talmud-Verein, der von ihm gegründet worden ist. Mir rufen ihm von Herzen zur >-02 -p imasifri niiy E’ron p nrnsja V*n. I Klein. 4 En g 1 a n d. - | London, 6. Juli. Herr Samuel Montag« rltnube wieder mit Stimmenmehrheit 585 in das Parlament gewählt. Die Austegmig ^der Parteien war sehr bedeutend. Der Eolonell v? Trentch erbest einen Aufruf an die polnischen Mitglieder des .Bezirkes. Der nichtjüdische Eolonell wußte die jü- Wsch deutsche Sprache vorzüglich anzuwenden, indem fr u. A. sagte: „Wenn Ihr mir die tcs gebet, Wich zu wählen, wird cs eine rry für Euch sein. ,^er Aufruf erschien auch im Schulamiß." . 4f % . . — i ' ' ’ . Rußla n d. Ans der Kreisstadt Wileiki, Gouvernement Wilna, kommende Passagiere erzählen, das; in dem 42 Werst entfernten Flecken Doiginowo von. Land-' leuten, welche zur Kirchenmeffe gekommen, eine Judenhebe veranftaltel worden sei. Außer Demolirung von vielen Häusern, Bnden, Plünderung des Eigenthnms n. s. w., soll es viele Verwundete, ja sogar einige Todte gegeben haben. — Am 25. Jnni passirten Wileiki, aus Wilna kommend, der Bicegonvernenr, die Prokuratoren der Gerichte und andere amtliche Personen. Als Ursache wird erzählt: Es sei in Wileiki ein seit Ostern verschwundener Knabe im Walde erschlagen aufgcfundeu worden, die That rühre von Juden her, die das Blut zu.ihrem Osterfeste gebraucht hätten. Immer die alten Dummheiten! Feuilleton. Eine Uiaraonen-Mumie Der „Münch. Allg. Ztg." wird aus Kairo unterm 2. Jnni geschrieben: Angeblich auf Wunsch des Licekönrgs Mohamed TcwfikPascha fand gestern in besten Gegenwart, sowie in jener Mnkhrar Paschas, der Minister, des russischen Generalcousuls Hrn. v.. Hitrowa u. A., die Enthüllung und Auswicklung der Mumie König Ramscs II. durch Professor G. Masvero, den Tircctor der Bnlager Museums, statt. Gewiß ein seltenes und seltsames Ercigniß, die Enthüllung eines Pharao durch seinen modernen Nachfolger! Zwciunddreißig Jahrhunderte sind vergangen, seitdem der Körper des königlichen Eroberers zum letzten Male umhüllt gesellen wurde. Mit nicht geringer Spannung muß Prosestor Masvero an die Aufwicklung der Leinen- und Monselin- Bandagen gegangen sein, welche seit der Zeit, als die Mumie Ramscs' ans Befehl König Pmor'emps I., eines Enkels König Sa-Amen Herbors (um 1100 v. d. g. Zt.), des Gründers der XXI. Dynastie, mit einem neuen Todtenkleidt-versehen wurde, unberührt geblieben war. Der Sarg, mit dem schön geschnitzten Decke! in Gestalt des Osiris, des Herrn der Unterwelt, gehört mit seinem Inhalt dem großen Funde an, welcher im Juli 1881 nicht weniger als dreiunddrcißig Mumien an den Tag brachte, unter welchen sich die berühmtesten Pharaonen des neuen Reiches fast vollzählig vertreten fanden. Die That-

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