Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1886-07-12 · Heft 55 (12.7.1886) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 55 (12.7.1886)
Date
1886-07-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2449600-2449652--24618-2514429
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

XXVII. Jahrgang. Beilage ju Nr. 55 des Israelit. Leitender Artikel | Literarischer Wericht. | Tables du Calendrier juif depuis l’öve | cliretienne jusquau XXXe siede avec la conf. ■ cordance des dates juives et des dates chr6tiennes et une m6tliode nouvelle pour calculer i ces tables par Isidore Loeb. Paris 1886. Dorlaelier. 8. Von welcher Wichtigkeit für die historische Forschung die Feststellung der Daten ist, und welche Schwierigkeiten sich iu dieser Beziehung gerade auf dem Gebiete der jüdischen Literatur ergeben, da es hier sehr oft geboten ist, die Nichtigkeit der gegegebenen Zahlen oder die Bestimmung einer Thatfache durch Umrechnen auf die Daten der üblichen - Zeitrechnung zu eruiren, ist hinlänglich bekannt. K Diesem Bedürfnis Rechnung zu tragen, hat sich l" auch schon eine stattliche Reihe kalendarischer Ta-; bellen zur Aufgabe gestellt, doch lassen die verschiedenen, wenn auch tüchtigen Arbeiten, noch l Vieles zu wünschen übrig. Thcils umspannen § sie einen zn kurzen Zeitraum, um als ausreichend | für die geschichtliche Untersuchung gelten zu. können, 1 theils ist die Anlage derselben zu wenig übersichtlich J und die Methode der Anwendung zu sehr verj| wickelt, als daß sie zu schnellem und sicherem Gej f brauche sich so recht eigneten. Es darf darum das j \ vorliegende Werk des in der jüdischen Literatur [} bekannten Verfassers, das uns ein reiches, wohlgeordnetes und leicht handliches Material bietet, freudigst begrüßt werden. Das von Gelehrsamkeit und bewundernswerthem ausdauerndem Fleiße zeugende Werk gibt zuerst eine Ueberficüt über die jüdische Kalcnderberechnung, dann eine Anleitung zur Benutzung und hierauf eine Erklärung der Tabellen. Die Anleitung und Erklärung ist auch in deutscher und hebräischer Sprache gegeben. Vermittelst dieser Tabellen können wir uun durch eine leichtfaßliche Methode vom Jahre l bis zum Jahre 3000 der üblichen Zeitrechnung sämmtliche Moladim, die Daten der christlichen Zeitrechnung in die der jüdischen und umgekehrt ohne vielen Zeitaufwand berechnen. Wir haben au vielen Beispielen die Richtigkeit der Zahlen geprüft, und man darf wohl annehmen, daß die Tafeln von Jrrthümern frei sind. Um so mehr befremdet uns der auf Seite 4 dreimal sich hartnäckig wieder-, holende Fehler, der die Stundentheile auf 876 angibt, während es 793 heißen müßte, offenbar ein Druckfehler, da die Berechnung ergibt, daß der Verf. die letztere Zahl angcwendet hat. Wir können diese Tabellen nur auf's Wärmste empfehlen, um so mehr, als sie bei ihrer schönen Ausstattung durchaus nicht theuer sind. In Anbetracht der richtigen Arbeit und der Sorgfalt, welche die Herstellung erforderte, ist der Preis vou 10 Frs. ein äußerst billiger. Zeitungsnachrichten Und Correfpondenzen. Deutschland. Fürth, 29. Juni. Am 25. d. M. versammelten sich allenthalben die treuen Land.skinder in ihren resp. Gotteshäusern zu einem Trauergottesdienste für des höchstseligen Königs Ludwig II. Majestät. Auch in der Synagoge der isr. Waisenanstatt dahier, welche sich stets der fürsorgeuden Liebe des verblichenen Fürsten zu erfreuen hatte, wurden an besagtem Tage inbrünstige Gebete zum Vater im Himmel emporgcsandt, ergreifende Worte an die zahlreich versammelten Andächtigteu gerichtet. Die Feier cröffncte der Direkter der Anstalt, Herr Dr. Königshöfer mit der Recitation der Psalmen 16 und 90. Alsdann bestieg der Direktor der Bürgerschule, Herr Dr. Dessau '"j die Kanzel, um die eigentliche Trauerrede zu halten, welche auf die zahlreichen Zuhörer einen liefen Eindruck machte. Hierauf wurde von Herrn Dr. Königshöfer bei geöffneter heiliger Lade das crcm -pan nr« Gebet für das Seelenheil des verstorbenen Königs in ergreifender Weise gesprochen, woran sich das Gebet für den jetzigen König,^Otto I., und für den Prinzregcnten Luitpold schloß. Nachdem noch die Psalmen 91 und 88, abwechselnd von Herrn Dr. Köuigshöfer und der Gemeinde recitirl waren, beschloß das Kadischgebet, von sämmtlichen Waisenknaben

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.