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Der Israelit · 1886-07-08 · Heft 54 (8.7.1886) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 54 (8.7.1886)
Date
1886-07-08
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Schönhanscr-Attee zu, woselbst die Entschlaftne im Erbbegräbniß der Familie Meyerbeer (Meyer- Beer) ihre letzte Nuheftärte fand. Auf dem jüdischen Friedhöfe sprach die letzten Segnungen ebenfalls der Rabbiner Dr. May bauin und führte der Synagogenchor die Trauergesänge ans. Das Erbbegräbniß der Familie Meyerbeer, hat sich mit der Leiche der eben Beerdigten vollständig geschlossen, dasselbe birgt auch nicht mehr einen Platz, um falls nöthig eine Kindesleiche aufnehmen zu müssen. Eine einfache offene Säulenhalle, 511 der einige Stufen hinanfführen, birgt vorerst eine Gedenktafel mit der Inschrift: „Michael Beer, gestorben zu München den 22. März 1833 und dort beerdigt." (Michael Beer war der bekannte Dichter des „Struünsee u. s. w."), dann birgt es die Gebeine und Gedenktafeln von: „Heinrich Beer, Ludwig Beer, Wilhelm Beer und des berühmtesten dieser Brüderschaar G iac 0 m 0 Meycrbeer, deyen Denkstein einfach wörtlich lautet: „Giacomo Meyerbeer, geb. am 5. September 1791, gestorben am 2. Mai 1864 (dann in hebräischer Inschrift wiederum der einfache Name Giacomo Meyerbeer):" ferner birgt die Gruft die Gebeine der Frauen: Betty Beer geb. Meyer, Recha Beer geb. Mendelsohn, Doris Beer geb. Schlesinger, Amalie Beer, und der eben Entschlafenen Minna Meyerbeer geb. Mosson, welche ihren Gatten 22 Jahre überlebt hat. Tie Gräber selbst werden ganz gleich, Jahr ein, Jahr aus erhalten, keine Blume, kein Topf, kein Bäumchen ziert dieselben; einfacher Ephcu, deckt jeden einzelnen, nur niedrig gehaltenen Hügel, auf welche an Geburts-, oder Todestagen von den Hinterbliebenen nur Kränze gelegt werden, so daß das Ganze einen ehrfurchtsgebietenden Eindruck auf jedes fühlende Gemülh macht. Wie verlautet hat die Entschlafene milde Stiftungen in ihrem Testamente reich bedacht. Frankfurt a. M. Herr Schuhfabrikant Herz dahier bat bei Gelegenheit der Feier feiner silbernen Hochzeit 20,000 Mark zur Gründung einer Unrer- Nützungskaye leidender Arbeiter feiner Fabrik gespendet. Seine Gattin schenkte zu demselben Zweck 2900 Mark. Außerdem werden von jetzt ab sämmtlich^ Benvätungsstrafgelder^ welche seither m die Ktyse des Fabrikbesitzers floyen, ^er Unterstützungskaye zugewiesen. Bei jeder payenden Gelegenheit soll der Fonds vergrößert werden. Nawitsch» 8. Juni. Dienstag den 1. Juni verschied nach kurzem Krankenlager Herr Markus Kolm dahier. Ungetheilr ist die Trauer um den Dahingeschiedenen, denn er war edel, bescheiden und wohlwollend allen Menschen gegenüber. Tren erfüllte er die Worte: errr r,*m ':zb “rnrn". Bon weiter Ferne strömten Freunde und Bekannte herbei, um dem verehrten und edlen Manne die letzte Ehre zu erweisen. Die außerordentlich große Theilnabme der christlichen Eousession beweist, welch hohes 'Ansehen der Hingeschiedene auch in diesen! Kreise genoß. Ter erste Redner am Grabe, Herr Rabbiner Dr. Löb, schilderte in einer längeren schwungvollen Rede den Verlust, den die hiesige Gemeinde erlmen. Der Verblichene war nämlich ein langjähriges Mitglied des Gemeindevorstandes. Mir musterhafter Treue und Hingebung erfüllte er auch in dieser Eigenschaft seine Pflicht. Keine Mühe und kein Opfer scheute er, ja mit Anstrengung all'' feiner Kräfte suchte er jede Steuerung von der fern zu halten und so all' bie rrupn und C'irrrr, welche die a'jistt hier eingeführt, unversehrt zu erhalten. Hierauf ergriff Herr Dr. Hofsmann aus Berlin das Wort. In warmen und beredten Wonen beklagte er den Verlust des gesammten Judenthnms. Kein Auge blieb thränenleer bei den erschütternden und ergreifenden Worten, mit denen der Schwiegersohn des Verstorbenen, Herr Rabbiner Dr. Honmann aus Neustettin, im Namen der Familie Abschied nahm. — Tie Achtung, die der Hingeschiedene bei jedem, der ihn in seinem Leben gekannt, genoß, sichert ihm ein bleibendes und unvergeßliches Andenken. Frankreich. Paris. Tie Verwaltung der jüdischen Gemeinde ist bereits bemüht die Eonseqnenzen zu ziehen, welche eine eventuelle Trennung des Staates von der Kirche für dieselbe mit sich bringen wird. Sie sucht für ihre Wohlthätigkeitsanstalten die Eivilrechre zu erlangen, wodurch diese ^ur Entgegennahme von Geschenken und Bermächtninen autorisirr werden. England. . London. Aldcrmann Henry A. Jsaac wurde zum Sheris von London und Middleser erwählr. LtthrtgL faTmtg Tanbfe ein: - Isanc Rofrnrhal in Sronfe.

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